Auch Olfener Landwirte demonstrieren in Berlin: „Es kann so nicht weitergehen“

hzBauernproteste

Tausende Landwirte haben sich am Dienstag auf den Weg nach Berlin gemacht. Viele davon mit dem Traktor. Einige Olfener Landwirte sind mit der Bahn angereist. Das sind ihre Beweggründe.

Olfen

, 26.11.2019, 11:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

10.000 Teilnehmer und rund 5000 Traktoren erwarten die Organisatoren der Bauerndemonstration vor dem Brandenburger Tor in Berlin am Dienstag. Gegen Mittag wird es dort eine Kundgebung geben. Auch zwei Landwirte aus Olfen werden dabei sein.

Sie sind allerdings nicht mit dem Traktor angereist, sondern mit dem Zug. Ein Sonderzug von Hamm aus hatte am Dienstag viele Landwirte aus der Region nach Berlin gebracht.

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Philipp Himmelmann ist einer der beiden Olfener Landwirte. „Wir wollen der Politik klarmachen, dass es so nicht weitergehen kann, also, dass die Politik Entscheidungen trifft, die praxisfern sind“, erklärt Himmelmann via Telefon, kurz vor Berlin.

Damit meint Himmelmann zum Beispiel die Düngeschutzverordnung.

Dass er in Berlin dabei sein würde, stand für Himmelmann schon etwas länger fest, es habe auch einige Bauern der Region gegeben, die sich an dem Traktorkonvoi nach Dortmund beteiligt hätten, „wir müssen alles mitnehmen“, sagt der Landwirt.

Akzeptanz der Bevölkerung

Bernhard Brüse, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins in Olfen, konnte zwar aus betrieblichen Gründen nicht mitfahren, wie er sagt. Aber er wäre gerne. „Es geht ja nicht um finanzielle Dinge“, erklärt er die Beweggründe des Protests, es gehe um die Akzeptanz in der Bevölkerung.

„Alles was im Moment nicht okay ist, wird den Landwirten angelastet“, findet Brüse. CO2, Nitrat und Co. Dabei, findet der Landwirt, gibt es doch ganz andere Baustellen. Immer mehr Verkehr in den Straßen, immer mehr Geschäfte, die schließen und dafür von den Paketboten verstopfte Städte oder auch die Lichtverschmutzung.

Generell müsse es einen besseren Dialog zwischen Landwirten und Verbraucher geben, findet Brüse. „Wir wünschen uns, dass es diesen Dialog gibt“, sagt er. Dafür versuchen die Landwirte zum Beispiel an Schulen zu gehen oder bieten solche Aktionen wie den Tag des offenen Hofes an. Allerdings verhielten sich die Verbraucher auch widersprüchlich. „Wenn die Leute Regionales und Bio wollen, kein Problem“, sagt Brüse, „da können wir uns drauf einstellen.“ Aber dann müsse der Verbraucher eben auch bereit sein, doppelt oder gar dreimal so viel für das Endprodukt zu zahlen. „Der Verbraucher hat es in der Hand“, sagt der Landwirt.

Klöckner zeigt Verständnis

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeigte im Vorfeld Verständnis für die Kundgebung der Landwirte. „Immer mehr wird erwartet von Bauern, auch gerade von den Konsumenten, von uns Verbrauchern, aber es wird immer weniger Bereitschaft gezeigt, dafür mehr zu zahlen“, sagte die CDU-Politikerin im ARD-„Morgenmagazin“. Zugleich verteidigte sie die geplanten schärferen Vorgaben.

Zu der Kundgebung aufgerufen hat die Initiative „Land schafft Verbindung“, in der sich zehntausende Bauern zusammengefunden haben. Mitte November gab es schon Proteste bei der Umweltministerkonferenz in Hamburg, im Oktober fuhren Bauern in mehrere Städte, allein 6000 nach Bonn.

mit Material von dpa

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