Olfen bereitet sich auf den Start einer besonderen Freibadsaison vor

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Im Jubiläumsjahr drohte dem Naturbad eine verlorene Saison. Jetzt gibt es Signale vom Land NRW, dass auch in der Coronakrise Bäder öffnen dürfen. Olfen ist aber in einer Sondersituation.

Olfen

, 05.05.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stever, Lippe, dazu der Dortmund-Ems-Kanal: Olfener hatten schon immer viele Möglichkeiten für ein erfrischendes Bad. Und sie haben es auch ausgiebig genutzt - wie historische Fotos von schwimmenden Bürgern in der Stever (Höhe Füchtelner Mühle) beweisen.

Doch nach und nach änderte sich die Situation. Mit der Aufgabe von Teilbereichen der Alten Fahrt des Dortmund-Ems-Kanals ging auch eine kostenlose Schwimmmöglichkeit mitten in der Stadt verloren. „Die Neue Fahrt ist relativ weit weg“, sagt Wilhelm Sendermann.

Der Bürgermeister erinnert sich noch genau an erste Diskussionen in Olfen, den Menschen neben den recht überschaubaren Möglichkeiten im Hallenbad eine attraktive Schwimm- und Erholungsmöglichkeit zu bieten.

Bereits 2004 informierten sich die Olfener in Lengede

„2004 war eine erste Abordnung in Lengede (bei Peine, Niedersachsen; die Red.)“, blickt Sendermann zurück. Hier wurde im Ortsteil Broistedt in den Jahren 2004/05 ein Naturbad errichtet. Als 2005 zum zweiten Mal Olfener vor Ort waren, fiel den Teilnehmern gleich das „klare Wasser“ auf. Ein wichtiger Fingerzeig für die eigenen Planungen.

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Bis zum ersten Spatenstich in Olfen sollte es aber noch einige Zeit dauern. Denn mit dem Naturbad sollte auch ein Campingplatz entstehen. Nachdem die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen waren, rollten die Bagger für das Naturbad an. Bei der Aufbereitung der Flächen stießen die Arbeiter auf sehr alte und längst vergessene Siedlungsbereiche Olfens.

Doch die Fläche im Westen der Stadt hatte viele Vorteile. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist das recht hohe Grundwasser. Bis heute wird das Naturbad mit Wasser gespeist, das aus einem Bohrloch auf dem Naturbadgelände gewonnen wird.

Neues Gebäude, neue Filteranlage, neue Möglichkeiten

Zudem ist die Fläche recht zentral gelegen. Gleichzeitig ist sie groß genug für andere Nutzungsmöglichkeiten - beispielsweise einen Campingplatz. Obwohl die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen wurden, sind die Pläne nie umgesetzt worden. Werden sie auch nicht mehr, denn jetzt plant der Grundstückseigentümer einen Wohnmobilstellplatz.

Die Stever war schon immer ein Fluss mit hohem Freizeitwert. Mit der Schaffung der neuen Strände an der Dreibogen-Brücke und an der Füchtelner Mühle sind in den vergangenen Jahren neue attraktive Stellen geschaffen worden. Ausdrücklich sollen sie aber kein Ersatz für das Freibad sein.

Die Stever war schon immer ein Fluss mit hohem Freizeitwert. Mit der Schaffung der neuen Strände an der Dreibogen-Brücke und an der Füchtelner Mühle sind in den vergangenen Jahren neue attraktive Stellen geschaffen worden. Ausdrücklich sollen sie aber kein Ersatz für das Freibad sein. © Weitzel

Das Naturbad hingegen kann in diesem Jahr bereits ein erstes Jubiläum feiern. Vor genau 10 Jahren ist es eröffnet worden. Vieles hat sich längst bewährt, in einigen Punkten hat die Stadt nachgebessert.

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In den vergangenen zwei Jahren hat die Stadt noch mal kräftig investiert. 2019 hat die Stadt ein zusätzliches Gebäude errichtet und gleichzeitig Ein- und Ausgang getrennt. Für die Stamm- und die rund 15 Saisonkräfte ergeben sich durch das neue Gebäude bessere Möglichkeiten.

Stadt wartet auf Aussage des Landes zum Betrieb von Freibädern

Die Wintermonate hat die Stadt für eine komplett neue Filteranlage genutzt. Wurde das Wasser früher in Schilf-Feldern aufbereitet, gereinigt und dann wieder zurückgepumpt ins Badebecken, so setzt die Stadt in diesem Jahr auf einen Neptunfilter.

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Wie Markus Freck von der Stadtverwaltung berichtet, sei er leistungsfähiger als der bisherige Filter. So ströme das Wasser langsamer und könne so per speziellem Granulat und Drainage besser gefiltert werden. Weiterer Vorteil gegenüber dem bisherigen Filter laut Freck: geringerer Personalaufwand.

Schwimmmöglichkeiten gab und gibt es mehrere in Olfen - dazu gehört natürlich auch der Dortmund-Ems-Kanal. Dabei ist das Schwimmen hier allerdings lediglich geduldet

Schwimmmöglichkeiten gab und gibt es mehrere in Olfen - dazu gehört natürlich auch der Dortmund-Ems-Kanal. Dabei ist das Schwimmen hier allerdings lediglich geduldet © Weitzel

Während der Filter bereits in Betrieb ist, steht ein Termin für die Baderöffnung noch nicht fest. „Wir warten auf weitere Informationen vom Land inbesondere zum Thema Hygienevorschriften“, sagt die Bad-Geschäftsführerin Daniela Damm. Aber die Richtung ist klar: „Wir freuen uns sehr, dass es eine Saison 2020 gibt.“

Wenn die Rahmenbedingungen im Detail feststehen, macht sich die Stadt an die Umsetzung. Weil die Schwimmmeister in den vergangenen Wochen „sehr fleißig waren“ - so sind beispielsweise auch die Strandkörbe aufgestellt, kann die Stadt „relativ kurzfristig“ das Naturbad öffnen.

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