Eichhörnchen kommen gut ohne Hilfe klar – wenn ihr Lebensraum erhalten bleibt

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Ein Eichhörnchen sammelt in einem Olfener Garten Nüsse. Warum kommen die Tiere den Menschen so nah? Sind vielleicht sogar die vergangenen Dürresommer Schuld daran?

von Carina Strauß

Olfen

, 27.02.2020, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Eichhörnchen huscht flink über die Terrasse in einem Olfener Garten. Sogar ein kleines Futterhäuschen wird ihm hier angeboten. Die Bilder, die uns ein Olfener zugeschickt hat, zeigen eine Idylle. Aber warum kommen die Tiere den Menschen eigentlich so nah? Fehlt den Eichhörnchen Nahrung wegen den vergangenen Dürresommern?

„Eichhörnchen kommen gut ohne uns klar, wenn wir nicht ihre Lebensgrundlage zerstören“, sagt Birgit Königs, Sprecherin des Nabu NRW. Aber besonders vom Menschen durchgeführte Fällaktionen können den Lebensraum der Eichhörnchen einschränken. Denn: „Eichhörnchen brauchen alte Bäume mit Höhlen als Brut und Schlafplatz“, sagt Königs. Aber diese werden immer häufiger gefällt.

Die Eichhörnchen würden in Siedlungen und Städten mittlerweile bessere Lebensbedingungen vorfinden als im Wald. Und so kommen die Eichhörnchen immer häufiger auch in die Gärten, wie das Exemplar auf den Bildern in Olfen.

Eichhörnchen bevorzugen lichte Wälder mit alten Laubbäumen als Lebensraum. Da diese aber immer seltener werden, kommen die Eichhörnchen mittlerweile auch vermehrt in Siedlungen und Städten. Wie dieses Exemplar in Olfen.

Eichhörnchen bevorzugen lichte Wälder mit alten Laubbäumen als Lebensraum. Da diese aber immer seltener werden, kommen die Eichhörnchen mittlerweile auch vermehrt in Siedlungen und Städten. Wie dieses Exemplar in Olfen. © Werner Zempelin

Eichhörnchen sind an Klimabedingungen angepasst

Die Klimabedingungen in Deutschland dagegen seien weniger problematisch für die kleinen Tiere als der Schwund ihres Lebensraumes, sagt Birgit Königs. Obwohl es nach dem Dürresommer 2018 zu schlechten Nussernten mit vielen hohlen Nüssen gekommen sei, sei die Lebensgrundlage der Tiere nicht gefährdet gewesen, erklärt Birgit Königs.

Denn Eichhörnchen fressen nicht nur Nüsse. Auch Knospen, Beeren, Bucheckern oder Fichtenzapfen gehören auf ihren Speiseplan. Und auch manche Vogelnester werden von ihnen geräubert. In den Dürresommern 2018 und 2019 sei es dagegen besonders wichtig gewesen, Wasser rauszustellen, so Königs weiter.

Auch die warmen Winter sind für die Eichhörnchen grundsätzlich kein Problem. Sie halten zwar Winterruhe aber keinen Winterschlaf. „Sie sind zwischendurch immer wieder aktiv und finden auch ihre Vorräte wieder“, erklärt Birgit Königs. Was den Eichhörnchen eher zu schaffen mache, seien Stürme. Dann könne der Schlafkobel vom Baum geweht werden oder Bäume mit Eichhörnchen-Nestern umfallen.

Eichhörnchen nehmen gerne bereitgestellte Futterquellen an- sind aber nicht darauf angewiesen.

Eichhörnchen nehmen gerne bereitgestellte Futterquellen an- sind aber nicht darauf angewiesen. © Werner Zempelin

Und was kann jeder von uns für die Eichhörnchen tun?

„Im Prinzip brauchen die Eichhörnchen keine Hilfe“, sagt Birgit Königs. Wer den Eichhörnchen trotzdem etwas Gutes tun möchte, könne das mit einem naturnahen Garten in dem heimische Kräuter und Sträucher wachsen. Eichhörnchen freuen sich zum Beispiel immer über Haselnusssträucher oder Walnussbäume.

Über Futterhäuschen wie das in Olfen freuen sich die Tiere natürlich und nehmen die angebotenen Nüsse auch gerne an. Aber die Eichhörnchen seien nicht davon abhängig.

„Eichhörnchen werden zwar nur selten zutraulich, können aber gut beobachtet werden“, sagt die Nabu-Sprecherin. Auch deswegen würde es sich lohnen, heimische Sträucher im Garten zu pflanzen, um die kleinen Tiere anzulocken.

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