Ferdinande Greskamp vor ihrer Gaststätte. Die Wirtin hofft auf eine vollständige Öffnung. © Günther Goldstein
Gastronomie

Restaurants in Olfen zwischen Öffnungsfreuden und Wetter-Frust

Seit Samstag (15.5.) darf im Kreis Coesfeld die Außengastronomie öffnen. Die Restaurants in Olfen reagieren unterschiedlich darauf. Viele wollen abwarten, bis sie vollständig öffnen dürfen.

Für Olfen gab es am Samstag (15.5.) erste Lockerungen der Corona-Schutzregeln. So durfte die Außengastronomie wieder öffnen, weil der Kreis Coesfeld schon länger unter einer Inzidenz von 100 liegt. Die Erfahrungen am Tag eins sind unterschiedlich.

Geöffnet hatte zum Beispiel das Eiscafé De Bona, das im Biergarten wieder Stühle aufgestellt hatte. Zwei Olfener hatten es sich dort am Samstagnachmittag unter einem roten Sonnenschirmen bequem gemacht – dem schlechten Wetter zum Trotz.

Die Außengastronomie in Olfen war bereit, wie zum Beispiel das Eiscafe De Bona. Das Wetter hätte aber besser sein können. © Güther Goldstein © Güther Goldstein

Bierleitungen müssen für die Wiedereröffnung gereinigt werden

Das Geschäft wurde bei unserem Besuch gerade mit Waren geliefert. Der Verkaufsfahrer weiß zu berichten: „Eines der größten Probleme für die Gastronomen ist, jetzt zur Wiedereröffnung die Bierleitungen gereinigt zu bekommen. Da gibt es ziemliche Engpässe“.

Nicht nur das Eiscafé freut sich auf Gäste. Auch am oberen Ende des Marktplatzes haben Gastronomen ihre Stühle und Tische aufgestellt. Allerdings sind an diesem nassen Nachmittag nur wenige Menschen unterwegs.

In der Funnenkampstraße ist Ferdinande Greskamp unterwegs, sie kommt gerade vom Frisör. Kurz vor ihrer Gaststätte Greskamp macht sie ihrem Herzen Luft. „Wir sind auf uns selber gestellt. Unser Sohn Jürgen, der als Koch in der Küche steht, ist in Kurzarbeit. Mein Mann und ich, wir leben von unserer Rente, denn Einkünfte durch unser Lokal haben wir nicht“, erklärt Ferdinande Greskamp.

Wirte hoffen auf den nächsten Öffnungsschritt

Auf den „Außer-Haus-Verkauf“ hat die Wirtin verzichtet, das mache bei den Restaurants drumherum keinen Sinn. Aktuell hofft die Wirtin vor allen Dingen auf einen nächsten Öffnungsschritt: Darauf, dass die Gastronomie vollständig wieder öffnen kann – also auch mit Innengastronomie.

Die Außengastronomie in Olfen ist geöffnet. Das Wetter war aber nicht ganz so verlockend. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Ähnlich sieht es Annemarie Berding-Möritz, Inhaberin des Landhauses Füchtelner Mühle. „Ich möchte es der Kundschaft und den Mitarbeitenden nicht zumuten, bei schlechtem Wetter draußen zu essen oder zu arbeiten“, sagt sie. Die vorhandenen Sonnenschirme könnten den Regen nicht abhalten, sodass beispielsweise auch die Stühle nass würden. „Wie soll das alles wieder trocken werden?“, fragt Berding-Möritz.

Hinzu komme, dass der Innen- und Außenbereich erst wieder für die Gäste hergerichtet werden müssen. „Wir schaffen es nicht, alles in wenigen Tagen wieder hochzufahren“, meint Berding-Möritz. Die Bierleitungen müssten gereinigt, Lebensmittel eingekauft und alles grundlegend gesäubert werden.

Landhaus Füchtelner Mühle will bei weiteren Lockerungen bewirten

Die Inhaberin möchte Restaurant und Café erst öffnen, wenn sich die Kundschaft auch drinnen niederlassen kann. Bis dahin bleibt ihr und ihrem Team noch etwas Zeit, um die nötigen Arbeiten zu erledigen. „Wir werden jetzt aktiv und bereiten alles vor, sodass wir parat stehen, wenn auch die Innengastronomie wieder öffnen darf“, sagt Berding-Möritz. Derweil bleibt das Angebot zum Abholen von Speisen weiter bestehen.

Die Ratsschänke Olfen setzte am Wochenende ebenfalls noch auf einen Abholservice. „Derzeit laufen bei uns noch Umbau-Arbeiten. Wenn alles gut läuft, öffnen wir Ende der Woche den Biergarten und vielleicht sogar den Innenbereich“, sagt Inhaber Kamil Puzio.

Einen Schritt weiter ist bereits Rosaria Concino, Geschäftsführerin vom Restaurante Mamma Stella. Das italienische Restaurant an der Kirchstraße 14 begrüßte die ersten Gäste auf der Terrasse. „Wir haben am Samstag angefangen, den Außenbereich zu öffnen“, berichtet Concino. Acht, neun Tische verteilten sich unter den großen Schirmen.

Restaurante Mamma Stella: „War eine sehr große Freude zu spüren“

Trotz des regnerischen und kühlen Wetters, sei die Resonanz sehr gut gewesen. „Bei unseren Gästen war eine sehr große Freude zu spüren, sich wieder in einem Restaurant bedienen zu lassen“, sagt die Geschäftsführerin. Die Vorfreude auf das erste frisch gezapfte Bier nach einer langen Zeit musste Concino allerdings bremsen.

Es sei noch kein Fassbier bestellt worden. Zu unsicher sei die Planung. „Wir wissen ja nicht, wie lange wir geöffnet bleiben dürfen. Bevor wieder vier Fässer schlecht werden, schenken wir lieber Flaschenbier aus“, sagt sie. Die Kundschaft hätten darauf mit viel Verständnis reagiert.

Während der Außenbereich wieder in Betrieb ist, trifft das Team vom Restaurante Mamma Stella die letzten Vorbereitungen, um zeitnah das Innere des Restaurants zu nutzen zu können. „Sauber ist es bereits. Wir müssen noch die Tische richtig Stellen, sodass der vorgesehene Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann“, meint Concino. Sie schaut positiv in die Zukunft.

Das erste Wochenende mit Lockerungen für die Gastronomie sorgte für ebenfalls für vergleichsweise gut gefüllte Kassen. Und die Chancen stehen aktuell nicht schlecht, dass sich die Kassen in den kommenden Wochen weiter füllen. Der Kreis Coesfeld lag am Sonntag bei einer Inzidenz unter 50. Sobald der Kreis diesen Wert an fünf Werktagen in Folge unterschreitet, winkt den Gastronomie-Betrieben die komplette Öffnung.

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