Schon seit einigen Jahren sind Hochbeete im Trend. Rita Lohmann von der Gärtnerei Lohmann in Vinnum erklärt, was dahintersteckt und was es bei der Hochbeet-Bepflanzung zu beachten gilt.

von Maria Niermann

Vinnum

, 05.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nicht nur Kleidung, Schuhe, Frisuren sind der Mode unterworfen. Auch die Arbeit im Garten, die Methoden, das Werkzeug unterliegen dem Zeitgeist. Ein Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten ist, ist das Hochbeet. Wer mit Garten-Liebhabern spricht, wer durch eine Schrebergarten-Anlage wandert, wer Kataloge wälzt oder eine Gärtnerei besucht – am Hochbeet kommt niemand vorbei.

Arbeit am Hochbeet beginnt mit viel Vorlauf

„Eigentlich ist das Hochbeet ein Nachfolger des früheren Mistbeetes. Die Idee ist das frühe Pflanzen und Säen“, sagt Rita Lohmann von der Gärtnerei Lohmann in Olfen-Vinnum. Mit der ausgebildeten Diplom-Ingenieurin für Landschaftsarchitektur sprechen wir über diesen Trend. Wir wollen mit der Fachfrau klären, wie ein Hochbeet angelegt wird und was es so beliebt macht.

„Im Grunde ist jetzt überhaupt nicht der richtige Zeitpunkt, um über die Anlage eines Hochbeetes zu sprechen.“ Das ist schon mal die erste erhellende Information. Wieso das denn? Ist nicht gerade Ende April, Anfang Mai ein guter Zeitpunkt, um über den Garten zu sprechen? So weit, so richtig. Aber, die Arbeit am Hochbeet beginne schon viel früher, nämlich im Herbst des Vorjahres, erfahren wir.

Warmes Klima erzeugen

Das Hochbeet, vor dem wir in Vinnum an der Borker Straße stehen, ist 90 Zentimeter hoch. Und, wie gesagt, die Arbeit beginnt im Herbst. Dann nämlich wird das Hochbeet gefüllt mit einer Schicht aus Baum- und Strauchschnitt. „Das, was im Herbst - wenn der Garten winterfest gemacht wird - im Garten anfällt“, sagt Rita Lohmann. Diese Schicht sorgt für Belüftung und Verrottung im Beet. Darüber werden dann Grün-Abfälle und Laub geschichtet. Nachdem diese beiden Lagen festgetreten wurden, wird normale Gartenerde ins Beet geschaufelt. Dann folgt eine Schicht aus reifem Kompost. Die letzte Lage sollte Blumenerde oder Mutterboden sein, in die gesät und gepflanzt wird.

Üppig wachsen Salat und Gemüse in den Hochbeeten.

Üppig wachsen Salat und Gemüse in den Hochbeeten. © Maria Niermann

„So haben wir ein warmes Klima geschaffen, in das wir deutlich früher Samen aussäen oder auch vorgezogene Pflanzen setzen können.“ Das ist also die Grundidee eines Hochbeetes. Die Vorgänger des Hochbeetes - die Mist-, bzw. Frühbeete - waren häufig angeschrägt. Sie wurden mit Glasscheiben abgedeckt, um ein noch wärmeres Klima zu erzeugen. Das sei auch bei den heutigen Hochbeeten möglich, sagt Rita Lohmann. Bei Lohmanns haben einzelne Hochbeete einen Metallbügel, über die eine Folie gespannt werden kann, um die Pflanzen bei drohendem Frost zu schützen.

Die Bepflanzung ist eine Wissenschaft für sich

Bei der Bepflanzung beziehungsweise der Aussaat sind die Vorlieben und Abneigungen der unterschiedlichen Kulturen zu beachten. „Das ist eine Wissenschaft für sich“, sagt Rita Lohmann. Erfahrene Gärtner wissen natürlich, dass Kohl niemals auf Kohl folgen darf, dass sich Möhren gut mit Lauch vertragen oder dass Radieschen keine Gurken mögen.

„Bei der Anlage sollte man schon einen Plan im Kopf oder noch besser auf dem Papier haben, damit man keine böse Überraschung erlebt“, sagt Rita Lohmann. Übrigens hat die Gärtnerei Lohmann eine Aufstellung über all die Vorlieben und Abneigungen von Gemüsepflanzen erstellt, die sicherlich sehr hilfreich sein kann.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Die bauliche Ausführung der Hochbeete ist sehr variantenreich. Höhe, Flächenmaß, aus Paletten, geflochtenem Haselnuss, aus Lärchenholz-Brettern, auf dem Erdboden, in den ausgekofferten Boden - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, sagt Rita Lohmann. Die Hochbeete können selber gebaut werden, nach eigenen Ideen, mit einem Bausatz oder komplett fertig gekauft werden.

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Neben der Grundidee der möglichen frühen Aussaat, beziehungsweise des frühen Pflanzens, biete das Hochbeet weitere Vorzüge: Die Arbeit im Hochbeet ist rückenschonend, das Hochbeet ist Schnecken-unfreundlich, und es erlaubt einen einfachen Schutz vor Wühlmäusen. „Und dann ist ein Hochbeet für jeden Garten auch ein Hingucker“, meint Rita Lohmann.

Hochbeete sind schon seit einigen Jahren gefragt.

Hochbeete sind schon seit einigen Jahren gefragt. © Maria Niermann

Ein wichtiger Hinweis dürfe aber nicht vergessen werden - das sei die mögliche Trockenheit. Ein Hochbeet müsse deutlich mehr gegossen werden als der normale Garten. „Das Hochbeet ist eben der Sonne, der Temperatur aber auch dem Wind extrem ausgesetzt. Das muss wirklich bedacht werden. Ansonsten vertrocknet der schöne Hoch-Garten.“

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