Karneval in Olfen: So reagiert der Kitt-Vorstand in Corona-Zeiten

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Wie jeck die kommende Karnevalssession in Olfen wird, dazu wagt Kitt-Präsident Matthias Kortenbusch keine Prognose. Corona könnte den Narren den Spaß verderben. Doch der Chef bleibt gelassen.

Olfen

, 15.08.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind noch sechs Monate bis Karneval. Wie sich die Corona-Krise bis dahin entwickelt, ist ungewiss. Klar ist allerdings, dass es zurzeit steigende Infektionszahlen gibt. Der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises hat NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet bereits aufgefordert, den Karneval 2021 komplett abzusagen.

Für Matthias Kortenbusch, Präsident der Karnevalistischen Gesellschaft Kitt Olfen, ist die Situation momentan wie ein Blick in die Glaskugel. Mit seinen Vorstandskollegen hat er abgesprochen, die Entscheidung für oder gegen das jecke Treiben während der nächsten Sitzung Mitte Oktober zu treffen. Bis dahin hieße es abwarten. Er glaubt, dass das Thema „von ganz oben“ entschieden werde. „Das trifft ja viele Vereine“, sagt Kortenbusch.

Ausfall wegen des Irak-Krieges

Seit 28 Jahren ist er Kitt-Vorstand, seit sieben Jahren der Vorsitzende. Kitt bedeutet Zusammenhalt. Bis jetzt hat Kitt in jedem Jahr die närrische Tradition gepflegt. Nur vor 30 Jahren gab es mal eine Pause: Als der Irak-Krieg ausbrach und kurzfristig abgesagt werden musste.. „Das war damals viel schlimmer, weil schon alles vorbereitet war“, so Kortenbusch.

In diesem Jahr wartet er ab, ob die Ampel des Frohsinns auf grün geschaltet werden darf. Man habe keine Zeitnot. „Wir können schnell reagieren“, ist er sicher. Die Sitzung Mitte Oktober sei daher früh genug. „Wir müssen nur auf die Knöpfe drücken.“

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Schunkeln mit Hygienekonzept?

Schunkeln, Bützchen und volle Zelte, im Rückblick habe Kitt großes Glück gehabt. Mit hoher Zuschauerbeteiligung und buntem Programm konnte gefeiert werden, 14 Tage später sah alles schon ganz anders aus. Wie allerdings Karneval mit Abstand, Hygienekonzept und Masken funktionieren soll, das weiß momentan keiner. Das wäre ein Mega-Aufwand mit vielen Auflagen, fürchtet Kortenbusch. Deren Einhaltung zu kontrollieren, sei auch schwierig. „Am besten wäre, der Impfstoff ist dann da“, so Kortenbusch. Doch das scheint eher unwahrscheinlich.

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Risiken möchte der Kitt-Chef nicht eingehen, Gesundheit gehe vor. Auch wenn die Session abgesagt werden müsste, wäre das für Kitt zwar schade, aber kein Desaster. Finanziell könne der 700 Dauer-Mitglieder und über 1000 Aktive mit Mitgliedskarten zählende Verein von 1834 das überstehen. „Deshalb sehe ich dem Ganzen gelassen entgegen“, so Kortenbusch. In zwei Monaten werde man mehr wissen. „Gesundheit geht vor, aber wenn wir dürfen, dann machen wir es auch.“