Olfener lehnen Plan des Innenministers kategorisch ab - was macht Herbert Reul?

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Die Lippe trennt bekanntlich Olfen und Datteln. Der Versuch von NRW-Innenminister Herbert Reul die Städte zusammenzubringen, sorgt für heftige Reaktionen - auch aus der eigenen Partei.

Olfen

, 12.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Halterner Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen hat als Generalsekretär der NRW-CDU das gesamte Land im Blick. Doch mit dem Vorstoß von Innenminister Herbert Reul zu den neu geordneten Wahlbezirken für die Landtagswahl 2022 kann sich Hovenjürgen nicht anfreunden.

„Es spricht nichts für den unterbreiteten Vorschlag aus dem Innenministerium“, betont Hovenjürgen. Der Mann ist offensichtlich näher an den Bürgern in der Region als der Minister. Wie Hovenjürgen laufen Bürger und auch Mandatsträger Sturm gegen die Reul-Pläne.

„Menschen im Ruhrgebiet haben andere Forderungen als Orte im Münsterland“

„Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ich schätze mal, dass genau das der Grund ist. Stimmenfang und nichts anderes“, schreibt Annette Tölle bei Facebook nach unserer Veröffentlichung. „Die Menschen im Ruhrgebiet haben doch ganz andere Forderungen an die Politik, als Orte aus dem Münsterland“, ergänzt Mike Koschorrek.

Beide wissen sich in guter Gesellschaft - auch bei Verantwortlichen Olfen. „Ich halte von den Vorschlägen zur Neuordnung der Wahlbezirke gar nichts“, sagt der Olfener CDU-Vorsitzende Klaus Düllmann. Er kann nicht verstehen, warum Olfen und Lüdinghausen aus dem Coesfelder Wahlkreis herausgebrochen und einem Recklinghauser Wahlkreis zugeordnet werden sollen.

Generalsekretär der NRW-CDU kritisiert „Flickschusterei“

„Erst zur vergangenen Landtagswahl sind aus dem Wahlkreis Recklinghausen IV Teile von Waltrop und Datteln herausgenommen worden, weil er sonst zu groß geworden wäre“, sagt Düllmann. „Wenn der Wahlkreis jetzt zu klein sein sollte, könnte man diese Bereiche wieder dem Wahlkreis zuordnen.“

Wahlkreise über Kreisebenen hinweg stoßen nicht nur bei den Verantwortlichen der CDU im Kreis Coesfeld auf Widerstand, auch der Generalsekretär lässt kein gutes Haar an den Reul-Plänen. „Diese Flickschusterei angeknabberter Städte macht die Arbeit des Abgeordneten komplizierter. Für die Menschen ist es verwirrend, den richtigen Ansprechpartner zu finden“, sagt Hovenjürgen.

Wahlkreisneuzuschnitt ist „äußerst ungeschickt“

Auch in der Kommunikation zwischen Institutionen führe es oft zu Irritationen der Zuständigkeit vor Ort. „Der vom Innenminister für meinen Wahlkreis vorgeschlagene Neuzuschnitt verbessert diese Situation keinesfalls! Die Stadtteile Marls und die Stadt Oer-Erkenschwick fallen aus dem Wahlkreis heraus und sollen durch Lüdinghausen und Olfen ersetzt werden.

„Diesem Vorschlag widerspreche ich ausdrücklich, weil es äußerst ungeschickt ist, mit einem Wahlkreisneuzuschnitt die Grenze von Regionen zu überschreiten. Es ließe sich ein nahezu idealer Wahlkreis mit den beiden Städten Dorsten und Haltern am See, Datteln-Ahsen sowie Marl-Polsum erreichen.“

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