„Ich bin nur eine kleines Rad“: Das ist der Bürgerpreis-Kandidat Heiner Dieckmann

hzBürgerpreis Olfen 2019

Der Olfener Heiner Dieckmann - unter anderem Vorsitzender des Asylkreises Olfen - ist einer der drei Kandidaten, die 2019 den Olfener Bürgerpreis gewinnen könnten. Ein Porträt.

Olfen

, 23.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Hause sitzen und Däumchen drehen. Das ist nichts für Heiner Dieckmann. War es noch nie, sagt der Olfener, während er entspannt in seiner Küche sitzt. Das ist ein Grund - aber sicherlich nicht der einzige - warum das Ehrenamt in seinem Leben eine große Rolle spielt.

Im Aslykreis engagiert er sich seit 2013 für Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und in Olfen Zuflucht und Integration suchen. Im Team von ProOrgano hat er daran mitgewirkt, dass die Olfener Vituskirche eine neue Orgel bekommt. Im Arbeitskreis Orgelmusik arbeitet er auch jetzt, wo die Orgel schon angeschafft ist, mit an der Endfinanzierung. Er war zwölf Jahre (1977 bis 1989) für die CDU im Olfener Stadtrat, mehrere Jahre im Pfarrgemeinderat, ist Seniorenmessdiener und Tourenleiter des SuS Radlertreffs. Kurz: ein Ehrenamtler durch und durch. Und sicher der Grund, warum Heiner Dieckmann 2019 für den Bürgerpreis der Bürgerstiftung Olfen vorgeschlagen wurde.

Reaktion auf Nominierung für den Bürgerpreis

„Freudig überrascht“ habe er auf die Nachricht von der Nominierung reagiert, die per Telefonanruf von Agnes Himmelmann von der Bürgerstiftung ins Haus kam. „Natürlich freut man sich immer, wenn Leistung anerkannt wird“, sagt er.

Eins ist ihm dabei aber wichtig. „Ich bin immer nur ein kleines Rad“, sagt er und verweist mit Blick auf alle Vereine und auf alles bürgerschaftliche Engagement, an dem er sich beteiligt hat, auf das Team, das zusammen an den Zielen gearbeitet hat und arbeitet. „Da machen andere mindestens genauso viel“, betont er.

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Der 68-jährige Bahnmitarbeiter im Ruhestand ist Vater von drei erwachsenen Kindern und stolzer Opa von fünf Enkeln. Für das Ehrenamt nimmt er sich, so schätzt er, mindestens 30 Stunden in der Woche Zeit. Für ihn ist das kein Opfer, sagt er. Sondern einfach wichtig.

Den Vorsitz beim Asylkreis Olfen zum Beispiel habe er angetreten, weil er einfach betroffen war, von dem Schicksal der Menschen. „Man muss sich ja nur in ihre Lage versetzen: Was würde ich in ihrer Lage tun. Und wie wäre ich dankbar, wenn mir jemand hilft...“, sagt Heiner Dieckmann.

Die Schlüssel zur Integration

Sprache, Wohnung, Arbeit: Das sind seiner Meinung nach die Schlüssel zur Integration in Deutschland. Und daran arbeitet das Team des Asylkreises zusammen mit den Flüchtlingen in Olfen. Dabei, so sagt es Heiner Dieckmann, gibt oft viele Steine, die im Weg liegen. Die auch nicht immer einfach zu beseitigen sind.

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Aber die Arbeit lohne sich. Erst recht, wenn man dann die Ergebnisse sehe. So wie diesen Sommer, als Heiner Dieckmann eine Mutter zum Flughafen nach Düsseldorf fuhr, die dort nach drei Jahren Trennung ihre Kinder - 6, 9 und 14 Jahre alt - endlich wieder in die Arme schließen konnte. „Das war so emotional“, sagt Heiner Dieckmann.

Die Dankbarkeit, die das Team des Asylkreises für ihre Arbeit zurückbekäme: Die sei auf jeden Fall die ganzen Wochenstunden wert. Das Lächeln der Menschen, denen er habe helfen können: „Das sagt mehr als alles andere.“

Die Bedeutung des Ehrenamtes in der Gesellschaft

Das Geld, das mit den Gewinn des Bürgerpreises verbunden ist, wird Heiner Dieckmann auf gar keinen Fall für sich selbst behalten. „Keinen Pfennig“, sagt er lachend. Er möchte es in den Asylkreis stecken. „Wir machen jedes Jahr einen Dankeschön-Abend“, sagt er, dafür könne es sicher gebraucht werden. Als Wertschätzung für alle, die in dem Kreis mitarbeiten. „Ein Staat kann ohne so ein Gemeinwesen nicht funktionieren“, hebt er die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Und eines kommt für ihn noch dazu. „Es macht Spaß.“

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