Kunden der Sparkasse in Olfen und Nordkirchen müssen deutlich mehr für ihr Girokonto bezahlen

hzKonto-Gebühren

Die Sparkasse Westmünsterland mit Filialen auch in Olfen und Nordkirchen dreht zum 1. Januar 2020 kräftig an der Gebührenschraube. Müssen die Kunden derart hohe Steigerungen akzeptieren?

Olfen, Nordkirchen, Ahaus

, 04.11.2019, 20:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Banken und Sparkassen sind grundsätzlich berechtigt, Preise zu erhöhen“, betont die Verbraucherzentrale. Offensichtlich sind auch starke Steigerungen möglich. „Tatsächlich liegen die Voraussetzungen für Wucher oder ein sonst sittenwidriges Rechtsgeschäft (§ 138 BGB) in aller Regel nicht vor“, so die Verbraucherzentrale.

Das gilt ganz bestimmt für die Pläne der Sparkasse Westmünsterland. Obwohl die Erhöhung der Kontogebühr um 20 Prozent eine „Hausnummer“ ist. „Reagieren Sie nicht bis zum Stichtag, bedeutet das meist eine Zustimmung. Dann müssen Sie die neuen Gebühren zahlen“, ordnet die Verbraucherberatung die Situation ein.

Sparkasse Westmünsterland sieht sich bei Preisen „im Mittelfeld“

„Unsere künftigen Preise werden weiterhin im Mittelfeld des regionalen Marktes liegen“, erklärt die Sparkasse Westmünsterland schriftlich. In der Tat, es gibt Sparkassen, die auch nach jüngsten Erhöhungen unter den Preisen der Sparkasse Westmünsterland ist.

Ein Beispiel: Verlangt das heimische Institut ab 1. Januar für das Girokonto Klassik monatlich 4,50 Euro, müssen Kunden der Sparkasse Bochum - nach einer gerade vollzogenen Erhöhung - 3,50 Euro für ein ähnliches Kontomodell zahlen.

Die Sparkasse Münsterland-Ost hingegen nimmt für das Girokonto „Basis“ pro Monat 4,95 Euro, für Girokonto Komfort 8,95 Euro. Und wie sieht es bei örtlichen Mitbewerbern in unserer Region aus?

Fusionierte Volksbank will Modelle in 2020 vereinheitlichen

„Seit April 2015 im Bereich Lüdinghausen-Olfen und seit Juli 2016 in Haltern konnten die Preise stabil gehalten werden“, erklärt die Volksbank. Und so dürfte es wohl zumindest erst einmal bleiben.

„Es gibt zurzeit keine Beschlüsse, kurzfristig in den nächsten Wochen oder Monaten Preise zu erhöhen“, schreibt Theresa Stiefel von der Unternehmenskommunikation der Volksbank Südmünsterland-Mitte eG. Allerdings wirklich vergleichbar sind die beiden Ansätze von Sparkasse und Volksbank nicht.

Das räumt auch die Volksbank ein. „Derzeit bestehen noch verschiedene Modelle für Girokonten in Lüdinghausen-Olfen und Haltern, die im Verlauf des Jahres 2020 vereinheitlicht werden sollen. Die Auswirkung der jeweiligen Preise hängen von der kundenindividuellen Nutzung ab.“

Sparkasse betont die Investitionen in Standorte und Leistungen

Wenn die Volksbank die Kontogebühren in den nächsten Monaten nicht erhöhen will, stellt sich die Frage nach den Gründen für den Vorstoß der Sparkasse. „Wir haben viel in den Ausbau von Standorten und verbesserte Leistungen investiert“, heißt es in einem persönlichen Schreiben an alle Kontoinhaber.

Was allerdings nicht in dem Brief steht, ist der konkrete Hinweis auf die Preiserhöhung zum 1. Juli. Das gilt auch für den beigefügten Flyer. Dafür findet sich ein Hinweis auf den Filialleiter und die Möglichkeit, diesen bei Fragen zu kontaktieren. Wer allerdings die Nummer wählt, landet nicht in der Filiale, sondern im Kundencenter mit Stadtlohner Vorwahl.

Verbraucherzentrale rät: Konditionen immer im Blick behalten

Aus Sicht der Verbraucherzentrale „lohnt es sich immer, die Konditionen bei anderen Kontomodellen und anderen Anbietern im Blick zu behalten. Ein Wechsel ist allerdings keine Garantie für langfristig niedrigere Gebühren.“

Wer dennoch überlegt, seine Bank/Sparkasse zu wechseln, kann übrigens auf Unterstützung setzen: „Sowohl die alte als auch die neue Bank sind übrigens gesetzlich verpflichtet, Ihnen beim Wechsel zu helfen (zum Beispiel Lastschriften und Daueraufträge umstellen)“, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherzentrale.

Sorgen um das Image macht man sich trotz der Erhöhung und die bekannt gewordenen Vorstandsgehälter die Sparkasse nicht. „Wir sind in allen

28 Städten und Gemeinden des Westmünsterlands persönlich

vertreten. Wir bieten 100 Standorte, mehr als jedes andere Kreditinstitut

im Westmünsterland.“

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