Drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes Olfen kontrollieren die Einhaltung der Quarantäne-Auflagen. © Weitzel (Archiv)
Coronavirus

Melden sich durch die Pandemie mehr Bürger beim Ordnungsamt in Olfen?

Die Zahl der Meldungen im Ordnungsamt war 2020 deutlich höher als in einem „normalen“ Jahr. Auffällig häufig bezogen sich die Hinweise auf Park-Verstöße - was mit der Pandemie zusammenhängt.

Greifen die Menschen in Zeiten der Pandemie, in denen strengere Regeln als sonst gelten, auch öfter zum Telefon und melden dem Ordnungsamt, wenn sie Verstöße bemerken? In anderen Städten in Deutschland hat die Pandemie die Beschwerden bei der Verwaltung deutlich in die Höhe getrieben. Auch in Olfen?

In einem „normalen Jahr“ – so sagt es Thorsten Cornels von der Stadtverwaltung auf Anfrage der Redaktion – kommen beim Ordnungsamt rund 70 Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern an. Eine Statistik dazu werde allerdings nicht geführt. Unerlaubte Müllentsorgung, Beißvorfälle, Lärmbelästigung, Straßenverkehr – darauf beziehen sich die Meldungen in den meisten Fällen. 2020 und 2021 waren nun aber nicht das, was man unter einem normalen versteht: durch die Corona-Pandemie.

Etwa 30 Fälle mehr als in anderen Jahren

Mit mehr Regeln die in Bezug auf die Krise gelten, gibt es also auch mehr, gegen das man verstoßen kann. Das zeichnet sich auch bei den Meldungen beim Ordnungsamt ab. „Eine Statistik wird hier nicht geführt. Im Hinblick auf die in 2020 hinzugekommenen Hinweise auf Verstöße gegen die CoronaSchVO ist jedoch von einer Steigerung auf circa 100 Fälle auszugehen“, schätzt er.

Interessant dabei: Es ist nicht so, dass besonders häufig ein direkter Verstoß etwa gegen die Kontaktbeschränkungen gemeldet wird. Der Zusammenhang zur Coronapandemie ist bei gewissen Verstößen eher ein mittelbarer. Besonders häufig würden so Parkverstöße gemeldet. „Es ist eine Steigerung festzustellen. Grund hierfür könnte der erhöhte Parkdruck durch das vermehrte Arbeiten im Homeoffice sein“, erklärt Thorsten Cornels.

Nicht hinter jeder Meldung steckt aber auch ein tatsächliches Vergehen, wie der Leiter des Ordnungsamtes in Olfen weiter erklärt. Wobei: „Die Hinweise beziehen sich in der Mehrzahl auch auf tatsächliche Verstößen gegen Vorschriften. Es ist jedoch auch nicht selten, dass ein mitgeteilter Sachverhalt zwar das subjektive Rechtsempfinden der Bürger und Bürgerinnen beeinträchtigt, es sich nach erfolgter Überprüfung jedoch objektiv nicht um eine zu ahndende Ordnungswidrigkeit handelt.“

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