Olfen will auf der Bilholtstraße und Zur Geest radikal Platz für Fahrradfahrer machen

hzBilholtstraßen-Umbau

Mit der Signalfarbe Rot und auf einer Breite von 1,56 Meter soll auf der Bilholtstraße und Zur Geest Platz für Radfahrer entstehen. Olfen orientiert sich dabei an einem Nachbarland.

Olfen

, 29.03.2019, 11:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was die Stadt Olfen für den Umbau der Bilholtstraße geplant hat, machen laut Bürgermeister Wilhelm Sendermann „so prägnant eigentlich nur die Holländer und Münsteraner“. In der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Umwelt stellte Sendermann die aktuellen Pläne für das Projekt im Herzen Olfens vor.

Olfen will auf der Bilholtstraße und Zur Geest radikal Platz für Fahrradfahrer machen

So sieht der aktuelle Plan für den Umbau der Bilholtstraße aus. Entlang der Straße sind rot die geplanten Spuren für Fahrradfahrer eingezeichnet. Direkt vor der Rossmann-Filiale ist ein Fußgängerüberweg geplant. Am anderen Ende der Straße weicht Olfens letzte Ampel einem sogenannten "Mini-Kreisverkehr" mit 19 Metern Durchmesser. Die Mittelinsel soll für Busse überfahrbar sein. © Grafik: Stadt Olfen

Die Olfener können sich darauf einstellen, dass nach dem Umbau Rot die prägende Farbe auf der Bilholtstraße und der Straße Zur Geest (zwischen Bilholtstraße und Freiherr-vom-Stein-Straße) sein wird. Zumindest, wenn der Umbau so umgesetzt wird, wie er am Dienstag vorgestellt wurde. Und die Stadt setzt damit ein Zeichen für den umweltfreundlichen Radverkehr.

Autofahrer geben Platz auf der Straße ab

Dazu bekommen die beiden Teilstücke der Straßen auf beiden Fahrbahnseiten jeweils 1,56 Meter breite rote Fahrradstreifen. Damit bekommt der motorisierte Verkehr weniger Platz als zuvor, was auch so beabsichtigt ist. Was die Radfahrer an zusätzlichem Platz zur Verfügung haben werden, müssen die Autofahrer künftig abgeben.

Olfen will auf der Bilholtstraße und Zur Geest radikal Platz für Fahrradfahrer machen

Im Bereich der Rossmann- und Netto-Filialen soll ein neuer Fußgängerüberweg entstehen. © Günther Goldstein

Nichts ändern soll sich hingegen an der Anzahl der Parkplätze entlang der Bilholtstraße. So bleibe es bei 35 Parkplätzen, teilte Sendermann mit. Ein Sicherheitsbereich von 50 Zentimeter zum Fahrradstreifen soll neben den Parkplätzen verhindern, dass sich Autofahrer, die aus ihrem Fahrzeug aussteigen wollen und Fahrradfahrer gefährlich in die Quere kommen.

Ausweichen auf den Fahrradstreifen ist erlaubt

Autofahrer werden in Zukunft noch mehr auf Fahrradfahrer achtgeben müssen. Sie sollen aber im Zweifelsfall auch den roten Fahrradstreifen zum Ausweichen nutzen dürfen, wenn der Platz auf dem Fahrstreifen nicht ausreichen sollte.

Stichwort Autofahrer: In der Ausschusssitzung gab es zum geplanten Kreisverkehr an der Ecke Bilholtstraße/Zur Geest Bedenken, ob Autofahrer den mit 19 Meter Durchmesser sogenannten „Mini-Kreisel“ einfach überfahren, statt der Fahrbahn zu folgen. Denn der Kreisel soll kein Hindernis in der Mitte bekommen, sondern lediglich eine Markierung. Das gilt auch für die sogenannten Inselköpfe, die Fortsetzungen der Fußgängerüberwege entlang der Kreisel-Straßen.

Gelenkbusse müssen über den Kreisel fahren

Der Sinn dahinter ist, dass nach wie vor Gelenkbusse die Kreuzung befahren, der Durchmesser des Kreisverkehrs aber zu gering ist, um ihn mit einem Bus sauber zu passieren.

Bei den Kosten für das Projekt - immerhin rund 1,6 Millionen Euro - hat sich die Fördersumme des Landes mittlerweile erhöht. So soll die Stadt 70 Prozent statt bislang 60 Prozent gefördert bekommen.

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Im nächsten Schritt kündigt die Verwaltung an, sowohl mit Bürgern als auch mit dem ADFC die Pläne zu besprechen. Eine Bürgerinformationsveranstaltung zu der Umbauplanung ist für Ende April/ Anfang Mai vorgesehen. Start des Umbaus: voraussichtlich im Herbst, 2020 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

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