Die neueste Corona-Schutzverordnung eröffnet Jürgen Menke (Restaurantleiter Mutter Althoff) und Nicole Andrjsiak (Küchenchefin) noch keine neue Perspektive. Bei Geschäften sieht es hingegen ab Montag anders aus. © Thomas Aschwer
Kaum Öffnungen

Kreis Coesfeld unterschreitet Inzidenzwert deutlich – Land bremst dennoch

Können die Menschen ab Montag im Kreis shoppen - ohne einen Termin vereinbart zu haben? Die neueste NRW-Corona-Schutzverordnung lässt Spielraum. Unklar ist, wie der Kreis Coesfeld sie nutzt.

Die Diskussion um Öffnungen in NRW und vor allem in Kreisen mit sehr niedrigen Inzidenzwerten nimmt Fahrt auf. Doch das Land NRW drückt erst einmal auf die Bremse. Sie teilte am Freitag (5. März) mit: „Die Landesregierung prüft darüber hinaus, inwieweit für Kreise und kreisfreie Städte mit einem nachhaltig geringeren Infektionsgeschehen unter Berücksichtigung der Situation in den umliegenden Regionen zusätzliche Öffnungen vorgenommen werden können.“

Ändert sich also erst einmal nichts im Kreis Coesfeld? Doch: Der örtliche Einzelhandel darf ab Montag, 8. März, unter gewissen Voraussetzungen wieder Kunden empfangen. „Wir dürfen Sie wieder persönlich begrüßen. Bitte vereinbaren Sie dazu einen Termin in Ihrer ausgewählten Filiale ausschließlich per Telefon“, schreibt beispielsweise das Schuhhaus Pettrup. Eine Regelung die auch für das Unternehmen Prott und andere Geschäfte gilt. Allerdings könnte auch die Möglichkeit bestehen, dass die Geschäfte auch ohne Anmeldung öffnen können. Das Land NRW hat die Tür geöffnet.

Der Kreis Coesfeld hat entschieden – die Burg Vischerung bleibt geschlossen

19 Paragrafen umfasst die am Freitag (5. März) veröffentliche neue Corona-Schutzverordnung des Landes. Besonders spannend ist dabei der Paragraf 16, der sich mit den Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden beschäftigt und Öffnungs-Spielräume identifiziert. Wörtlich heißt es darin:

„Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und mit einer sinkenden Tendenz unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in

dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.“

Der Kreis Coesfeld hat derweil in einem wichtigen Punkt eine Entscheidung getroffen: Die Burg Vischering wird auch am Montag (8.) noch geschlossen bleiben. Aktuell gibt es auch noch keinen Termin für die Öffnung. Andere Bereiche müssen zwangsweise geschlossen bleiben: „Übernachtungsangebote zu privaten Zwecken sind untersagt, soweit sie nicht aus Gründen der medizinischen oder pflegerischen Versorgung oder aus sozial-ethischen Gründen dringend geboten sind.“

Andere Bundesländer haben übrigens die in NRW noch anstehenden Prüfungen schon abgeschlossen – beispielsweise Bayern. Dort gelten beispielsweise ab nächster Woche folgende Regeln: Nach den Öffnungen bei Schulen, Friseuren und in einzelnen weiteren Bereichen werden ab dem 8. März auch Buchhandlungen geöffnet. Solange in einer Region eine stabile 7-Tage-Inzidenz von unter 50 besteht, gilt ab 8. März:

  • Öffnung des Einzelhandels mit einer Begrenzung auf einen Kunden je 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und darüber hinaus einen Kunden je 20 Quadratmeter.
  • Öffnung von Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten sowie Gedenkstätten
  • Kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen (maximal 10 Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen

In Bayern gibt es eine Perspektive für die Außengastronomie

Dazu gibt es Regeln für eine „stabile 7-Tage-Inzidenz von 50 bis 100“. Fest steht danach bereits, dass in Bayern „frühestens ab 22. März Außengastronomie, Theater, Kinos sowie Konzert- und Opernhäuser öffnen dürfen. Voraussetzung ist dabei, dass in der Region mindestens 14 Tage lang eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 besteht.

Derartige Perspektiven finden sich auch in der neuesten Corona-Schutzverordnung des Landes NRW nicht. Vielmehr heißt es in Paragraf 14: „Der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Kneipen, Cafés, Kantinen, Mensen

und anderen gastronomischen Einrichtungen ist untersagt.“ Zulässig ist hingegen der „Betrieb von Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlössern, Burgen, Gedenkstätten und ähnlichen Einrichtungen ist mit vorheriger Terminbuchung und bei sichergestellter einfacher Rückverfolgbarkeit.“

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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