Neubau von drei Mehrfamilienhäusern auf Olfener Gärtnerei-Gelände sorgt für viel Zoff

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Unfrieden in der Kreuzstraße: Weil auf dem früheren Gelände der Gärtnerei Trogemann drei Mehrfamilienhäuser mit 18 Wohneinheiten gebaut werden sollen, gibt es jetzt viel Zoff.

Olfen

, 24.12.2019, 21:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der von mehreren Anliegern in der Kreuzstraße und dem Milchpfad unterschriebene Brief an die Olfener Stadtverwaltung lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Eindeutiger Tenor: Die bereits hier wohnenden Menschen sehen sich durch den geplanten Neubau in ihrer Privatsphäre gestört.

Zudem können sie nicht verstehen, wie es für die drei Häuser mit insgesamt 18 Wohneinheiten und 22 Parkplätzen überhaupt eine Genehmigung geben kann. „Diese Art der baulichen Nutzung unterscheidet sich komplett von einer vor 11 Jahren festgesetzten.“

Bebauungsplan erlaubte nur ein Einzel- und Doppelhäuser

“Sowohl auf der Kreuzstraße als auch im Telgenkamp findet sich ausschließlich Einzelhaus- und Doppelhausbebauung, die im Bebauungsplan Kreuzstraße/Telgenkamp von 2008 auch ausdrücklich nur gewünscht waren“, heißt es in dem Brief.

Genau in diesem Punkt wird das Dilemma der Nachbarn deutlich: „Für das frühere Gärtnereigelände gibt es keinen Bebauungsplan“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. „Deshalb reden wir hier über einen ganz normalen Bauantrag.“

Damit nicht genug der schlechten Nachrichten für die Menschen, die hier erst vor wenigen Jahren ebenfalls auf einem früheren Trogemann-Gelände gebaut haben.

Dichte Bebauung auf der gegenüberliegenden Straßenseite

Gegenüber des vor rund einem Jahr aufgegebenen Geschäftes an der Kreuzstraße gibt es eine sehr dichte und vergleichsweise hohe Bebauung. „Man muss die gesamte Umgebung sehen“, sagt deshalb Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Das hilft den Menschen an der Kreuzstraße und dem Milchpfad überhaupt nicht.

Sie mussten sich an ganz andere Regeln halten. „Die Art der baulichen Nutzung wurde 2008 mit zwei Wohnungen als höchstzulässige Zahl je Wohngebäude festgesetzt.“ Vorgaben, die für die jetzt geplanten Mehrfamilienhäuser nicht gelten sollen. In Haus 1 sollen nach Informationen der Bürger gleich zehn Wohnungen entstehen.

Ganz neue Regeln für die direkte Nachbarschaft

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates verwiesen deshalb verschiedene Fraktionen auf einen Vertrauensschutz. Will heißen: Die Bürger, die vor zehn oder elf Jahren gebaut haben, haben das in der Hoffnung getan, dass bei einer Komplettaufgabe der Gärtnerei ähnliche Regeln für neue Häuser gelten. Und eben nicht die Chance besteht, dass hier sehr große Gebäude mit entsprechenden vielen Wohnungen realisiert werden.

Aktuell deutet trotz ihres Widerspruchs wenig darauf hin, dass statt der Mehrfamilienhäuser deutlich kleinere Gebäude realisiert wird. Gegen die Stimmen der SPD hat der Stadtrat das gemeindliche Einvernehmen zum Neubau von drei Mehrfamilienhäusern erteilt. Verbunden mit der Bitte an den Kreis, die Rechtmäßigkeit schnell zu überprüfen.

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