Im Kunst- und Kulturverein (KuK) Olfen ist mit einem Vorstandswechsel eine Ära zu Ende gegangen. Und eine neue beginnt. Der neue Vorstand hat ein interessantes Motto.

Olfen

, 25.09.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 3 min

Franz Frye, Irmgard Bartelt, Manfred Greveler: Drei Menschen, die sehr sehr lange Vorstandsarbeit im KuK geleistet haben, treten in die zweite Reihe zurück. Sie bleiben dem Verein mit Rat und Tat erhalten. Aber an die Spitze rückt jetzt ein anderes Trio. Vorsitzender Ulrich Haas, zweite Vorsitzende Beatrix Hieber und Finanzvorstand Marion de Vries nämlich. Dieses Trio hat am Dienstagabend, 22. September, dafür gesorgt, dass die bisherige Vereinsspitze so gewürdigt wurde, wie sie es verdient.

Während eines kleinen Festakts im Vereinsdomizil Olfonium rückten Frye, Bartelt und Greveler dann doch noch einmal ins Rampenlicht. Vor geladenen Gästen, meist aus dem weiteren Kreis der Helfer und Unterstützer, hörten sie, was wohlmeinende Redner zu sagen hatten.

Zeit, danke zu sagen

So erklärte Ulrich Haas, der neue Vorsitzende: „Es ist eine Menge Arbeit, die ihr geleistet habt. Euch Dreien ist dieser Abend gewidmet.“ Es sei Zeit, danke zu sagen. Für das Engagement der letzten Jahrzehnte. Für alle Ideen der drei. Für die Verbindungen, die die drei zu den Künstlern hergestellt haben.

Freya Deiting spielte für die Besucher.

Freya Deiting spielte für die Besucher. © Arndt Brede

Künstler zum Beispiel vom Salonorchester Münster wie Freya Deiting, Violine, und Oliver Haug, Piano. Das Duo spielte für den scheidenden Vorstand.

Frantz Wittkamp trug Gedichte vor.

Frantz Wittkamp trug Gedichte vor. © Arndt Brede

Später trug Frantz Wittkamp Gedichte vor und spielte Andreas Lobisch Klavier.

Erinnerung an Anfangszeiten

Das mögen Momente gewesen sein, in denen Franz Frye, Irmgard Bartelt und Manfred Greveler sich an diesem Abend zurückgelehnt haben und einfach nur genossen haben. Aber natürlich wurden an diesem Abend auch Erinnerungen wach. An die Anfänge des Vereins, die Vorstandsmitglied Sabine Hennes charmant und manchmal wie eine Quiz-Moderatorin („Wer weiß es noch?“) Revue passieren ließ. Sie rief in Erinnerung, dass Franz Frye Gründungsmitglied des KuK von 1989 ist. Dass Irmgard Bartelt zwei Jahre später dazu stieß. Dass Manfred Greveler seit 2000 den KuK unterstützt hat.

Gleich die erste Veranstaltung des KuK zeugt von damaliger Aufbruchstimmung. Regina Franke, eine Künstlerin aus der damaligen DDR, stellte ihre Werke auf Einladung des KuK in Olfen aus. „Und als ihre Ausstellung beendet war, gab es sie noch, aber die DDR hatte zumindest schon mal die Mauer abgebaut“, erinnert sich Franz Frye.

Botschafter in Sachen Kultur

In den kommenden Jahrzehnten hat sich der KuK in und für Olfen als veritabler Botschafter in Sachen Kultur etabliert. Wer Kultur in Olfen sagt, meint - neben den städtischen Veranstaltungen - den Kunst- und Kulturverein. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Kino: Der KuK war immer auch Grenzgänger zwischen den Genres der Kultur.

Wie wichtig der KuK ist, und damit auch das scheidende Vorstandstrio, würdigte auch der stellvertretende Bürgermeister Christoph Kötter. Das wichtigste Wort, das er sagen wolle, sei: danke. Er lobte den „unermüdlichen ehrenamtliche Einsatz, die hohe Verlässlichkeit, die immer neuen Ideen, die die Kulturszene unserer Stadt über Jahre und Jahrzehnte geprägt haben“.

Franz Frye, der scheidende Vorsitzende: "Danke, dass ich das 30 Jahre lang machen durfte."

Franz Frye, der scheidende Vorsitzende: "Danke, dass ich das 30 Jahre lang machen durfte." © Arndt Brede

Viele Lobesworte also, die Franz Frye, Irmgard Bartelt und Manfred Greveler da hörten. Sie lächelten, waren nachdenklich. Und Franz Frye übernahm dann - wohl auch stellvertretend für seine Vorstandsmitstreiter - den Part der persönlichen Worte derer, denen der Abend gewidmet war: „Als der Verein gegründet werden sollte, bin ich gern mit dabei gewesen. Ich habe es nicht bereut. Gerade wenn ich sehe, wie vielfältig der Verein geworden ist.“ Frye weiß aber auch, dass ein Vorstand allein all das nicht schaffen konnte. Deshalb wandte er sich an alle, die an diesem Abend dabei waren: „Ich danke dafür, dass ich das 30 Jahre lang machen durfte.“

Der neue Vorsitzende Ulrich Haas: "Alles bleibt anders."

Der neue Vorsitzende Ulrich Haas: "Alles bleibt anders." © Arndt Brede

Das Werk des Vorstands und derer, die ihn unterstützt haben, wird übrigens weiterleben. Denn Ulrich Haas, der neue Vorsitzende, und seine Vorstandskolleginnen stellen ihre Amtszeit zumindest für den Anfang unter ein Motto, das sich am Titel eines Liedes von Herbert Grönemeyer orientiert: „Alles bleibt anders.“ „Was sollten wir besser machen als das Programm, was wir bisher hatten?“, sagt Haas. Es sollen weiter regionale Künstler nach Olfen geholt werden. Internationale Akzente (Frank-Sinatra-Songs) wird es auch geben.

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