Der Spielmannszug Olfen gehört zu den Gruppen, die sich regelmäßig im Leohaus treffen. Nach einer langen Pause ist das ab nächster Woche wieder möglich. © Pflips (A)
Corona

Modellregion Kreis Coesfeld: Leohaus Olfen öffnet die Türen für Gruppen

Die Stadt Olfen übernimmt bei den Lockerungsschritten im Kreis ab Montag (10.) mit dem Leohaus eine Vorreiterrolle. Wenn alles gut läuft, kann sich die Stadt weitere Öffnungen vorstellen.

Die Sehnsucht ist riesig: Endlich mal wieder mit anderen Mitgliedern des Spielmannszuges Musik machen, endlich mal wieder gemeinsam über den BVB sprechen oder die Situation beim Bürgerbus analysieren. Seit vielen Wochen und Monaten ist das in der Corona-Pandemie nicht möglich. Den fest gebuchten Treffpunkt im Leohaus konnten Vereine und Organisationen nicht nutzen.

Entsprechend positiv haben die Vertreter reagiert, als Franz Pohlmann von der Bürgerstiftung Unser Leohaus die Pläne für erste Öffnungsschritte vorgestellt hat.

„Eingeladen waren Vertreter folgender Gruppen und Vereine: Spielmannszug, MiO, KG Kitt, Hospizgruppe, BVB Fanclub, Bürgerbusverein und Seniorenunion.“

Sie alle können sich ab Montag (10.) wieder im Leohaus treffen. Aus Sicht der Bürgerstiftung eine besondere Situation. „Bei den anderen Öffnungsschritten in der Modellregion Kreis Coesfeld handelt es sich um Bereiche an der frischen Luft.“

Für die Treffen in geschlossenen Räumen hat die Bürgerstiftung in Absprache mit der Stadt Olfen deshalb ganz besondere Regeln, die auch in einem Projekt-Steckbrief festgehalten sind

Die Regeln gelten für den Besuch des Leohauses

  • Die Verantwortlichen der Gruppen melden sich im Leohaus-Büro, wenn sie das Haus nutzen wollen.
  • Ein Zutritt zum Leohaus und damit zu den Gruppentreffen ist nur mit einem negativen Schnelltest erlaubt, der nicht älter als 24 Stunden ist. Eine Überprüfung erfolgt über die Gruppenverantwortlichen.
  • Eine Nachverfolgung der Besucher erfolgt über die Luca-App, jeder Gruppenraum erhält dabei einen eigenen QR-Code.
  • Pro Gruppentreffen sind nicht mehr als 25 Personen zugelassen.
  • Es gilt eine Maskenpflicht vom Eingang bis zum Gruppenraum sowie beim Gang zur Toilette.
  • Das Öffnungsprojekt wird wissenschaftlich begleitet.

„Wir haben eine besondere Verantwortung“, sagt Franz Pohlmann von der Bürgerstiftung. Deshalb habe die Stiftung auch nicht direkt bei einem Inzidenzwert von knapp unter 100 mit dem Projekt starten wollen. Da sich die Zahlen aber jetzt auf einem deutlich niedrigeren Wert eingependelt haben, sehen die Verantwortlichen den passenden Zeitpunkt gekommen. Wenn der Versuch wie erhofft positiv läuft, kann er nach Einschätzung der Verantwortlichen durchaus Vorbildcharakter für die Modellregion haben.

Obwohl sich die Rahmenbedingungen im Vergleich zur Situation vor der Pandemie deutlich geändert haben, hat es für das Öffnungskonzept der Bürgerstiftung nach Aussage ihres Vorsitzenden Franz Pohlmann „viel Lob gegeben“. Die Menschen seien sehr froh darüber, sich nach langer Zeit wieder treffen zu können.

Stadt macht sich Gedanken über weitere Öffnungsschritte

Auf einen Aspekt werden die Leohaus-Besucher allerdings zumindest zum Start des Versuchs verzichten müssen – Aufenthalte in der Gastronomie sind aktuell nicht möglich. Noch nicht. „Wir machen uns Gedanken über nächste verantwortungsvolle Schritte“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Konkret denkt er an den Bereich Sport, hat aber auch (Außen-)Gastronomie und auch Eis-Cafés im Blick. Sendermann macht diese Schritte aber abhängig von der Inzidenzzahl. „Das Ziel ist ein Wert von unter 50 im Kreis Coesfeld.“

Eine erste Änderung im Detail hält Franz Pohlmann bereits recht zeitnah für möglich. „Wir halten uns immer an die gültigen Corona-Regeln.“ Am Donnerstag hatte der Bundestag mit großer Mehrheit die Rücknahme vieler Corona-Beschränkungen für vollständig geimpfte und genesene Menschen beschlossen. Damit werden diese Personen gleichgestellt mit Personen mit einem negativen Test.

Neben dem Projekt in Olfen starten in den nächsten Tagen weitere Öffnungen im Kreis Coesfeld. Zu den Modellprojekten gehören beispielsweise Open-Air-Konzerte und die Öffnung des Lüdinghauser Hallenbades.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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