Naturbad Olfen bekommt viel Lob, aber Kinder und Jugendliche sollen 50 Prozent mehr bezahlen

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Von wegen Super-Sommer: Nicht einmal 100 Tage war das Naturbad Olfen in diesem Jahr aus Witterungsgründen geöffnet. Das hat Folgen für die Stadt. Aber auch indirekt für künftige Besucher.

Olfen

, 13.11.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch hat die Geschäftsführung keinen Schlussstrich unter die Saison 2019 gezogen, doch erste Ergebnisse konnte Daniela Damm (kaufmännische Leitung) im Fachausschuss bereits präsentieren. 26.000 Besucher (davon allein 12.000 im Juni) haben im Sommer die Eingangstore passiert - rund 5000 weniger als im Jahr 2018.

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Auf die rundum positiven Urteile im Internet haben sich später Saisonstart (erst am 1. Juni) und kurze Saison nicht negativ ausgewirkt. Im Gegenteil. „Sehr sauber.“ „Freundliches und hilfsbereites Personal.“ „Herrliches Wasser.“ So oder ähnlich heißt es in vielen Rezensionen im Internet. Alles super! Oder?

Entwicklung beim Dauerkartenverkauf bereitet Stadt Sorgen

Daniela Damm räumte im Fachausschuss Schwachstellen ein. „Das neue Kassensystem lief am Saisonanfang nicht rund.“ Während das Problem zügig gelöst werden konnte, macht der kaufmännischen Leitung eine Entwicklung richtig Sorgen.

Seit der Eröffnung des Bades vor neun Jahren ist die Zahl der verkauften Dauerkarten Jahr für Jahr zurückgegangen. Mit 191 verkauften Kinder-Dauerkarten und 232 verkauften Erwachsenen-Dauerkarten verzeichnete das Bad in 2019 den schlechtesten Wert überhaupt. Darauf reagiert die Stadt doppelt.

Die Dauerkarten sollen attraktiver werden. Wie ist allerdings noch nicht entschieden. Zweitens nimmt die Stadt die Dauerkarten von der geplanten Preiserhöhung aus. Das sieht bei den Einzelkarten ganz anders aus.

Stadtverwaltung verweist auf die Eintrittspreise in der Region

Ausführlich begründeten Daniela Damm („Die erste Preiserhöhung seit der Eröffnung“) und Bürgermeister Wilhelm Sendermann („Tariferhöhungen sorgen für höhere Personalkosten“) den geplanten Schritt und auch die Höhe (bis zu 50 Prozent). Als Bestärkung ihrer Position - Olfen hat auch nach einer Erhöhung niedrige Eintrittspreise - verwiesen sie auf andere Orte.

Konkrete Bäder sprachen beide nicht an, wohl aber die Preise. Kinder zahlen in der Tat in der Nachbarstadt Haltern 3,90 Euro Eintritt. Wenn sie älter als 15 sind, müssen sie sogar den Erwachsenentarif zahlen. Eine Saisonkarte kostet hier 85 Euro, in Olfen gerade einmal 25.

Andere Bäder bieten keine Saisonkarten an

Im neuen Freibad in Werne kosten zwei Stunden bereits 4 Euro, für Sole wird ein Zuschlag von 2,90 Euro fällig. Im Seebad Haltern gibt es keine Saisonkarte. Hier können Bürger nur Einzel- oder Zehnerkarten kaufen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es auch preiswertere Bäder gibt.

Im Naturbad Heil bezahlen Kinder 2 Euro, im Freibad Sythen 2,50 Euro. Ein Ansatz, der im Olfener Ausschuss nur ganz kurz thematisiert wurde. Insbesondere die Vertreter der CDU betonten die Wertigkeit des Bades und sahen kein Problem bei einer 50-prozentigen Erhöhung für Kinder und Jugendliche.

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Für die SPD ist hingegen die Erhöhung im Jubiläumsjahr das „falsche Signal“. Ganz bewusst habe sich seinerzeit für den Bau des Naturbades entschieden. Auch in dem vollen Bewusstsein, dass auch ein Natur-Freibad immer ein Zuschussbetrieb bleibt.

Stadt hat jährlichen Zuschuss von 100.000 Euro eingeplant

100.000 Euro waren dafür jährlich eingeplant. Für das Jahr 2018 geht die Rechnung auch auf. Die Stadt erwartet ein Defizit von 98.0000 Euro.

Für die „Kurz-Saison“ 2019 sieht es hingegen anders aus. „Wir haben die Summe noch nicht ermittelt, aber das Defizit wird wohl etwas über 100.000 Euro liegen“, räumte Daniela Damm ein.

Mit der Erhöhung der Eintrittspreise will die Stadt erreichen, dass trotz weiter steigender Personalkosten der selbst gesteckte Rahmen eingehalten wird. Bevor jedoch die Gelder fließen, gibt sie selbst einen höhen Beitrag aus. Die Filteranlage im Naturbad wird in diesen Wochen komplett erneuert.

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