Der Gang am Gymnasium Canisianum ist meist leer. Das liegt nicht an den aktuell laufenden Bauarbeiten auf dem Gelände. Vielmehr musste die Schule den Abiturjahrgang nach einem Coronafall in den Distanzunterricht schicken. © Marcel Aschwer
Positiver Fall

Präsenzunterricht für Abiturjahrgang am Canisianum wieder beendet

Unglücklicher hätte es für den Abiturjahrgang am Gymnasium Canisianum kaum laufen können. Seit Montag (22.) ist er im Präsenzunterricht, am Donnerstag musste die Schule die Reißleine ziehen.

Das private und staatlich anerkannte Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen, das auch viele Schülerinnen und Schüler aus Olfen und Nordkirchen besuchen, hat am Donnerstagmorgen um 9 Uhr den kompletten Abiturjahrgang (Q2) wieder in den Distanzunterricht versetzt. „Vorsorglich“, wie Schulleiter Michael Dahmen sagt. Zuvor war er über einen positiven Coronatest in der Jahrgangsstufe informiert worden. Mit Rücksicht auf den Datenschutz gab Schulleiter Dahmen keine Auskünfte zu der betroffenen Person.

Damit ist eine Situation eingetreten, die die Schule möglichst vermeiden wollte. Sie hatte – wie auch das St. Antonius-Gymnasium Lüdinghausen, am Montag (22.) von einer Kann-Bestimmung des Landes Nordrhein-Westfalen Gebrauch gemacht. Das hat zur Folge, dass die kompletten Jahrgänge Q1 und Q2 wieder Präsenzunterricht haben. „Wir erteilen Unterricht vollständig nach Plan“, so Michael Dahmen. Das Land NRW hatte neben dieser Regelung auch eine Kombination von Präsenz- und Distanzphasen erlaubt.

Schüler des Abiturjahrgangs lernen wieder auf Distanz

Noch am Mittwoch dieser Woche hatte Schulleiter Michael Dahmen in einer Stufenversammlung die Schülerinnen und Schüler auf die besondere Situation und die Regeln erläutert. „Es gab es ein großes Verständnis“, berichtete der Schulleiter am Mittwoch. Bereits seit dem Start des Präsenzunterrichts hatte er sich auch in Pause überzeugt, ob die 71 Schülerinnen und Schüler der Q2 sowie die 99 Schülerinnen und Schüler der Q1 an die Vorgaben halten. „Sie verhalten sich sehr gut“, so sein Fazit.

Einen Coronafall haben alle Maßnahmen – klare Regeln, Teilung von größeren Kursen, Schulhoftrennung und mehr – allerdings nicht verhindern können. Weil Schulleiter Dahmen am frühen Donnerstagmorgen das Kreis-Gesundheitsamt nicht erreichen konnte, hat er selbst entschieden. Nach der ersten Schulstunde machten sich die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs auf den Weg nach Hause, um dann noch am gleichen Tag wieder in den Distanzunterricht einzusteigen.

Damit verblieb an der Schule nur noch die komplette Jahrgangsstufe Q1 sowie 11 Schülerinnen und Schüler, die als Geflüchtete an das Canisianum gekommen sind und jetzt ihren Hauptschulabschluss (nach Klasse 9 machen). Wie lange die Q2 jetzt im Distanzunterricht bleiben muss, konnte Michael Dahmen am Donnerstagmorgen noch nicht sagen. Die Situation ist natürlich gerade für die Q2 ausgesprochen unangenehm. Die Schülerinnen und Schüler haben ohnehin nur noch wenige Schultage. Bereits in gut vier Wochen beginnen die Osterferien, kurz danach stehen die Abi-Klausuren an.

„Jede Kursteilung und jeden Sitzplan dokumentiert“

Die Schule hat nach Einschätzung von Schulleiter Michael Dahmen jedenfalls alles getan für den jetzt eingetretenen Fall. „Wir dokumentieren jede Kursteilung und jeden Sitzplan.“ Somit soll eine schnelle Nachverfolgung erleichtert werden. Der Schulleiter hat nach Bekanntwerden des Coronafalls auch die Leitung des St. Antonius-Gymnasiums über die Entwicklung informiert. Die für den Donnerstag anstehenden Kooperations-Kurse sind abgesagt worden. Fest steht, dass aktuell nicht „nur“ das Gymnasium Canisianum von Coronafällen betroffen ist.

Das Rote Kreuz hat ihre Kita „Am Kastanienbau“ geschlossen. Hier hatten sich mehrere Erzieherinnen und Kinder mit dem Coronavirus infiziert. Nach Aussage von DRK-Vorstand Christoph Schlütermann „auch mit der britischen Variante B.1.1.7.“ Diese positiven Tests an der Kita haben zur Folge, dass sich das gesamte Personal sowie 30 Kinder in Quarantäne befinden. Die beiden Fälle in der Stadt zeigen, wie schwierig es ist, Kinderbetreuung und Unterricht in Pandemiezeiten möglich zu machen.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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