Mit ihrem grauen Winterfell sind Rehe zu diesem Zeitpunkt von Autofahrern nur schwer zu entdecken. © obs
Wildunfälle

Dämmerung ist Unfallzeit: In einer Woche 36 Unfälle im Kreis Coesfeld

Die Polizei des Kreises Coesfeld registriert derzeit vermehrt Unfälle mit Wild. Schuld sei die Zeitumstellung, heißt es. Die Kreisjägerschaft Coesfeld erklärt, warum oft Rehe beteiligt sind.

Gegen sieben Uhr in der Früh geht derzeit in Olfen die Sonne auf. Nachdem in der Nacht vom 27. auf den 28. März die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt wurden, fällt die Dämmerung wieder mit dem morgendlichen Berufsverkehr zusammen. Das sorgt besonders in ländlichen Gebieten immer wieder für Unfälle zwischen Autofahrern und Wild. Nahezu täglich nimmt die Polizei im Kreis Coesfeld Wildunfälle auf – alleine 36 in der vergangenen Woche und 1308 im letzten Jahr.

Verletzte Personen gab es dabei bislang nicht. Für die Tiere – überwiegend Rehe – ende ein solcher Zusammenprall aber meist tödlich. „Das Tier hat garantiert Verletzungen unter denen es in den meisten Fällen qualvoll verendet“, erklärt die Polizei des Kreises in einer Mitteilung. Für Menschen entstehe die Gefahr vor allem durch den Reflex, einem Zusammenprall auszuweichen. „Ein Unfall mit Gegenverkehr oder der Aufprall auf einen Baum haben weitaus schlimmere Folgen als eine Kollision mit einem Reh“, erklärt die Polizei und rät, das Lenkrad festzuhalten, zu bremsen, das Licht abzublenden und zu hupen.

Rehe werden zur Zeit des Berufsverkehrs aktiv

Christiane Nöcker, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Kreisjägerschaft Coesfeld weiß, warum insbesondere Rehe an Zusammenstößen beteiligt sind: „Rehwild wird in der Dämmerung aktiv und macht sich auf den Weg zu Äsungsflächen, wo es Futter findet. Aufgrund der Zeitumstellung fällt dies nun mit dem Berufsverkehr zusammen.“ Zu Unfällen komme es, wenn die Rehe auf der Suche nach Futter Straßen überqueren und Autofahrer die Tiere bei hoher Geschwindigkeit übersehen.

Besonders häufig gebe es an Stellen Kollisionen, wo eine Straße ein Waldgebiet und eine Freifläche voneinander trennt. Denn auf Wiesen und Feldern finde das Rehwild ausreichend Nahrung. Schilder weisen auf entsprechende Gefahrenstellen hin. „Deshalb muss an solchen Passagen mit angepasster Geschwindigkeit gefahren werden“, erklärt Nöcker.

Rehwild hat den Fellwechsel noch vor sich

Hinzu komme, dass Rehe wegen ihres grauen Winterfells noch schlechter zu erkennen seien. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wechseln die Tiere ihr Fell. Das Sommerkleid der Rehe nehme dann die bekannte hellbraune Farbe an. „Wesentlich besser sieht man die Reflexion des Scheinwerferlichtes in den Augen der Tiere“, ergänzt Nöcker.

Dort, wo besonders viele Wildunfälle passieren, greift die Kreisjägerschaft mit dem Beginn der Jagdsaison ein. Regulär beginnt die Saison für Rehwild am 1. Mai. „Durch die Jagd wird der Bestand so weit reduziert, dass sich das Unfallrisiko senkt“, so Nöcker.

Und sollte es doch zu einem Zusammenprall kommen. Sollte die Unfallstelle mit Warndreieck, -Blinker und -Weste gesichert werden. Falls gefahrlos möglich, rät die Polizei, auch das tote Tier von der Fahrbahn zu entfernen. Hat sich das Tier verletzt entfernt, rufen die Beamten einen Jäger. Dieser sucht das Tier, damit es nicht qualvoll verendet.

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