Einbrecher hinterlassen in drei Olfener Kindergärten Spur der Verwüstung

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Gleich drei Kindergärten in Olfen sind in der Nacht zu Mittwoch von Einbrechern heimgesucht worden. Eine schwierige Aufgabe für die Polizei - und auch für die Erzieherinnen in den Kitas.

Olfen

, 17.04.2019, 14:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Großer Schreck in den Morgenstunden und das gleich dreifach: In das Evangelische Familienzentrum Arche Noah, den DRK-Kindergarten Traumland am Eckernkamp und den Kindergarten „An der Appelstiege“ der Jugendhilfe Werne am Reiner-Klimke-Weg sind in der Nacht zu Mittwoch Einbrecher eingedrungen. Sie hinterließen eine Spur der Verwüstung und sorgten vor allem für viele Fragen bei den Kindern. „Eltern und Kinder haben aber besonnen reagiert.“

Bei der Bewältigung der Situation erwies sich am Mittwoch als sehr positiv, dass nur 20 Kinder am Morgen zum Kindergarten gekommen waren. Eigentlich besuchen 82 Kinder die Einrichtung, aber in den Ferien sind es natürlich deutlich weniger. Kreis-DRK-Vorstand Christoph Schlütermann betonte auf Anfrage dieser Redaktion, dass ein Kindergarten ein „besonderer Schutzraum ist, der jetzt mit Füßen getreten worden ist“.

Kinder gehen erst einmal auf einen Spielplatz

Deshalb werde der Einbruch mit den Kindern auch pädagogisch aufgearbeitet. „Eine Fachberatung ist vor Ort.“ Erste Maßnahme am Mittwoch war, dass die Erzieherinnen mit den Kindern zum nahe gelegenen Spielplatz gegangen ist. „So wurde auch die Polizei nicht gestört“. Bis etwa 10 Uhr sei die Spurensicherung vor Ort gewesen. Die Beamten hatten viel aufzunehmen.

Nach Einschätzung des DRK war es so, dass der oder die Täter zunächst versucht haben, die Eingangstür aufzubrechen. Als das misslang, hebelten sie ein Fenster auf. Bei der Suche nach wertvollen Dingen und Bargeld brachen sie mehrere Zimmertüren auf. Aus dem Büro entwendeten sie eine Barkasse. „Es handelt sich um einen nicht nennenswerten Betrag.“ In „erheblichem Umfang“ haben die Diebe jedoch Hardware (Computer etc.) entwendet. Und die Ausstattung ist auch im Kindergarten mittlerweile groß, weil - so Schlütermann - „der Umgang mit digitalen Medien wichtig ist.“

Seltsames Diebesgut

In der Kita an der Appelstiege gehören laut Einrichtungsleitung Tim Köhler ein Lautsprecher, eine Kamera und ein Babyfon zu „den seltsamen Dingen, die geklaut wurden.“ Son

st hätten die Täter zumindest auf dem ersten Blick nichts gestohlen. In der Kita hatten sich die Einbrecher ebenfalls vor allen Dingen in den Büroräumen zu schaffen gemacht, allerdings brachen sie alle Türen der Kita gewaltsam auf, so Köhler. Reinigungskräfte entdeckten den Einbruch gegen 7 Uhr, noch bevor die Kita geöffnet war. Die Kinder trafen sich zunächst im Bewegungsraum. Später gab es einen Morgenkreis, „dabei zeigte sich, dass der Einbruch für viele Kinder ein Thema war“, so Tim Köhler.

In der Kita Arche Noah hatte eine Erzieherin um kurz vor 7 Uhr am Morgen bemerkt, dass etwas komisch war und sofort die Polizei angerufen, sagt die stellvertretende Leiterin Lisa Busche. Zunächst seien auch Kinder nach Hause geschickt worden, weil nicht ganz klar gewesen sei, welchen Schaden die Einbrecher angerichtet hätten. Gegen 10.15 Uhr sei aber dann der Betrieb normal aufgenommen worden, so Busche. Auch hier wurden vor allen Dingen elektronische Geräte gestohlen, Laptops und Digitalkameras. „Bargeld haben wir hier sowieso nicht“, so Lisa Busche. Allerdings hätten alle verschlossenen Türen wohl auf die Einbrecher anziehend gewirkt, selbst der verschlossene Turnhallenschrank sei aufgebrochen worden. Die Zerstörung habe sich aber in Grenzen gehalten, sagt Lisa Busche.

Kindergärten haben in der Regel keine Alarmanlage

Der DRK-Vorstand befürchtet, dass sich der Schaden auf eine fünfstellige Summe belaufen wird. Bereits am Mittwoch waren Handwerker vor Ort, um die Schäden aufzunehmen. Der Kindergarten ist übrigens bereits zum zweiten Mal von Einbrechern heimgesucht worden. Bereits in 2014 waren Einbrecher in die Einrichtung eingedrungen. „Es gibt erstaunlich viele Einbrüche in Kindergärten“, sagt Polizei-Pressesprecher Rolf Werenbeck-Ueding. Aus Sicht von Christoph Schlütermann wissen die Täter, dass nachts niemand in den Einrichtungen ist. Und Alarmanlagen gebe es auch nicht. Auch aus Kostengründen.

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