Einstimmiger Beschluss: Notebook-Zeitalter soll enden an der Gesamtschule Olfen

hzGesamtschule Olfen

Ein Schüler an der Gesamtschule Olfen ohne Notebook? Eigentlich unvorstellbar! Doch jetzt könnte die Schule einen gravierenden Wechsel vollziehen. Erste Entscheidungen sind getroffen.

Olfen

, 11.03.2020, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Shervin Azarvan ist im Hauptberuf Lehrer am städtischen Gymnasium Würselen. Hier unterrichtet er die Fächer Deutsch, Englisch, Informatik, Praktische Philosophie und Theater. Vor einigen Tagen hat er eine „ganz besondere Klasse“ unterrichtet - Lehrerinnen und Lehrer der Wolfhelm-Gesamtschule.

Azarvan gehört als Medienberater dem Kompetenzteam der Städteregion Aachen an. Er berät und unterstützt Schulen bei der Nutzung von iPads. Den Kolleginnen und Kollegen der Gesamtschule Olfen-Datteln hat er beispielsweise gezeigt, wie iPads effektiv im Englisch-Unterricht eingesetzt werden können.

Schulen sollen einen Medienentwicklungsplan erarbeiten

Die Fortbildung durch Azarvan und andere iPad-Experten war ganz bewusst gewählt. Die Gesamtschule Olfen beschäftigt sich aktuell mit der Frage der digitalen Endgeräte. War sie vor knapp einem Jahrzehnt Vorreiter beim konsequenten Einsatz von Notebooks, so gehen aktuell andere Schulen einen anderen Weg. Sie setzen auf Apple-Produkte.

„Alle Schulen haben einen Medienentwicklungsplan auf den Weg zu bringen“, hatte Schulleiter Dr. Jerome Biehle bei der Eröffnung des Fortbildungstages gesagt. Er verwies dabei auf die Initiativen von Bund und Land sowie auf das Konzeptpapier im Kreis Coesfeld mit der Überschrift „Lernen im digitalen Wandel“.

Konzeptpapier des Kreises Coesfeld empfiehlt iPads

„Das Lernen im digitalen Wandel stellt derzeit im Zusammenspiel von Schulen und Schulträgern die zentrale Herausforderung dar. Von schulischer Seite gilt es, die Thematik pädagogisch in Medienkonzepte zu verankern und zu verstetigen“, heißt es in dem Papier.

Der Kreis Coesfeld geht in seinen Ausführungen so weit, dass er nicht nur für den Einsatz von Tablets wirbt, sondern sich ganz konkret für einen Hersteller ausspricht. „Wir sind der Meinung, dass ein iPad den Anforderungen, die wir stellen, am besten entspricht und nicht weil es ein Gerät von Apple ist“, heißt es wörtlich in dem Papier.

Bei einer internen Fortbildung haben Lehrer Geräte getestet

Eine Ansage, die die Wolfhelm-Gesamtschule schon seit geraumer Zeit beschäftigt. Zwar sprach Biehle bei der Fortbildungsveranstaltung von „einer Empfehlung“ und sagte, „dass nichts bereits feststeht“. Gleichwohl haben sich die Lehrerinnen und Lehrer an einem internen Fortbildungstag intensiv mit dem Gerät und den Möglichkeiten beschäftigt. Mittlerweile hat das Thema auch auf der Tagesordnung der verschiedenen Schulgremien gestanden.

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Mit recht klaren Ergebnissen. Bei einer Abstimmung unter den 101 Kolleginnen und Kollegen gab es 10 Enthaltungen und 10 Gegenstimmen für den Umstieg auf iPads. Noch deutlicher waren die Ergebnisse in der Schulpflegschaft (einstimmig bei einer Enthaltung) und in der Schulkonferenz (einstimmig). Wirklich beschlossen ist damit noch nichts.

Politische Gremien der Stadt entscheiden über Umstieg

Der Schulträger - also die Stadt Olfen - entscheidet am Ende darüber, ob sie einen sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen will, um alle Lehrerinnen und Lehrer sowie alle Schülerinnen und Schüler mit einem iPad auszustatten. Neben der Grundsatzfrage sind auch Vertragsinhalte festzulegen.

Die Verantwortlichen der Schulen haben hingegen die pädagogischen Fragen im Blick. Für den Umstieg auf iPads spricht nach Aussage von Schulleiter Jerome Biehle die Schnelligkeit der Geräte. Weil Notebooks erst hochfahren müssen, stelle sich in der täglichen Arbeit immer wieder die Frage, ob sich der Zeitaufwand lohne.

Allerdings ganz verzichten möchte die Wolfhelm-Gesamtschule auf die Geräte nicht. Um den Europäischen Computerführerschein absolvieren zu können, benötige die Schule zwei Klassensätze. Jetzt ist die Politik an der Reihe. Sie berät ab dem 24. März das Thema.

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