Henrichmann (CDU) über Bauernproteste: „Immer wieder als Buhmänner der Nation abgestempelt“

Bauernprotest

Tausende Bauern haben sich am Dienstag auf den Weg nach Berlin gemacht, um gegen die Agrarpolitik der Regierung zu demonstrieren. Der Abgeordnete Marc Henrichmann versteht ihren Frust.

Olfen, Nordkirchen

, 27.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Henrichmann (CDU) über Bauernproteste: „Immer wieder als Buhmänner der Nation abgestempelt“

Am Rande der Demo traf Marc Henrichmann (2.v.l.) auf Bernd (r.) und Susanne Strätker, Lohnunternehmer aus Nottuln-Darup, sowie Mitorganisator Hendrik Meier aus Münster-Nienberge. © Henrichmann

Tausende Landwirte haben am Dienstag in Berlin demonstriert. Marc Henrichmann, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Coesfeld-Steinfurt II war von dem Engagement beeindruckt: „Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten gute und wertvolle Arbeit“, betonte der CDU-Politiker in einer Pressemitteilung. Er kam am Reichstag mit Demonstranten aus dem Münsterland ins Gespräch. Deren Frust könne er gut verstehen, sagt er: „Sie haben es nicht verdient, immer wieder pauschal als Buhmänner der Nation abgestempelt zu werden“.

Bauern möchten, dass mit ihnen, nicht über sie geredet wird

„Wir möchten, dass man nicht über uns, sondern mit uns redet“, hatten die Landwirte aus dem Kreis Coesfeld im Vorfeld erklärt. „Wir wollen der Politik erklären, dass es so nicht weitergehen kann“, hatte zum Beispiel der Olfener Landwirt Philipp Himmelmann unserer Redaktion gesagt.

Henrichmann sagt, dass die CDU ein offenes Ohr für die Landwirte habe: „Die CDU nimmt die Sorgen der Landwirte ernst und steht an ihrer Seite“, versicherte er. Die Richtung habe auch der Bundesparteitag vorgegeben: Grundwasser- und Insektenschutz seien nur gemeinsam mit der Landwirtschaft möglich, nicht gegen sie. Die vielen Familienbetriebe bräuchten eine Zukunft.

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Wie eine Tsunami-Welle

Auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner (ebenfalls CDU) mahnte mehr Verständnis für die Lage der Landwirte an. „Sie haben es satt, aus städtischer Perspektive belehrt zu werden, wie Landwirtschaft auszusehen hat“, sagte sie in der Etatdebatte im Bundestag, die parallel zur Demo im nahen Reichstagsgebäude stattfand. Allerdings betonte Klöckner zugleich, strengere Düngeregeln müssten umgesetzt werden, um EU-Strafzahlungen wegen zu viel Nitrats im Grundwasser zu verhindern.

SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch sagte am Dienstag in der Etatdebatte im Bundestag, das EU-Subventionssystem müsse von Masse auf Klasse umgestellt werden. Die Grünen-Abgeordnete Renate Künast kritisierte, nach jahrelanger Untätigkeit beim Umwelt- und Tierschutz kämen nun Regeln „wie eine Tsunami-Welle“ auf die Bauern zu.

mit Material von dpa

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