Befragung

Das wollen junge Olfener: Mitmischen für die Zukunft der Stadt

Was wollen junge Olfener? Würden sie in Olfen wohnen bleiben? Die Stadt hat die Zielgruppe zu diesen und anderen Themen befragt. Einige Antworten sind durchaus überraschend.
92 Prozent der befragten jungen Olfener fühlen sich in Olfen wohl. © Jura Weitzel (Archiv)

Junge Olfener sollen in Zukunft besser in die Stadtpolitik und Stadtentwicklung eingebunden werden. Daher hat die Stadt Olfen in Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in diesem Jahr drei Online-Befragungen der Olfener Bürger im Alter von 16 bis 35 Jahren durchgeführt. Die Stadt Olfen hat rund 13.000 Einwohner, davon sind rund 2500 Bürger im Alter zwischen 16 bis 35 Jahren. Bis dato lagen der Stadt Olfen keine genauen Erkenntnisse dazu vor, wie gesellschaftlich und politisch interessiert diese jungen Olfener Bürger sind, welche Themen sie besonders beschäftigen, welche gesellschaftlichen Probleme ihnen am Herzen liegen, welche Werte ihre Einschätzungen prägen.

In Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit Dr. Stephanie Geise entwickelte die Stadt Olfen eine Befragung der Zielgruppe. Visionen für die Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz: Das waren große Themenkomplexe, zu denen Fragen entwickelt wurden.

Hier sind einige Ergebnisse:

Zukunftsvision Olfen:

  • 92 Prozent der Befragten fühlen sich laut Studie in Olfen wohl.
  • Mit den Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sind 86 Prozent zufrieden.
  • Wenig Zustimmung bekommen die Olfener Einkaufsmöglichkeiten für sonstige Einkäufe (Kleidung, Elektronik etc.). „Hier zeichnet sich also der Wunsch nach mehr Einkaufsmöglichkeiten ab, der für Kleinstädte und Mittelzentren nicht ungewöhnlich ist“, heißt es dazu in der Studie.
  • 70 Prozent der Befragten planen, in den nächsten fünf Jahren in Olfen zu bleiben.



  • Es habe sich gezeigt, dass vor allem Personen über 25 Jahre in Olfen bleiben möchten – hier liegt der Anteil derjenigen, die die Frage mit „Ja“ beantwortet haben, bei über 80 Prozent.
  • Doch auch die jüngeren Altersgruppen planen überwiegend, in Olfen wohnen zu bleiben. Hier ist der Zustimmungsanteil mit 59 beziehungsweise 48 Prozent immer noch relativ hoch.
  • Bei der Frage, wovon es abhänge, ob sie in Olfen wohnen bleiben, haben die meisten Nennungen die Themenunterfelder Finanzierbarkeit und Verfügbarkeit von Wohnraum bekommen. Nämlich 153 Nennungen. Die jungen Olfener Bürger merkten hierbei vermehrt an, dass es an bezahlbarem Eigentum, Baugrundstücken und Mietwohnungen mangele. Ein Großteil der Befragten gab zudem an, dass der Wohnraum in Olfen für sie zu teuer sei.
  • Vor allem Pendler merkten an, dass es mehr direkte Busverbindungen zu den Städten in der Umgebung geben sollte. Es besteht außerdem der Wunsch nach einer besseren Autobahnanbindung ohne Umwege.
  • Ein freistehendes Einfamilienhaus ist die am meisten erstrebenswerte Wohnform für die jungen Olfener.
  • Am wenigsten präferiert sind Wohnformen ohne Garten, allein oder in einem Reihenhaus.

Umwelt- und Klimaschutz:

Wer hat an der Studie teilgenommen?

  • Von den rund 2500 angeschriebenen Bürgern im Alter von 16 bis 35 Jahren haben laut Dr. Stephanie Geise von der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster, die die Befragung durchgeführt und wissenschaftlich begleitet hat, insgesamt gut 900 Personen zumindest an einer der drei Befragungswellen teilgenommen.
  • Es habe sich also jeder zweite bis dritte Olfener Bürger der relevanten Altersgruppe an der Studie beteiligt.
  • Das sei auch nach wissenschaftlichen Maßstäben eine außergewöhnlich hohe Rücklaufquote.
  • Die hohe Beteiligung spreche nicht nur dafür, dass die jungen Olfener die Chance, ihre Meinung zu artikulieren, engagiert angenommen haben – sie unterstütze auch die Belastbarkeit der Befunde.
  • Die Befragten verteilten sich ausgewogen über die Altersgruppen: gut ein Viertel (27 Prozent) der Befragten war zwischen 16 und 20 Jahre alt, jeweils knapp ein Viertel (24 Prozent) liegt in der Altersgruppe 21 bis 25 Jahre bzw. zwischen 26 bis 30 Jahre und genau ein Viertel (25 Prozent) ist zwischen 31 und 35 Jahre alt.
  • Insgesamt haben mehr Frauen als Männer an der Befragung der jungen Olfener Bürger teilgenommen.
  • Rund 65 Prozent der Befragten gaben ein großes Interesse an Umwelt- und Klimaschutz an.
  • 41 Prozent geben an, dass „Anzeichen des Klimawandels für mich in Olfen und Umgebung bereits spürbar sind“; 43 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen der Klimawandel große Angst macht. Die überwiegende Mehrheit (64 Prozent) stimmt außerdem der Aussage zu, „Es beunruhigt mich, wenn ich daran denke, unter welchen Umweltverhältnissen unsere Kinder und Enkelkinder wahrscheinlich leben müssen“.
  • Die befragten jungen Olfener sehen nicht nur die Bundesregierung (87 Prozent) oder die Stadt Olfen (Städte und Gemeinden 79 Prozent) in der Verantwortung einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten – sondern fühlen sich selbst ebenso verantwortlich: 88 Prozent der befragten Bürger stimmten der Aussage „Jede(r) einzelne von uns kann durch ein umweltbewusstes Alltagsverhalten zu Umwelt- und Klimaschutz beitragen“ zu – die überwiegende Mehrheit (59 Prozent) wäre sogar bereit, den eigenen Lebensstandard für den Umwelt- und Klimaschutz einzuschränken. 40 Prozent der Befragten achten schon heute beim Einkaufen bewusst auf die Nachhaltigkeit der Produkte (zum Beispiel Umweltverträglichkeit, Langlebigkeit, keine Kinderarbeit).
  • Nur 22 Prozent der Befragten stimmen zu, dass die Stadt Olfen ausreichende Maßnahmen ergreift, um sich gegenüber den Folgen des Klimawandels (zum Beispiel Hitze, Sturm, Starkregen etc.) zu wappnen.
  • Allerdings geben auch nur 15 Prozent an, dass sie sich über Maßnahmen der Stadt Olfen zum Klima- und Umweltschutz gut informiert fühlen.
  • 70 Prozent wünschen sich Informationen über die zukünftige Strategie Olfens im Umwelt- und Klimaschutz; 69 Prozent wünschen sich Informationen über aktuelle und umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Olfen.
  • 74 Prozent halten die Unterstützung von umwelt- und klimafreundlichen Produkten und Verhaltensweisen durch die Stadt Olfen als wichtigste Maßnahme. Zudem wünschen sich 74 Prozent eine städtische Förderung von neuen Technologien und Forschung, während 69 Prozent der Bürger den Angeboten zu umwelt- und klimafreundlicher Mobilität – beispielsweise in Form von Car-Sharing, Elektro-Fahrzeugen oder Fahrgemeinschaften – eine besondere Wichtigkeit zuordneten.



  • Die persönliche Bereitschaft, sich für den Umwelt- und Klimaschutz zu engagieren, ist sehr hoch: Die überwiegende Mehrheit ist bereit, aus politischen oder ethischen Gründen (z.B. plastikfreie Produkte, Fleischverzicht etc.) auf Produkte zu verzichten (55 Prozent), würde eine Partei wählen, die sich für Umwelt- und Klimaschutz einsetzt (52 Prozent), oder sich an (Online-)Petitionen beteiligen (50 Prozent). Auch eine Beteiligung am Klimaschutzkonzept der Stadt Olfen können sich viele (40 Prozent) vorstellen. Fast jeder vierte würde sich außerdem auch aktiv in einer Umweltschutzorganisation oder bei einem Umweltschutzprojekt beteiligen.

Wie sieht die Zielgruppe den weiteren Prozess für die Zeit nach der Befragung?

  • Viele der Befragten würden sich gerne weiter bei der Ausgestaltung konkreter Maßnahmen einbringen: 62 Prozent der Befragten würden gerne in den Prozess der Maßnahmenausgestaltung eingebunden werden. 83 Prozent sind laut Studie daran interessiert, über Maßnahmen mit abstimmen zu können (etwa mithilfe weiterer Befragungen). 40 Prozent finden Online-Veranstaltungen zur Diskussion über Vorschläge wichtig, 38 Prozent würden sich wünschen, in einer Arbeitsgruppe über die Umsetzung konkreter Maßnahmen mitentscheiden zu können. Und 39 Prozent wäre sogar wichtig, an der konkreten Ausgestaltung von umsetzbaren Ideen mitzuwirken.



  • Im Bereich Freizeitgestaltung wünschten sich viele der Befragten, dass das gastronomische Angebot in der Stadt erweitert wird. Hier zeige sich aus Sicht der befragten Olfener ein Mangel an Cafés und Bars, in die man gerne in der Freizeit geht. Außerdem gebe es einen Wunsch nach mehr Freizeitangeboten für Jugendliche und nach Plätzen, an denen sie sich auch abends noch aufhalten können, ohne jemanden zu stören.
  • Viele aus der Zielgruppe wünschen die Einrichtung von Unverpackt-, Bio- oder Vortagsläden in der Stadt, (Aus-)Bau von sicheren Fuß- und Radwegen, Sperrzonen für Autos in der Stadt.

Wie geht es weiter?

Die Politik will nach Auskunft von Bürgermeister Wilhelm Sendermann im Herbst konkrete Handlungsempfehlungen, die sich aus der Befragung ergeben, beschließen. Unter Beteiligung der Olfener Bürger sollen sie dann umgesetzt werden.

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