So will das neue Projekt „Return“ arbeitslosen Jugendlichen eine Perspektive eröffnen

hzJugend-Projekt

Kein qualifizierter Schulabschluss, keine Berufsausbildung, keine Perspektive: Jungen Menschen in Hartz IV will ein neues Projekt helfen. Das Vorgänger-Projekt wurde allerdings eingestellt.

Olfen

, 17.08.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind in schwierigen Familienverhältnissen groß geworden, sie leben im Zelt am Kanal, sie nehmen Drogen, sie sind kriminell geworden. Es gibt viele Gründe, warum junge Menschen vom Weg abkommen. Und es gibt noch mehr Gründe, warum sie am Ende durch das in Deutschland recht engmaschige soziale Netz fallen.

Im Spätsommer 2016 startete deshalb das Kolping-Bildungswerk das Pilotprojekt „Respekt - mach dein Ding“, das unkomplizierte Hilfe für 15- bis 25-Jährige versprach. Nicht fragen, nicht Formalien in den Vordergrund stellen, direkt helfen - so der Ansatz. Dazu gehörte auch, dass die Mitarbeiter mit ihrem Wohnmobil im Kreis Coesfeld verschiedenste Orte ansteuerten, um so eine niedrigschwellige Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Wie bei Jasmin (Name geändert).

Junge Frau lobt: „Alle Ansprechpartner waren locker drauf“

Sie nahm in Olfen am mobilen Standort hinter dem Haus Katharina den ersten Kontakt auf. „Alle waren total locker drauf“, sagte sie einige Wochen später in einem Pressegespräch. Nach vielen Gesprächen hatte Jasmin ihren Weg gefunden und ihren Berufswunsch (Sozialassistenz) formuliert. „Es geht nicht darum, was jemand kann, sondern um den Blick auf das Machbare“, sagte Projektleiterin Andrea Arndt.

Trotz aller Erfolge war für „Respekt - Mach dein Ding“ nach zwei Jahren Schluss, die Förderung lief aus. Doch es gibt mehr als nur einen Hoffnungsschimmer. Mit neuem Namen „Return“ und neuen Rahmenbedingungen geht es nach einer Pause von rund drei Monaten zumindest für zwei Jahre „auf kleinerer Flamme“ weiter.

Beim Nachfolgeprojekt Return gibt es deutlich weniger Stellen

„Bei Respekt hatten wir an den vier Standorten Lüdinghausen, Coesfeld, Dülmen und Nottuln jeweils zwei bis drei Mitarbeiter. Bei Return sind es 3,5 Stellen für den kompletten Kreis - und damit für die vier Standorte Lüdinghausen, Coesfeld, Dülmen und Senden. Damit sind wir aber ganz gut aufgestellt“, sagt der pädagogische Mitarbeiter und Ansprechpartner Robin Langer.

Er muss allerdings einräumen, dass mit dem verringerten Personal die mobilen Standorte bislang noch nicht wieder in der Form wie früher angesteuert werden. „Wir haben zwar kein Wohnmobil mehr, jedoch einen Bulli, der ebenfalls Gespräche ermöglicht“, ergänzt Langer.

Noch kein Termine für mobile Sprechstunde in Olfen

Ziel von Return sei, wieder nach Olfen zu kommen. Einen Termin für die Wiederaufnahme der mobilen Sprechstunde konnte Langer noch nicht nennen. Wer darauf nicht warten will, nutzt die Hotline für eine erste Kontaktaufnahme: (0152) 22987222. Das Team von Return rät allen Interessenten zu „etwas Beharrungsvermögen“. Wer den persönliche Kontakt sucht, meldet sich im neuen Büro in Lüdinghausen am Stephanusweg.

Lesen Sie jetzt