Bier verdünnt die Farbe

OLFEN Die Kitt-Halle ist ihr zweites Zuhause. Willi Brathe und seine wackeren Mitstreiter sind richtige Karnevals-Originale. Seit mehreren Jahrzehnten bauen sie die Umzugswagen für den Prinzen, den Kinderprinzen und den Elferrat.

von Von Kevin Kohues

, 11.01.2008, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kitt-Kunstmaler Willi Schulte

Kitt-Kunstmaler Willi Schulte

Seit 24 Jahren ist Schulte als Kunstmaler für die Beschriftung der Wagen zuständig. "Ein Full-Time-Job", sagen die Kollegen. Denn der fast 80-Jährige sorgt nicht nur für die Bemalung der Kitt-Wagen, sondern auch für die Beschriftung von gut 80 Prozent aller Wagen, die am Nelkendienstsumzug teilnehmen. Und das sind in diesem Jahr immerhin 26 Großwagen, dazu kommen 67 Fußgruppen.

Für den diesjährigen Prinzenwagen hat sich Schulte etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Getreu dem Sessionsmotto "In Olfen an der Steverau, steht alles Kopf und schreit Helau" hat er mit viel Liebe zum Detail die Landschaft der Steveraue gemalt. Die Wagenbauer haben dazu passend eine Brücke angefertigt. Und weil Prinz Christian selbst aus der Steveraue kommt, hat Willi Schulte sogar sein Geburtshaus mit auf den Wagen gemalt.

Weil die Session diesmal außergewöhnlich kurz ist - der Umzug findet schließlich schon am 5. Februar statt - werkeln die fleißigen Wagenbau schon seit Mitte November in der Kitt-Halle. Jeden Tag drei bis vier Stunden, samstags auch mal länger.

 Denn von der Planung bis zum fertigen Wagen ist es ein langer Weg. Willi Brathe: "Wir bauen die Wagen jedes Jahr neu, machen uns vorher schon Gedanken über das Thema." Wichtig sei nicht nur die Aktualität, sondern auch die Umsetzbarkeit. Neben der Steveraue seien in diesem Jahr etwa die Fußball-WM der Damen, der Klimawandel oder die Bierpreiserhöhung beliebte Themen.

Neben der baulichen Umsetzbarkeit achten die Wagenbauer auch auf die Sicherheit der Wagen. Hierfür gibt es genaue Vorschriften. "Jeder Großwagen darf maximal 3,60 Meter hoch und 2,50 Meter breit sein, und er muss hinten über eine Beleuchtung verfügen", so Willi Brathe.

Alfon Lippelt stellt trditionsgemäß den Zug auf

Für die Zugaufstellung, sprich die Reihenfolge der Wagen, ist traditionell Alfons Lippelt zuständig. "Die Arbeitsstunden sind kaum zu zählen", gesteht Reinhard Wenzlaff. Aber der Spaß kommt nicht zu kurz. "Sicher gibt es auch mal stressige Tage, aber die schönen überwiegen", betont Willi Brathe.

Denn natürlich wird beim Bauen auch mal ein Bierchen gezischt. Doch, und das kommt überraschend, die Wagenbauer brauchen den Gerstensaft nicht nur zum Durstlöschen. Willi Schulte verrät: "Die erste Flasche aus der Kiste benutze ich immer zum Verdünnen der Farbe." Und das funktioniert? Vehementes Nicken. Nun, der Erfolg gibt ihm Recht. Aber wer hätte das gedacht...?

 

 

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