Olfener Paten helfen Flüchtlingen - auch in der Coronakrise

Asylkreis

Die Situation der Flüchtlinge in Olfen hat sich in der Corona-Pandemie in vielen Fällen verändert. Darauf reagiert jetzt der Arbeitskreis Asyl mit neuen Ansätzen und Angeboten.

Olfen

, 28.08.2020, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mary Marcellus sieht in der Coronakrise besonderen Unterstützungsbedarf bei der Flüchtlingsbetreuung.

Mary Marcellus sieht in der Coronakrise besonderen Unterstützungsbedarf bei der Flüchtlingsbetreuung. © Stadtverwaltung

Sprachkenntnisse sind der zentrale Punkt bei der Integration der Flüchtlinge in Olfen. Allerdings sind in den vergangenen Monaten alle Sprachkurse ausgefallen. Der Arbeitskreise Asyl sieht deshalb einen „dringender Nachholbedarf.“

Allerdings sei auch bei einem erfolgreichen Abschluss des Integrationskurses nicht gesichert, dass Flüchtlinge im „normalen Leben“ Deutsch sprechen, sondern gerade bei Gesprächen mit Landsleuten wieder ihre Muttersprache nutzen.

„Dies ist verständlich, führt aber zu einer Verzögerung des Integrationsprozesses. Durch das neue Bildungs- und Teilhabegesetz ist es außerdem möglich, dass Schulkindern aller Jahrgänge professionelle Nachhilfe gewährt werden kann. Hier arbeitet die Stadt eng mit der Schule, Nachhilfeinstituten und dem Arbeitskreis zusammen“, heißt es in einer Mitteilung des Arbeitskreises.

Sprachkenntnisse bleiben das große Thema bei der Integration

Auch Abdalah Abdul-Latif, bei der Stadt Olfen zuständig für die Arbeitsbeschaffung für Flüchtlinge, machte beim Treffen deutlich, dass bei Gesprächen mit Unternehmen immer wieder nach den Sprachkenntnissen gefragt wird. Ansonsten sieht er „durchaus Chancen, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen, vorausgesetzt die zur Zeit vorhandenen Corona-Beschränkungen werden auf Dauer keine weiteren Belastungen für die Unternehmen mit sich bringen.“ Wer in seinem Betrieb einen Flüchtling beschäftigen möchte, kann sich an Abdalah Abdul-Latif bei der Stadt Olfen, Tel. (02595) 389-150 melden.

Mary Marcellus, Integrationsbeauftragte der Stadt, betonte in einem Referat, dass künftig die Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen wie Zukunftsängste, Einsamkeit, Krankheiten von besonderer Bedeutung sei. Die ehrenamtliche Arbeit wird sich künftig verstärkt auf ein Patensystem ausrichten.

Café International muss in Coronakrise geschlossen bleiben

Mit einer Wiedereröffnung des in der Coronakrise ausgefallenen Café International ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Ersatzweise bietet der Arbeitskreis seit einigen Wochen einen Frauentreff im evangelischen Gemeindezentrum an. Als Ergänzung hierzu erwägt der Arbeitskreis einen Männertreff. Vier Männer haben sich spontan zu einem Organisationstreffen am 3. September um 18 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum verabredet. Weitere Helfer werden dringend gesucht. Interessenten können sich auch bei Heiner Dieckmann unter Tel. (02595) 5740 melden. Für die Kinder und Jugendlichen gibt es das Gaudium und einen offenen Jugendtreff im Leohaus. Abschließend betonten die beiden Referenten und die Arbeitskreismitglieder die „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arbeitskreis und Stadt.“

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