Bürgerenergiegenossenschaft für Olfen, Selm, Datteln: „Toller Start“

Norbert Möller ist der Vorsitzende der neuen Bürgerenergiegenossenschaft Lippekraft. Einzugsgebiet sind die Städte Selm, Olfen und Datteln. Unter anderem will die Genossenschaft Fotovoltaikanlagen auf Brachflächen (Symbolbild) errichten.
Norbert Möller ist der Vorsitzende der neuen Bürgerenergiegenossenschaft Lippekraft. Einzugsgebiet sind die Städte Selm, Olfen und Datteln. Unter anderem will die Genossenschaft Fotovoltaikanlagen auf Brachflächen (Symbolbild) errichten. © dpa/LippeKraft
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Ein Dreivierteljahr Vorarbeit lag hinter ihnen, als die Initiatoren der Bürgerenergiegenossenschaft Lippekraft für Donnerstag (22. 9.) ins Leohaus Olfen geladen hatten. Dort fiel der Startschuss für die eigetragene Genossenschaft, die es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht hat. in Olfen, Selm und Datteln nachhaltig und profitabel Energie zu produzieren.

73 Genossenschaftsanteile bereits verkauft

Hervorgegangen ist diese Gründungsinitiative aus der Untergruppe Energie des Klimaforums Olfen. Zur Gründungsversammlung kamen geladene Interessierte aus der Region zusammen, um die Satzung zu verabschieden und den Aufsichtsrat sowie den Vorstand der Genossenschaft zu wählen. Und die ersten Anteile zu zeichnen.

73 Genossenschaftsanteile zu je 250 Euro seien am Gründungsabend gezeichnet worden, heißt es in einer Pressemitteilung der jungen Energiegenossenschaft: „Ein toller und hoffnungsvoller Anfang.“ Weitere Genossenschaftsanteile der „Bürgerenergie LippeKraft eG“, wie der offizielle Name lautet, können „zeitnah in einer ersten Hauptzeichnungsrunde durch alle Interessierten erworben werden. Pro Person, Personengesellschaft oder juristischer Person, können dann bis zu zehn Genossenschaftsanteile á 250 Euro erworben werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Norbert Möller ist der Vorsitzende

Zum Vorsitzenden haben die Gründer am Donnerstag einstimmig Norbert Möller gewählt. Als sein Stellvertreter fungiert August Schlaphorst. Den Aufsichtsrat besetzen als Vorsitzender Ralf Wozniak sowie Thomas Poesz und Boris Gobrecht, als weitere Aufsichtsratsmitglieder.

Das ist der Vorstand der neuen Energiegenossenschaft (v. l.): Ralf Wozniak, Thomas Poesz, August Schlaphorst, Norbert Möller und Boris Gobrecht.
Das ist der Vorstand der neuen Energiegenossenschaft (v. l.): Ralf Wozniak, Thomas Poesz, August Schlaphorst, Norbert Möller und Boris Gobrecht. © LippeKraft

Das Ziel der Mitglieder: „die Energiewende in der Region voranbringen, aktiv begleiten und dabei als Genossenschaft die Bürgerinnen und Bürger beteiligen“ – kurz: Energie aus Bürgerhand. Damit sollen die wirtschaftlichen Vorteile der Energiewende der Bevölkerung der Region zugute kommen, wie Vorstandsmitglied August Schlaphorst sagt. „Nachhaltige Energiegewinnung und wirtschaftliche Profitabilität schließen sich gegenseitig nicht aus, sondern begünstigen einander“, ist er überzeugt.

Geothermie und Fermentation sind auch geplant

Der Vorstandsvorsitzende Norbert Möller ergänzt: „Durch die Realisierung moderner und großflächiger Fotovoltaikanlagen auf derzeit ungenutzten Brachflächen sowie auf Gewerbeobjekten, durch die Errichtung neuer Windkraftanlagen und Re-Powering alter Windkraftanlagen, werden wir die nachhaltige Energiegewinnung im Aktionsradius der Bürgerenergie Lippekraft eG stärken und kräftig ausbauen.“ Auch Geothermie und die Energiegewinnung aus Fermentationsanlagen solle dabei eine wichtige Rolle spielen.

Parallel zur Genossenschaftsgründung hat die Gruppe auch schon erste Kontakte zu potenziellen Partnern geknüpft, um Flächen für die Projektumsetzungsideen zu generieren. „Gerne können sich weitere Interessierte bei der Bürgerenergie LippeKraft eG auch proaktiv melden, um geeignete Flächen für die nachhaltige Energiegewinnung, insbesondere auch in Datteln und Selm anzubieten“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Kontaktmailadresse lautet: buergerenergie-lippekraft@gmx.de.

Die Genossenschaft plant eine weitere Generalversammlung, vermutlich noch in diesem Jahr. Dort sollen dann auch weitere Aufsichtsratsposten vergeben und gewählt werden. Ein genaues Datum steht allerdings noch nicht fest.

Laut der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften, der sich als Sprachrohr der Initiativen in Deutschland sieht, gibt es bundesweit derzeit 847 Energiegenossenschaften mit 220.000 Mitgliedern.

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