Darum müssen sich langjährige Prämiensparer Sorgen um ihre Verträge machen

hzSparkasse Westmünsterland

Schlechte Nachricht für die Besitzer langfristiger Prämiensparverträge: Die Sparkasse Westmünsterland schließt Kündigungen derzeit nicht aus. Und sie wären auch rechtlich möglich.

Olfen, Nordkirchen, Ascheberg, Ahaus

, 27.08.2019, 04:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 14. Mai 2019 hat der Bundesgerichtshof ein sparkasssenfreundliches Urteil gesprochen: Danach dürfen die Institute Prämienspar­verträge kündigen, wenn die höchste Prämienstufe erreicht ist. Rund 30 Geldhäuser haben das bereits getan. Die Sparkasse Westmünsterland „sucht nach Lösungen – auch im Interesse unserer Kunden“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Aber abschließend äußern könne sie sich noch nicht. Abwarten und Tee trinken.

Das gilt nicht für alle Bereiche der Sparkasse. In einigen Bereichen hat die Sparkasse Fakten geschaffen – nicht zum Vorteil der Kunden. Wer im Ausland Geld mit der Kontokarte abhebt, muss ab Oktober einen Euro mehr bezahlen – also 4,50 Euro statt bislang 3,50 Euro. Auch Kreditkarten-Kunden werden stärker zur Kasse gebeten, wenn sie im Ausland Geld abheben wollen.

Sparkasse fordert von den meisten Kunden keine Negativzinsen

Vor zwei Jahren hatte die Sparkasse die monatliche Gebühr für das Girokonto Komfort auf 7,50 Euro erhöht – eine Steigerung um satte 25 Prozent! Und das muss offensichtlich nicht das Ende der Fahnenstange sein. Schriftlich erklärt die Sparkasse: „Die Girokonten-Grundpreise haben wir seit längerer Zeit nicht verändert. Ob und gegebenenfalls wann es eine Änderung geben wird, lässt sich aktuell nicht sagen.“

Die Sparkasse Westmünsterland hat aber auch eine gute Nachricht für ihre Kunden: Sie will sie weiterhin vor Negativzinsen schützen. Das gilt für Privat- wie für Geschäftskunden. „Wir haben diese für Privatkunden nicht eingeführt und planen dies auch nicht“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme. Damit ist sie auf Kurs des Bundesobmanns, der in einem Interview Strafzinsen abgelehnt hat.

Jahresüberschuss soll konstant bei 14,7 Millionen Euro liegen

Gleichzeitig räumt die Sparkasse ein, dass sie „bei einigen Unternehmen und institutionellen Anlegern, die besonders hohe Guthaben bei uns unterhalten, die von der EZB berechneten direkten Kosten in Höhe von 0,4 Prozent weitergibt“. Ein Gesamtkonzept, das offensichtlich aufgeht. Für die Jahre 2017 und 2018 weist die Sparkasse Westmünsterland jeweils einen Jahresüberschuss von 14,7 Millionen Euro aus.

Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand einen Überschuss auf ähnlichem Niveau. Noch höher ist nach Auskunft von Pressesprecher Robert Klein die Summe, die in die Region geflossen ist. „Mit einem Gesamtvolumen von 18,5 Millionen Euro hat die Sparkasse 2018 das Westmünsterland unterstützt. Hierin sind u.a. Spenden, Ausschüttungen der Sparkasse und der Sparkassenstiftungen, Gewerbesteuer und Sponsoring enthalten.“

Darum müssen sich langjährige Prämiensparer Sorgen um ihre Verträge machen

Die Sparkasse dreht an der Gebührenschraube. © picture alliance/dpa

Servicezeiten in den Geschäftsstellen deutlich eingeschränkt

Aber warum hat die Sparkasse gleichzeitig die Öffnungszeiten der Geschäftsstellen deutlich eingeschränkt? „Die Häufigkeit, mit der Kunden Geschäftsstellen für einfache Geldgeschäfte aufsuchen, sinkt deutlich. Diese Entwicklung haben wir bei den Servicezeiten nachvollzogen“, erklärt der Pressesprecher. Gleichzeitig betont Pressesprecher Robert Klein, dass die Sparkasse „Beratungsgespräche durchgehend zwischen 8 und 19 Uhr anbietet“.

Trend sei auch, dass viele Kunden einfache, alltägliche Geldschäfte über Online- und mobile Angebote der Sparkasse erledigen. „Diese haben wir in den letzten Monaten mit vielen Neuerungen ergänzt, zum Beispiel um kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone und der Kontokarte, Handy-zu-Handy-Zahlungen, Echtzeitüberweisungen, E-Safe im Online-Banking für persönliche Dokumente und Video-Beratung auf Wunsch.“

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