Mit dem Neubau der gesperrten Lippebrücke bei Ahsen kann voraussichtlich noch in der zweiten Jahreshälfte 2021 begonnen werden. © Arndt Brede
Lippebrücke Ahsen

Gesperrte Lippebrücke Ahsen: Wann fließt endlich wieder der Verkehr?

Die Lippebrücke bei Ahsen ist seit dem 13. April 2018 auf Grund von Einsturzgefahr komplett gesperrt. Seitdem zwingt diese Maßnahme den Verkehr über kilometerweite Umwege. Das ändert sich bald.

Es war eine sogenannte Mitteilung der Verwaltung, die Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann am Dienstagabend, 22. Juni, in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Ende des öffentlichen Teils verkündete: Alle Genehmigungen zum Neubau der Lippebrücke bei Datteln-Ahsen liegen vor. Der Förderbescheid werde übergeben. „Das ist eine gute Nachricht“, erklärte der Bürgermeister. Und er meinte zum einen, dass mit der Fertigstellung die Umwege auch für Olfener Bürger Geschichte sein werden, zum anderen, dass danach dann der Neubau der Lippebrücke bei Vinnum beginnen könne. Denn auch die ist marode und das Problem sollte, so ist die Meinung von Experten, dringend angepackt werden, ehe die Probleme noch größer werden. Gleich zwei Sperrungen von Lippebrücken – nämlich der bei Ahsen und der bei Vinnum – als wichtige Zufahrten ins Ruhrgebiet wollen die Beteiligten nach wie vor vermeiden.

Was bedeutet die aktuelle Nachricht nun für den Zeitplan? Sind mit der Übergabe des Förderbescheides für die Lippebrücke Ahsen alle Hürden überwunden? Diese und andere Fragen haben wir der Pressestelle des Kreises Recklinghausen gestellt, der mit dem Kreis Coesfeld in der Angelegenheit kooperiert.

Voraussetzungen für Neubau sind geschaffen

Geantwortet hat der Redaktion der Sprecher des Kreises Recklinghausen, Tim Deffte. „Die Voraussetzungen für die Realisierung des Brückenabrisses und des Neubaus der Brücke sowie der angrenzenden Straßenbaumaßnahmen sind geschaffen.“ Dazu zähle unter anderem die Radwegeführung auf der Seite des Kreises Coesfeld.

Die Bauarbeiten unterliegen einem EU-weiten Vergabeverfahren. Wie ist der Stand der Dinge? Sind die Pläne, in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres mit dem Neubau zu beginnen, noch realistisch? „Das Projekt ist hochkomplex und beinhaltet eine Vielzahl von Einflussfaktoren, die berücksichtigt werden müssen“, erläutert Deffte. „Dies sind die aktuellen Auswirkungen der Pandemie wie zum Beispiel die Verfügbarkeiten von Baumaterialen und allgemeinen Kostensteigerungen im Bausektor oder auch Speditionskapazitäten bei Zulieferbetrieben etc..“ Der Kreis Recklinghausen betreibe dazu ein Risikomanagement.

Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte 2021 realistisch

Mit der Vergabestelle des Kreises Recklinghausen sei abgestimmt worden, dass die Zuschlagsfrist für die Aufträge am 6. September dieses Jahres ende.

„Ob und wie viele Bieter Angebote – und vor allem zu welchem Preis – abgeben werden, wird das Vergabeverfahren zeigen“, sagt Pressesprecher Deffte. Der Kreis könne dem Ergebnis der Auftragsvergabe nicht vorgreifen, halte aber einen Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte nach wie vor für realistisch.

Wann genau beginnt der Neubau? „In den Vergabeunterlagen sind die entsprechenden Fristen verbindlich festgehalten. Danach ist mit der Ausführung unverzüglich nach Auftragserteilung zu beginnen.“

Ist der Plan, die Brücke Mitte 2022 freizugeben, noch zu halten? Auch dies sei in der Vergabe vorgeschrieben, berichtet Tim Deffte. „Demnach ist die Leistung abnahmereif fertigzustellen innerhalb von 410 Werktagen nach dem vereinbarten Beginn der Ausführung.“

Wie hoch sind die Gesamtkosten des Neubaus inklusive der Förderung? Müssen Olfen und Datteln Eigenanteile zahlen? Tim Deffte dazu: „Insgesamt beträgt das Bauvolumen 5.806.000 Euro. Kalkuliert wird mit einer Förderung in Höhe von 75 Prozent. Die Städte Olfen und Datteln zahlen keine Eigenanteile.“

Die Lippebrücke bei Ahsen wird zwei Fahrspuren für Kraftfahrzeuge und eine eigene Spur für Fußgänger und Radfahrer bekommen.

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Redaktion Selm
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