Anmeldungen für Gesamtschule: Viele Kinder müssen abgelehnt werden

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Obwohl die Gymnasien in der Region zum Abitur nach 9 Jahren zurückkehren ist der Boom bei der Gesamtschule Olfen ungebrochen. Das heißt auch, dass viele Kinder eine Ablehnung erhalten.

Olfen

, 05.02.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Gesamtschule Olfen vor einigen Wochen am Teilstandort Datteln zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte, wurden die Verantwortlichen „überrannt“. Das Interesse der Eltern und ihrer Kinder war riesig. Ein wichtiger Fingerzeig für das gerade abgeschlossene Anmeldeverfahren.

Unfassbare 152 Anmeldungen sind in diesem Jahr alleine am Standort Datteln eingegangen - nochmals gut 50 Prozent mehr als in 2019. Doch der riesige Erfolg hat auch eine Schattenseite. Eine sehr dunkle sogar. 65 Mädchen und Jungen aus Datteln bekommen eine Absage.

Ein Großteil der Olfener Kinder will in der Stadt bleiben

Sprünge wie in Datteln waren für den Hauptstandort Olfen nicht zu erwarten. Und doch gibt es auch hier aus Sicht von Schulleiter Dr. Jerome Biehle eine sehr positive Entwicklung. 58 Mädchen und Jungen wollen in ihrer Stadt bleiben - sie wechseln von der Wieschhof- zur Wolfhelmschule.

„Ich freue mich, dass die Schule vor Ort eine steigende Anerkennung erfährt“, sagt Schulleiter Biehle und verweist auf die „deutlich gestiegene Übergangsquote“ in Olfen. Insgesamt entlässt die örtliche Grundschule in diesem Sommer 94 Kinder. Knapp zwei Drittel sind an der Gesamtschule angemeldet worden.

Großes Interesse auch in den Nachbarstädten Selm und Lüdinghausen

Die Wolfhelm-Gesamtschule ist damit für die Olfener Eltern und ihre Kinder zur mit Abstand wichtigsten weiterführenden Schule in der Region geworden. In den Nachbarstädten ist das natürlich nicht der Fall, dennoch ist das Interesse auch hier groß.

„Lüdinghausen ist mittlerweile für uns eine feste Bank“, sagt Jerome Biehle mit Blick auf 17 Anmeldungen. Ein aus seiner Sicht sehr guter Wert, denn in der Nachbarstadt gibt es mit der Sekundarschule und zwei Gymnasien gleich drei weiterführende Schulen.

Abgelehnte Schüler müssen sich eine Alternative suchen

Ebenfalls gut verankert scheint die Gesamtschule Olfen in der Nachbarstadt Selm zu sein. 19 Anmeldungen in diesem Jahr sind ein deutliches Zeichen. Allerdings gibt es hier auch Diskussionen über die Gründung einer eigenen Gesamtschule.

Die abgelehnten Schülerinnen und Schüler müssen sich jetzt mit ihren Eltern eine Alternative suchen. Im dreigliedrigen Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) steht das Anmeldeverfahren noch an oder läuft noch einige Tage.

Das bereits abgeschlossen Verfahren an der Gesamtschule Olfen-Datteln hat jedenfalls zwei wichtige Erkenntnisse gebracht: Die Schulform ist unabhängig von G9 an Gymnasien bei Eltern und Kindern etabliert. Das gilt gerade auch in diesem Jahr für leistungsstarke Grundschüler. Das ist gerade mit Blick auf die spätere gymnasiale Oberstufe der Gesamtschule wichtig.

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