Selbsttests für Grundschüler: Ab Montag wird das vor dem Präsenzunterricht in NRW verpflichtend. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Schule zu Coronazeiten

Besorgte Olfener Eltern fordern: „Kein Testzwang für unsere Kinder“

„Kein Test-Zwang für Kinder in Olfen und überall“ heißt die Facebook-Gruppe, die seit Dienstagmorgen existiert. Sie zeigt, wie besorgt viele Eltern angesichts der eingeführten Testpflicht sind.

Zum gemeinsamen Kampf gegen die Testpflicht und zur gegenseitigen Unterstützung beim Schutz ihrer Kinder haben sie sich zusammengeschlossen: Menschen, die Eltern in ihrem Kampf „gegen den Testzwang“ unterstützen möchten und diese Eltern selbst. Denn für die Freiheit und Unversehrtheit der Kinder müsse man kämpfen. Das sagt eine Olfener Mutter: die Administratorin und Gründerin der neuen Facebook-Gruppe „Kein Test-Zwang für Kinder in Olfen und überall“.

Gefragt seien Tipps und Beiträge, um in der Gemeinschaft gegen die Testpflicht vorzugehen. Zum Schulstart nach den Osterferien hatte das Landes- Schulministerium den Besuch des Präsenzunterrichts an negative Corona-Selbstests geknüpft, die in der Schule oder im Testzentrum durchgeführt werden müssen, geknüpft.

Urteile und Musterklagen

Viele Eltern sind besorgt und fürchten Verletzungen der Kleinen durch das Wattestäbchen in der Nase oder eine Stigmatisierung der Kinder, sollte das Ergebnis positiv sein. Innerhalb weniger Stunden ist die Zahl der Mitglieder in der am Dienstag gegründeten Gruppe bereits auf 30 angestiegen. Ein Urteil aus Weimar, das Schüler von der Abstandsregelung, der Masken- und der Testpflicht befreit, wird gepostet sowie Mustervorlagen zur Klage.

So gehe es nicht mehr weiter, schreibt eine Mutter. Das alles könne nicht gesund sein für die Kinder. Der Schule vertraut sie hierbei nicht. Und für einen Besuch im Testzentrum fehle ihr schlicht die Zeit.


Gute Vorbereitung und spielerische Umsetzung

Petra Deuker, Leiterin der Wieschhof-Grundschule Olfen hingegen versucht den Eltern ihrer Schülerinnen und Schüler die Bedenken zu nehmen. „Die Sorgen um die Testung sind viel größer als das, was tatsächlich passieren könnte“, sagt sie. Fast täglich verschickt sie Info-Mails, die die Eltern aufklären und ihnen die Angst nehmen sollen. Ein kurzes Video zeigt, wie der Test abläuft, Bildkärtchen die auch in den Klassenräumen aufgehängt werden sollen, ergänzen das.

In ihrer jüngsten E-Mail bittet Deuker die Eltern, die Situation mit den Kindern vorzubesprechen und sich Film und Bilder schon einmal anzuschauen. Falls ein Kind positiv getestet werde, verspricht sie, sehr sensibel damit umzugehen. Bei der Stadt hat sie die Unterstützung durch das OGS-Personal beantragt, sodass während der Testdurchführung immer zwei Erwachsene anwesend sind.

Den Test würden die Kinder selbstständig durchführen. 15 Minuten dauere das insgesamt, sagt Deuker. Dazu bereiten die Lehrkräfte vor dem Unterricht bereits alles vor, die Kinder führen nur vorsichtig das Wattestäbchen in die Nase. „Die Frage ist doch, wie man mit diesen Tests umgeht“, sagt die Pädagogin. „Wir sind gut vorbereitet und machen das spielerisch.“

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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