Darum interessieren sich immer mehr Familien in Olfen für Sportboote

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Bootsbesitzer haben regelmäßig mit dem gleichen Vorurteil zu kämpfen: „Das ist nur ein Hobby für Millionäre.“ Stimmt nicht, sagen Experten. Die Volkshochschule liefert den Beweis.

Olfen

, 10.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein neuer Sportbootführerschein Binnen Segel/Motor startet am Montag, 20. Januar 2020 bei der VHS Lüdinghausen. An zehn Abenden vermittelt Sebastian Krimpshove grundlegenden Kenntnisse für Sportbootinteressierte im Bereich der Binnenschifffahrt auf Segel- oder Motorbooten.

Liegt das Mindestalter für Teilnehmer bei gerade einmal 16 Jahren, so sehen Branchenkenner junge Familien als wichtigste Zielgruppe. Immer mehr würden sich für den Wassersport interessieren. „Stimmt“, sagt Oliver Grote und berichtet von jungen Familien als neue Mitglieder im Vereins Yachclub Dortmund-Ems.

Der Olfener Yachthafen verfügt über 30 Liegeplätze

Nach zwei Jahren als 2. Vorsitzender hat Grote vor einem Jahr den Vorsitz des rührigen Vereins übernommen. Gerade einmal 30 Liegeplätze stehen in dem Yachthafen (Voßkamp 2 ) hier für Mitglieder und Gäste zur Verfügung.

„Bei einer Bootslänge bis zu 13 Meter ist als Liegeplatz eine Box vorgesehen, längere Yachten machen am Längssteg fest“, sagt Grote. Eine eigene Box haben seit vielen Jahren auch Ursula und Dieter Weden. Für die beiden Senioren ist das Boot mittlerweile zum „schwimmenden Wochenendhaus“ und der Yachthafen zur zweiten Heimat geworden.

Im Alter wird das Boot dann zum schwimmenden Ferienhaus

Mit großer Begeisterung erzählt Dieter Weden (85), wie seine Frau und er das idyllische Plätzchen in der Olfener Bauerschaft schätzen und liebengelernt haben. „Wir haben hier viele Stunden am Kanal gesessen, bevor wir das erste Boot gekauft haben“, sagt die gebürtige Lüdinghauserin Ursula Weden.

Später ist das Paar für rund 30 Jahre nach Dortmund gezogen, dem Hobby und Hafen sind sie aber stets treu geblieben. Längst ist Lüdinghausen wieder ihre Heimat. Nah genug, um fast täglich zum Hafen zu kommen. Auf „große See“ gehen zwar nicht mehr, aber „das Boot ist für uns zum schwimmenden Ferienhaus geworden.“

Darum interessieren sich immer mehr Familien in Olfen für Sportboote

Der beschauliche Yachthafen in Olfen © Thomas Aschwer

Ein Liegeplatz kostet für ein Jahr 700 Euro - noch

Kein gerade preiswertes Vergnügen - oder? „Die Liegeplatzgebühr beträgt für ein Jahr 700 Euro“, sagt der Vorsitzender Oliver Grote. Das sei im Vergleich zu anderen Yachthäfen recht preiswert, werde sich aber wohl im nächsten Jahr etwas erhöhen. „Die Entscheidung fällt im Februar auf der Jahreshauptversammlung.“

Wer hingegen als Tagesgast kommt, muss folgende Gebühren zahlen: Pro Nacht: 1 Euro pro Meter Bootslänge, dazu kommt eine Energie- und Servicepauschale von 3 Euro. Der Preis gilt für 2 Personen an Bord, jede weitere Person zahlt 1 Euro zusätzlich. W-Lan kostet zusätzlich 2 Euro.

Mitglieder sollen den Vereinsgedanken auch leben

Was liegt angesichts dieser Summe näher, Mitglied im Verein zu werden und damit geringere Liegekosten zu zahlen? „Es soll niemand wegen des Preises kommen“, sagt der Vorsitzende. Im Vordergrund stehe die Gemeinschaft. Mitglieder sollen den Vereinsgedanken leben. Das sei auch wichtig angesichts der verschiedensten Aufgaben.

Das vom Wasser- und Schifffahrtsamt gepachtete Gelände müsse gepflegt werden. Dazu kommen Unterhaltskosten für Wasser, Energie und Müllentsorgung. Und schließlich müssen Reparaturen und Investitionen finanziell gestemmt werden. „Wir sind deshalb auf Tages- und Dauergäste angewiesen.“

Zehn Prozent des Neupreises kostet der jährliche Unterhalt

Egal ob Mitglied oder Gast, wer gerne mit dem Motorboot unterwegs sein will, kann leicht folgende Rechnung aufmachen: Gut zehn Prozent des Neupreises kostet der Unterhalt - jährlich. Sparen lässt sich hingegen beim Bootskauf.

„Gebrauchte Motoryachten gibt es ab rund 8000 Euro“, sagt Oliver Grote. Nach oben gibt es kaum Grenzen. Auch in der Region werden Boote für 50 oder 100 Millionen Euro gebaut. Aber die sind nicht wirklich für den beschaulichen Hafen am Dortmund-Ems-Kanal gedacht.

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