Das Restaurant Heidekrug in Olfen ist seit Monaten geschlossen. Nun scheint die Zukunft geklärt zu sein. © Arndt Brede
Heidekrug Olfen

Restaurant Heidekrug in Olfen geschlossen – Zukunft ist wohl geklärt

Der Heidekrug gehört zu den beliebtesten Restaurants in Olfen und Umgebung. Aber seit Monaten ist das Restaurant geschlossen. Für immer? Das wird sich so mancher fragen. Es gibt eine Antwort.

Das Restaurant Heidekrug an der Kökelsumer Straße in Olfen: Beliebtes Ausflugsziel. Es ist Treffpunkt für Gesellschaften. Firmen und Radfahrergruppen machen hier Halt, um zu essen und zu trinken. Normalerweise. Aber seit Monaten ist der Betrieb geschlossen. Wer anruft, um einen Tisch zu reservieren oder nur, um zu fragen, warum das Restaurant geschlossen ist und wie lange noch, der hört auf dem Anrufbeantworter die Stimme von Zlatko Gänzler-Soprano. Für die Geschäftsführung hat er unter anderem folgende Sätze aufgesprochen: „Leider sind wir gezwungen, in Kurzarbeit zu gehen, weil die versprochene Hilfe nicht angekommen ist und zum ersten Mal in all diesen Jahren unsere Liquidität bedroht ist. Sobald die Hilfe für November und Dezember in vollem Umfang ankommt, machen wir sofort wieder auf. Ansonsten warten wir, bis das Restaurant wieder geöffnet werden darf und wir Sie wieder hier bei uns verwöhnen dürfen.“

Diese Worte hören Anrufer seit Monaten. Wer sich am Restaurant umschaut, erlebt – natürlich – einen leeren Parkplatz. Dort, wo an Spitzentagen weder ein Parkplatz noch ein Tisch zu ergattern ist, ist es still geworden. Das Gebäude sieht verloren aus. Okay, für einen sogenannten Lost Place ist die Gebäudesubstanz offensichtlich zu gut. Aber steuert der Heidekrug auf ein solches Schicksal zu?

Bei unserer Recherche sind wir auf eine Handynummer gestoßen, auf der Zlatko Gänzler-Soprano angeblich zu erreichen sein soll. Anruf der Redaktion. Der Ruf geht durch. Wenige Minuten später Anruf von der besagten Handynummer in der Redaktion. Am Apparat: Zlatko Gänzler-Soprano.

Private Gründe

Wir erreichen ihn in Kroatien. Private Gründe haben ihn zu dieser Reise gezwungen, sagt er. Gründe, die seine volle Aufmerksamkeit auch in den vergangenen Monaten erfordert hätten. „Aber sobald ich wieder zurück in Deutschland bin, werde ich mich mit meinem Steuerberater zusammensetzen, die nötigen Unterlagen zusammenstellen und mich darum kümmern, welche Auflagen wir für eine Öffnung erfüllen müssen. Schließlich ist unser Restaurant keine Garage, die man so einfach aufmachen kann.“

Es ist ruhig am Heidekrug. Der Parkplatz ist leer. Das Gebäude geschlossen.
Es ist ruhig am Heidekrug. Der Parkplatz ist leer. Das Gebäude geschlossen. © Arndt Brede © Arndt Brede

Nachfrage der Redaktion: „Sie sind also gewillt, das Restaurant Heidekrug wieder zu öffnen?“ Antwort: „Natürlich.“ Steht denn schon ein Datum für die Wiederöffnung fest? „Das kann ich noch nicht sagen, weil ich eben nicht weiß, welche Auflagen auf uns zu kommen“, sagt Gänzler-Soprano. „Aber geöffnet wird innerhalb von ein, zwei Wochen.“

Coronakrise hat zugesetzt

Neben den privaten Gründen habe es auch andere Gründe gegeben, dass der Heidekrug letztendlich zunächst einmal habe schließen müssen. Das habe mit Corona zu tun und mit dem Lockdown Ende 2020, der mehrmals verlängert worden sei, wo doch viele Menschen schon Tische reserviert hatten, gerade um die Weihnachtszeit herum, erzählt Zlatko Gänzler-Soprano. Immerhin habe er den Lieferdienst am Leben gehalten, wie er es ausdrückt. „Ob wohl wir Verluste gemacht haben.“ Das Problem: „Wir sind ein Ausflugslokal und haben 80 Prozent Gäste, die über 50 Kilometer von uns entfernt wohnen. Wer wird aus dieser Entfernung kommen und sein Essen abholen? Und so weit liefern können wir auch nicht.“

„Die versprochene Finanzhilfe der Regierung kam und kam nicht“, erzählt Soprano. Oder jedenfalls nur immer teilweise. „Das war ein Tröpfchen auf dem heißen Stein. Zu dem Zeitpunkt war ich verzweifelt.“ Mitte Januar habe er dann entschieden, die Tätigkeit einzufrieren, um weitere Verluste zu vermeiden. So drückt er es jedenfalls aus.

„Wir kriegen das hin“

Jetzt aber sei wieder etwas an Hilfe angekommen. „Ich muss mir aber nach meiner Rückkehr aus Kroatien erst einen Überblick verschaffen.“ Positiv sei aber: „Wir dürfen wieder aufmachen, wie alle anderen auch. Wir kriegen das hin.“

Innerhalb der Gastronomieszene Olfens spielt der Heidekrug eine wichtige Rolle. Wie findet es Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann eigentlich, dass ein solch renommiertes Restaurant seit Monaten geschlossen hat?

Sendermanns Antwort liest sich so: „Wegen Corona waren ja Öffnungen nicht oder nur begrenzt möglich. Jetzt geht es wieder und es freut mich, dass auch die Gastronomie wieder in Gang kommt. Wir als Stadt konnten unseren Mietern durch Verzicht auf die Miete etwas helfen. Das sollte auch Vorbild für andere sein.“

Das Restaurant hat als Gasthof „Heidekrug“ mehr als 350 Jahre Tradition. So steht es auf der Homepage des Restaurants. Nach Auskunft von Zlatko Gänzler-Soprano führt die Familie Soprano den Gasthof seit knapp 29 Jahren.

Über den Autor
Redaktion Selm
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