Wie die Stadt Olfen bei der Planung des neuen Gewerbegebiets viel Geld gespart hat

hzGewerbegebiet Olfen-Ost II

Es geht voran mit der Erweiterung des Gewerbegebiets Olfen-Ost. Olfen-Ost II heißt es genau. 18 Hektar groß ist es. Eine weitere Zahl ist sehr wichtig.

Olfen

, 29.07.2019, 04:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Planverfahren für die Erweiterung des Gewerbegebiets Olfen-Ost hat laut Wirtschaftsförderer Christopher Schmalenbeck Ende 2014 begonnen. „Jetzt wird dort kräftig gebuddelt.“ Die ersten Kanäle liegen schon und Schmalenbeck ist vorsichtig optimistisch, dass 2020 im Gebiet nicht nur die ersten Straßenarbeiten begonnen werden können, „sondern dass auch die ersten Kräne und Bagger die ersten Gewerbehallen und Ähnliches errichten“.

Daten stimmten nicht

Eher überraschend kam für die Stadt bei der Erschließungsplanung heraus, dass die Daten für die Hauptwasserleitung, die mitten durchs Gebiet läuft, nicht ganz stimmten, wie Schmalenbeck sagt. Die Daten waren der Stadt vom Betreiber der Leitung, Gelsenwasser, geliefert worden. „Da gab es teilweise Abweichungen von einem knappen Meter.“ Bei der Größenordnung hört sich das nicht viel an. „Aber es ist eigentlich genug, um die Verkehrsflächen anpassen zu müssen.“ Denn die Verkehrsflächen sollen über dieser Hauptwassserleitung liegen, „damit sie für Wartungsarbeiten auch erreichbar ist und nicht unter den Gewerbegrundstücken liegt, wo man dann keine Halle mehr darauf bauen könnte“.

Keine kleinteilige Erschließung

In der weiteren Planung und in Gesprächen mit interessierten Unternehmen sei herausgekommen, dass Wendehämmer, die im Gebiet vorgesehen waren, nicht notwendig sein werden. „Kleinteilige Erschließung, wie sie angedacht war, ist nicht mehr nötig, was dazu führt, dass wir die Haupterschließungsstraße begradigen können.“ Diese Änderung im Bebauungsplanverfahren haben Bauausschuss und Rat mittlerweile beschlossen.

Die Folgen dieser vermeintlichen planerischen Kleinigkeit: Die Stadt gewinne vermarktbare Fläche und spare viel Geld an Erschließungskosten, so Schmalenbeck. Bürgermeister Wilhelm Sendermann wird konkreter: „Wir sind in der Lage, mit dieser Bebauungsplanänderung rund eine halbe Million Euro an Erschließungsaufwand zu sparen. Wir müssen die Wasserleitung nicht umlegen. Die ist groß. Die ist nicht nur für Olfen, sondern für das südliche Münsterland.“

Bis Herbst werde die Stadt im Besitz aller Flächen in dem Gebiet sein. Bis Anfang nächsten Jahres werde auch die Erschließung abgeschlossen sein.

Gespräche laufen mit interessierten Unternehmen

Eine großen Vermarktungserfolg hatte die Stadt jüngst vermeldet: Die Kordel Antriebstechnik GmbH (Dülmen) hat ein riesiges Grundstück im Olfener Gewerbegebiet gekauft. Es geht um ein 4,9 Hektar großes Grundstück im Gewerbegebiet Olfen-Ost II – direkt am Kreisverkehr im Anschluss an das Übergangsheim. Geschäftsführer Christoph Kordel hatte erklärt, dass ein erster Spatenstich 2020 denkbar sei. Die Stadt ist in Gesprächen mit weiteren ansiedlungswilligen Unternehmen.

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