An zwei Ausgabefenstern wurde die Suppe in die mitgebrachten Gefäße geschöpft © Familienkreis Kunterbunt
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„Ratzekahl ausverkauft“: Kartoffelsuppe „to go“ war der Renner in Olfen

Trotz Corona hat der Familienkreis Kunterbunt an seiner Tradition festgehalten: An Palmsonntag gab es so auch in der Corona-Krise Kartoffelsuppe am Haus Katharina in Olfen. Nur halt „to go“.

80 Kilo Kartoffeln hatten sie geschält, die letzten zehn Kilo als Sicherheits-Puffer, falls doch viel mehr hungrige Gäste kommen würden, als Vorbestellungen da waren. Sie wollten auf der sicheren Seite sein. Trotzdem wurde es sehr knapp – am Ende der Ausgabe von „Kartoffelsuppe to go“ am Palmsonntag am Haus Katharina. Es wurde so knapp, dass bei den Mitgliedern des organisierenden Familienkreises Kunterbunt keine Kartoffelsuppe mehr auf den Tisch kam. „Bei uns gab es Reste-Essen vom Vortag“, sagt Walburga Walters vom Familienkreis. Zwei Familien konnten am Haus Katharina nicht mehr bedient werden. „Wir waren ratzekahl ausverkauft“, sagt Walburga Walters. „Das tat uns so leid, zumal die Familien Gäste eingeladen hatten zum Kartoffelsuppeessen.“

Dass die Aktion „Kartoffelsuppe to go“ so erfolgreich war, freut die Mitglieder des Familienkreises natürlich sehr. Seit 16 Jahren wird die Suppe als Fastenessen der Gemeinde am Palmsonntag serviert, in diesem Jahr erstmals – coronagerecht – zum Mitnehmen. Die Kartoffelsuppe wurde von den Familien Eckmann und Buxkämper in die mitgebrachten Behältnisse ausgegeben, so sah es das Hygienekonzept vor. An den zwei Ausgabestellen wiesen Hinweise auf das Verhalten in der Wartschlange hin.

Neue Kartoffelsuppen-Liebhaber

„Dass die Aktion derart kontaktarm sein musste, ist für uns auf der einen Seite selbstverständlich“, so Walburga Walters. Auf der anderen Seite fehle doch die Kommunikation, die immer ein wesentlicher Teil des Fastenessens gewesen sei. Daher war die Freude über die große Resonanz umso höher. „In diesem Jahr konnten wir auch viele neue Kartoffelsuppen-Liebhaber bedienen.“

Andreas Eckmann (Mitte) und Bernadette und Ernst Buxkämper in der Küche des Hauses Katharina.
Andreas Eckmann (Mitte) und Bernadette und Ernst Buxkämper in der Küche des Hauses Katharina. © Familienkreis Kunterbunt © Familienkreis Kunterbunt

Einen Preis hatte die Suppe nicht, es wurde um eine Spende gebeten, auch das ist Tradition. „Wir haben genau 2084 Euro eingenommen, lediglich 70 Euro müssen wir für unsere Unkosten abziehen, sodass wir 2024 Euro an Schwester Emilia in Kajunguti/Tansania überweisen können“, so Walburga Walters.

Seit vielen Jahren erhält der Familienkreis die Kartoffeln vom Hof Vinnemann als Spende – das hält die Unkosten der Aktion gering.

Situation in Tansania ist angespannt

Der Familienkreis hat es sich seit 2005 zum Ziel gesetzt, die Krankenstation in Kajunguti/Tansania beim Aufbau und bei der Unterhaltung zu unterstützen. Gegenseitige Besuche haben dazu geführt, dass ein großes gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden konnte. Vorausschauend hatte Schwester Emilia die Krankenstation in Kajunguti schon früh – im Frühjahr 2020 – auf die Behandlung von Corona-Patienten vorbereitet und eingerichtet. Mit finanzieller Unterstützung des Familienkreises wurden Sauerstoffgeräte, Liegen, Desinfektionsmittel und Schutzkleidung eingekauft. Schwester Emilia ist Leiterin der Station und die Kontaktperson zum Familienkreis in Olfen.

Schwester Emilia berichtet laut Familienkreis aus Tansania, dass die Regierung überhaupt nicht mehr über Corona sprechen möchte, offiziell gebe es in Tansania keine Corona-Erkrankungen mehr, daher würde weder getestet noch geimpft. Sie selbst und eine Mitschwester habe eine schwere Lungenentzündung gehabt, von der sie sich nur langsam erhole.

Laut Familienkreis sei es auch so, dass die Kosten für Materialien und für Medikamente aufgrund der erhöhten Nachfrage in die Höhe gehen Die Krankenstation Kajunguti müsse ihren Bedarf bei Importeuren decken, und lange Lieferzeiten in Kauf nehmen.

So wird eine kräftige Finanzspritze aus Olfen Schwester Emilia bei der Beschaffung der Materialien helfen können. Die zehn Olfener Familien danken den Gästen der Aktion „Kartoffelsuppe to go“.

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