Der schwere Raub ereignete sich am Mittwoch (18.8.) in der Lotto-Annahmestelle von Michael Etges an der Kirchstraße 10 in Olfen. © Günther Goldstein
Raub

Raub in Olfener Lotto-Annahmestelle: Täter wartet auf den Haftrichter

Am Mittwoch (18.8.) überfiel ein Mann die Lotto-Stelle Etges in Olfen mit einer Schreckschusspistole. Jetzt wird er dem Haftrichter vorgeführt. Ihm drohen mehrere Jahre Gefängnis.

Am Mittwochmittag hatte ein Mann die Lotto-Stelle von Michael Etges an der Kirchstraße in Olfen betreten. Zunächst kaufte dieser Zigaretten, ehe er den Ladeninhaber dazu aufforderte, ihm das Geld aus der Kasse auszuhändigen. Als Etges ihm die Scheine nicht gab, kehrte der Mann mit einer Schreckschusspistole zurück. Da der Inhaber bereits die Polizei informiert hatte, nahm der Täter einem weiteren Kunden die Geldbörse ab und flüchtete ohne die Tageseinnahmen. Später stellte er sich der Polizei.

Nun muss sich der Täter am Donnerstag gegenüber einem Haftrichter mindestens wegen schweren Raubes verantworten. Das teilte die Polizei am Donnerstagmittag mit. „Schwerer Raub wird mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter drei Jahren geahndet“, sagt Polizeisprecherin Britta Venker auf Nachfrage dieser Redaktion. Weitere Details sollen in den kommenden Tagen folgen.

In der Erstmeldung am Mittwochmittag schrieb die Polizei noch von einem versuchten Raub. Mittlerweile gebe es jedoch verschiedene Gründe, die Schwere des Verbrechens auf einen schweren Raub anzuheben, wie Venker erklärt.

Unterscheidung zwischen Diebstahl und Raub

Zunächst einmal müsse zwischen Diebstahl und Raub unterschieden werden. „Bei einem Raub werden Gegenstände mit Gewalt in den eigenen Besitz gebracht, anders als bei einem Diebstahl“, sagt Venker. Folgt man dieser Argumentation, müsste man von einem Diebstahl sprechen, wenn beispielsweise ein Smartphone auf dem Tresen liegt und die stehlende Person dies einfach mitnimmt.

Da der Täter dem Kunden in Olfen die Geldbörse allerdings gewaltsam abgenommen hat, liege ein Raub vor. Es könne auch nicht mehr von einem versuchten Raub gesprochen werden, weil der Mann mit dem Portemonnaie geflohen ist. Der Raub gelte damit als vollendet. Dass dem Ladeninhaber das Geld nicht aus der Kasse genommen wurde, spiele für diese Beurteilung keine Rolle.

Schwerer Raub bei Mitführen einer Waffe

Noch dazu habe der Täter bei Ausführung des Raubes eine Schreckschusspistole bei sich geführt. „Wenn der Raub mithilfe einer Waffe jeglicher Art durchgeführt wird, liegt ein schwerer Raub vor“, sagt Venker weiter. Als Waffe sei beispielsweise ein Messer, ein Schlagring oder eben eine Pistole zu betrachten. Der Vorfall in Olfen sei mindestens in dieser Kategorie anzusiedeln. Denn wie Ladeninhaber Michael Etges nach dem Ereignis berichtete, habe der Täter die Schreckschusspistole nicht gezogen, sondern nur gezeigt.

Venker rät, in den Täterinnen und Tätern in solchen Situationen immer das geforderte Geld zu geben. „Meist befinden sich die Leute in psychischen Ausnahmesituationen. Mann kann nicht einschätzen, wie sie reagieren“, sagt sie.

Nun müsse ein Gericht entscheiden, ob das Zeigen der Pistole auch als Verwenden der Waffe gilt. Denn dann würde sich die Strafe nochmals erhöhen und mindestens fünf Jahre Gefängnis drohen – ein hoher Preis für eine Geldbörse.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.