Der öffentliche Verkehrsraum in Olfen - hier die Bilholtstraße - war nicht selten Schauplatz von Verstößen, die das Ordnungsamt ahnden musste. Eine erweiterte Sperrstunde soll hier jetzt helfen. © Arndt Brede (Archiv)
Beschluss

Kneipen in Olfen müssen früher schließen: Sperrstunde vorgezogen

Deutlich früher als das bisher erlaubt war, müssen Schank- und Speisewirtschaften in Olfen in Zukunft schließen: Der Rat hat die Erweiterung der Sperrzeiten beschlossen.

Es ist entschieden: Die in Olfen geltenden Sperrzeiten werden erweitert. Das hat jetzt der Rat der Stadt beschlossen. Gaststätten dürfen unter der Woche nur noch bis 2 Uhr geöffnet sein und müssen dann bis mindestens 6 Uhr geschlossen bleiben. An den Wochenenden muss um 3 Uhr Schluss sein. Im Vergleich zu den Regelungen, die vorher galten, ist das eine ziemliche Einschränkung: Da durften die Gaststätten bis 5 Uhr geöffnet bleiben.

Wobei: Wie berichtet ist in Olfen nur eine Gaststätte von der Sperrzeit tatsächlich betroffen – das Klöni an der Bilholtstraße. Schon vor der endgültigen Entscheidung im Rat hatte die Wirtin Chrissula Polichronidou zu der erweiterten Sperrstunde ziemlich deutlich gesagt: „Das ist mein Genickbruch.“ Sie sah sich außerdem als Sündenbock für die Ruhestörungen in der Nacht und sagte, dass nicht allein ihr Lokal dafür verantwortlich gemacht werden könne.

Zusammenhang mit den Corona-Beschränkungen

Das sieht die Stadtverwaltung zwar auch so: Aber durch die Coronakrise sei das Klöni zu einem besonderen Anzugspunkt auch für vor allem junge Menschen aus den Nachbarkreises geworden. Im Kreis Coesfeld sind die Coronazahlen seit langer Zeit relativ niedrig – die Gastronomie war hier schon etwas früher nicht mehr so streng reglementiert wie in anderen Kreisen mit höheren Inzidenzen. In der Olfener Innenstadt war es mehrmals zu – unter Corona-Gesichtspunkten – großen Menschenansammlungen gekommen. Und damit einhergehend auch zu Ruhestörungen. Davon hatten Polizei und Stadtverwaltung berichtet.

„Bereits seit längerer Zeit beschweren sich Anwohner vermehrt über Ruhestörungen, Vermüllung, Vandalismus etc. im Nahbereich von Schankwirtschaften. Es sind eine Vielzahl von nächtlichen Polizeieinsätzen zu verzeichnen, die öffentlichen wahrgenommen und dadurch als störend, gefährlich oder bedrohlich empfunden werden. Hierbei handelt es sich insbesondere um lautstarke Auseinandersetzungen, Körperverletzungen, Ruhestörungen u.ä., wobei die Alkoholisierung der meist jüngeren Personengruppen bedingt durch die durchgehende Verfügbarkeit des Alkohols bin in die Morgenstunden eine wesentliche Rolle einnimmt“, heißt es dazu in den Unterlagen von der Stadtverwaltung.

Weil aber nicht auszuschließen ist, dass das gerade in den letzten Monaten in Zusammenhang mit der Coronakrise steht, gibt es bei der Erweiterung der Sperrzeiten erst mal eine zeitliche Begrenzung. Das sagte der Olfener Bürgermeister Wilhelm Sendermann in der Ratssitzung. Die neue Regelung solle erst mal nur für sechs Monate gelten. Danach werde die Situation dann neu bewertet.

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