Nach Hilfskrankenhaus soll der Kreis auch Hilfs-Seniorenheim errichten

hzLandesvorgabe

Ein Corona-Diagnose- und Behandlungszentrum in Dülmen arbeitet, ein Hilfskrankenhaus in Coesfeld ist startklar, jetzt plant der Kreis ein „Hilfs-Seniorenheim“. Viele Fragen sind ungeklärt.

Olfen

, 06.04.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die nicht angekündigte Nachricht des NRW-Ministeriums erreichte den Kreis Coesfeld am Samstagnachmittag. Seit Montagmorgen beschäftigen sich die Verantwortlichen intensiv mit der Frage, wo und wie im Kreis ein „Hilfs-Seniorenheim“ errichtet werden könnte, um die Vorgaben des Landes zu erfüllen.

Der Arbeitsauftrag für den Kreis Coesfeld ist eindeutig. So fordert das Land, „unverzüglich mit der Vorbereitung von Quarantäne- und Isolationseinrichtungen zu beginnen. Sie sollen in Betrieb genommen werden, wenn die Kapazitäten der bereits vorhandenen Einrichtungen oder Wohnformen für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen nicht mehr ausreichen oder die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen in der eigenen Häuslichkeit nicht mehr gewährleistet werden kann.“

Land Nordrhein-Westfalen fordert Einzelzimmer-Unterbringung

Für die Umsetzung macht das Land ebenfalls klare Vorgaben: „Bei der Auswahl der Gebäude ist zu berücksichtigen, dass in diesen Einrichtungen zwingend Einzelzimmer-Unterbringung zu erfolgen hat. In Fällen der Aufnahme von infizierten Personen mit leichten Krankheitssymptomen soll eine Kohortenisolierung in Zimmern erfolgen, die nicht mit mehr als zwei Personen belegt werden dürfen.“

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Weitere Vorgaben sind:

  • Bewohnerinnen- beziehungsweise Bewohnerzimmer sollen über eigene zumindest in räumlicher Nähe befindliche Sanitärräume verfügen.
  • Die dauerhafte Anwesenheit mindestens einer Fachkraft für Pflege beziehungsweise soziale Betreuung bei Einrichtungen, die für die Aufnahme von Menschen mit Behinderungen bestimmt sind, ist zu gewährleisten.
  • Im Fall einer Neuaufnahme oder Wiederaufnahme einer aus einer Krankenhausbehandlung zurückkehrenden Bewohnerin oder eines Bewohners ist diese oder dieser für 14 Tage innerhalb des Quarantäne- beziehungsweise Isolationsbereichs unterzubringen, zu pflegen, zu betreuen und zu versorgen.
  • Die getrennte Unterbringung von infizierten Bewohnerinnen und Bewohnern ist für die gesamte Dauer der durch die untere Gesundheitsbehörde angeordneten Isolierung zu gewährleisten.

„Wir machen uns natürlich Gedanken, wo und wie wir diese Vorgaben umsetzen können“, sagt Detlef Schütt, Leiter des Dezernates Arbeit und Soziales, Schule und Kultur, Jugend und Gesundheit beim Kreis Coesfeld.

Detailfrage zu Einrichtungen noch nicht geklärt

Nachdem die Landesvorgaben den Kreis am Samstagnachmittag erreicht haben, beschäftigten sich die Verantwortlichen in Coesfeld mit dem Thema. „Intensiv angefangen sind wir am Montagmorgen.“

Allerdings sind eine Reihe von Detailfragen - etwa zur Größe der Einrichtung - noch nicht geklärt. Die Corona-Krise stellt den Kreis Coesfeld jedenfalls vor die nächste Herausforderung.

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