Kein zweiter Coronatest, mehr Fälle in Olfen - Quarantäne bleibt

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Der letzte Hoffnungsschimmer auf einen Urlaub in den Herbstferien ist seit Montag verglüht - in Olfen kann die Quarantäne nicht abgebrochen werden. Das sorgt für vielfältige Probleme.

Olfen

, 05.10.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fälle liegen erst wenige Tage zurück: In Lüdinghausen und in Senden hob der Kreis Quarantäneverfügungen wieder auf, nachdem zunächst positiv auf das Coronavirus getestete Lehrer doch nicht infiziert waren. Doch für die jetzt betroffenen Lehrer in Olfen ist nach Aussage des Kreises nicht einmal ein zweiter Test geplant, weil die Infektion eindeutig ist.

„Die Personen zeigen Symptome“, sagte am Montagnachmittag Kreissprecher Dietrich Aden. Bei aller Zurückhaltung hatte Aden doch einige Informationen zu den vielen neuen Coronafällen in Olfen. Nachdem der Kreis in der vergangenen Woche auf eine Hochzeit in Ascheberg verwiesen hatte, klärte sich am Montag ein vermeintlicher Widerspruch auf. Weitgehend jedenfalls.

Zahlreiche neue Coronafälle über das Wochenende in Olfen

Ja, die Hochzeit hat eindeutig in Ascheberg stattgefunden - allerdings waren offensichtlich viele Olfener unter den Gästen. Das bestätigt zumindest indirekt Aden: Er nennt zwar nicht den Wohnort des Paares und vieler Gäste und begründet das mit der Aussage: „Der „Kreis möchte in der Öffentlichkeit keine Personen schlecht dastehen lassen.“

Allerdings verweist auf die viele neuen Olfener Fälle. Damit können mit Blick auf die Hochzeit in Ascheberg jeder seine Rückschlüsse ziehen. Im Kreis Coesfeld sind am Wochenende und am Montag insgesamt 26 neue Coronafälle dazugekommen. Allein 10 davon in Olfen. Zahlen und Entwicklungen, die erhebliche Folgen haben. Ganz besonders für Familien. So müssen in dieser Woche wieder viele Kinder zu Hause betreut werden.

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Dazu kommt: Wer sich jetzt aktuell neu in einer zweiwöchigen Quarantäne befindet, darf in der ersten Ferienwoche (ab Montag, 12. Oktober) seinen Urlaub nicht antreten. Betroffen sind zahlreiche Olfener Familien. „Wir haben jetzt gesehen, wie schnell wir wieder mitten in der Pandemie sind“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. „Ich werde auf die Wieschhofgrundschule zugehen, um hier mit der Schulleitung und der Offenen Ganztagsgrundschule eine präventivere Organisationsstruktur zu erreichen.“

Aus seiner Sicht muss vermieden werden, „dass die Ansteckung eines Kindes zu diesen Wirkungen führt. Ich kann verärgerte Eltern verstehen, die jetzt im Herbst keinen Urlaub mehr nehmen können, um die Betreuung ihrer Kinder sicherzustellen. Und nur mit Homeschooling können wir eine gute Bildung nicht hinkriegen.“ Sendermann fordert deshalb weiterhin große Disziplin aller. „Dann kommen wir durch dieses schwere Zeit.“

Alleine an der Gesamtschule haben rund 170 Schülerinnen und Schüler „Hausarrest“. Sie befinden sich seit Freitag (2. Oktober) für zwei Wochen in häusliche Quarantäne und dürfen während dieser Zeit Haus und Grund nicht verlassen. Gleiches gilt für die Grundschüler.

Kreis Coesfeld hat keine Kenntnis von weiteren Feiern

Kein Wunder, dass es in Olfen aktuell viele Diskussionen über Feiern in den vergangenen Wochen gibt. Der Kreis jedenfalls hat keine Kenntnis von den privaten Feiern. Er kann deshalb mit Ausnahme der Schulen keine konkreten Gründe nennen, warum es aktuell so viele neue Coronafälle in der Steverstadt gibt. Dazu kommt, dass der Kreis auch außen vor ist, wo Bürger in den Tagen waren, bevor sie sich in ihrer Arztpraxis auf Corona testen lassen.

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Wie der Kreis Coesfeld am Montagnachmittag berichtet, ist seit dem 24. September in Olfen ein deutlicher Anstieg der positiven Testungen auf Covid19 zu verzeichnen. Aktuell sind 19 Personen betroffen und in häuslicher Quarantäne. Das Gesundheitsamt hat für die Stadt Olfen 215 Kontaktpersonen ermittelt, für die ebenfalls eine Quarantäne von 14 Tagen verfügt wurde.

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