Naturbad: Stadt stellt mit Plan für neue Filteranlage Weichen für bleibende Wasserqualität

hzNaturbad Olfen

Rund 31.000 Menschen haben sich in der Saison 2018 im Wasser des Naturbades Olfen vergnügt. Dafür, dass sie das in qualitativ gutem Wasser tun, gibt es einen bestimmten Bereich im Bad.

Olfen

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Gerade bei Temperaturen wie zurzeit tummeln sich Hunderte von Menschen im Olfener Naturbad. „Sonntag waren 2000 Leute im Bad“, berichtete Bürgermeister Wilhelm Sendermann in der Bau- und Umweltausschusssitzung am Dienstag, 25. Juni. Sie tun das im Vertrauen darauf, dass das Wasser so sauber ist, dass man darin baden kann.

Bad und Filter sind zehn Jahre alt

Zehn Jahre existiert das Naturbad Olfen. Das Naturbad - das besagt ja schon der Name - wird ohne Chemie sauber gehalten. Die Reinigung des Bades vollzieht sich - natürlich - in einem mit Röhricht bepflanzten Sandfilter (Schilfbeet) mit einer Gesamtfläche von rund 1500 Metern.

Das Prinzip: Das Wasser läuft aus dem Schwimmbereich über Überlaufrinnen in den Filterbereich, durchströmt dort unter anderem Schilf und weitere Bereiche mit verschiedenen Substraten und Zusatzstoffen. Bakterien und Mikroben übernehmen die Reinigung mit.

Naturbad: Stadt stellt mit Plan für neue Filteranlage Weichen für bleibende Wasserqualität

In diesen Schilf-Feldern wird das Wasser des Naturbades aufbereitet, gereinigt und dann wieder zurückgepumpt ins Badebecken. So kann es ohne chemische Zusätze rein gehalten werden. © Tobias Weckenbrock (A)

Dieser Filter ist nun auch schon zehn Jahre alt. Damit die Qualität des Wassers auch in Zukunft gegeben ist, hat die Verwaltung sich Gedanken gemacht. Das Zauberwort heißt Neptunfilter, wie Markus Freck, bei der Stadtverwaltung für das Naturbad zuständig, dem Ausschuss erklärte.

Neuer Filter leistungsfähiger und nicht so personalaufwendig

Der Neptunfilter, der laut Freck in vielen Bädern eingesetzt wird und sich bewährt habe, sei leistungsfähiger als der bisherige Filter. So ströme das Wasser langsamer und könne so per speziellem Granulat und Drainage besser gefiltert werden.

Weiterer Vorteil gegenüber dem bisherigen Filter laut Freck: Geringerer Personalaufwand. „Zum Saisonstart schneiden wir den Röhricht komplett ab. Das Personal ist mehr als eine Woche lang damit beschäftigt.“ Zudem musste der Filter mit Netzen überspannt werden, weil Vögel diesen Schilfbereich gern anfliegen und die Gefahr besteht, dass Vogelkot in den Filterbereich dringt. Das sei im Neptunfilter so nicht nötig.

Spätestens in zwei Jahren, müsse sich die Verwaltung mit dem Thema Filter im Naturbad beschäftigen, so habe es ein Fachbüro, das die Stadt Olfen berät, erklärt, berichtet Freck.

Hohe Verantwortung gegenüber den Badbesuchern

„Wir haben eine hohe Verantwortung den Badbesuchern gegenüber, dass alles effizient funktioniert“, ergänzte Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Zwei unabhängige Institute lassen zwar wöchentlich Wasserproben entnehmen. Aber in Sachen Filter bis zum letzten Tag zu warten, sei nicht Absicht der Verwaltung.

„Wir müssen jetzt die Weichen stellen, denn eine solche Baustelle muss gut vorbereitet sein. Sie sollte im September nach einer Badsaison beginnen, damit sich auch die Biologie bis zum Wiederbeginn im Mai des darauffolgenden Jahres einstellen kann.“

Was die Kosten betrifft, liegen die Arbeiten laut Markus Freck bei rund 330.000 Euro. „Komplett“, so Freck. Voraussetzung sei jedoch, dass die vorhandenen Anschlüsse und der neue Filter kompatibel seien. Der Bau- und Umweltausschuss beschloss einstimmig, den Filter zu sanieren und beauftragte die Stadtverwaltung, diese Maßnahme umzusetzen.

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