Retter müssen sogar beim Dankeschön-Besuch ausrücken

Rettungswache

Während viele Menschen im Kreise ihre Familien Weihnachten feiern können, müssen die Rettungskräfte immer auf dem Sprung sein - auch beim Dankeschön-Besuch.

Olfen

, 24.12.2018, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christoph Schlütermann (v.l.) , Michael Hofmann und Konrad Pünning konnten sich nur kurz mit den Notfallsanitätern unterhalten.

Christoph Schlütermann (v.l.) , Michael Hofmann und Konrad Pünning konnten sich nur kurz mit den Notfallsanitätern unterhalten. © Beate Dorn

Als kleines Dankeschön für diesen besonderen Einsatz an Feiertagen überreichten Konrad Pünning (Präsident) und Christoph Schlütermann (Vorstand DRK Kreis Coesfeld) vom Präsidium kurz vor Heiligabend kleine Präsente in den Rettungswachen. „Die Rettungskräfte sind 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr für die Bürger erreichbar“ sagte Konrad Pünning.

Neue Anforderungen an die Sanitäter

„Wir sind ihnen zu großem Dank verpflichtet“, ergänzte Christroph Schlütermann und erkundigte sich nach dem Werdegang von Jennifer Olbrich und Dennis Küllenberg. „2001 habe ich ein Jahrespraktikum absolviert, 2002 die Ausbildung zum Rettungsassistenten, 2015 kam dann noch die Ausbildung zum Notfallsanitäter hinzu“ erklärte Küllenberg. „Ich bin ebenfalls Notfallsanitäter. Das ist eine dreijährige Ausbildung, die nicht nur Lehrgänge, sondern auch Prüfungen umfasst“, berichtete Olbrich. „Mit dieser reformierten Ausbildung wurden die Qualitätsanforderungen und Kernkompetenzen erweitert“, fügte Rettungsdienstleiter Michael Hofmann hinzu.

Gerne hätten sich Pünning und Schlütermann länger mit den Diensthabenden unterhalten. Doch plötzlich ging ein lautes Piepsen los. Olbrichs und Küllenbers Blicke wanderten direkt zu ihren Einsatzmeldern. Dort stand eine Adresse und die Einsatzbeschreibung, die sich nur auf ein Wort beschränkte: „Chirurgisch.“ Zügig verabschiedeten sie sich. Das Stichwort ist nur eine grobe Richtung, nähere Informationen bekommen sie über Funk von der Leitstelle. „So ist das nun einmal“, meinte Hofmann, während die drei Herren am Fenster dem Rettungswagen mit Blaulicht hinterherschauten.

An den Weihnachtsfeiertagen ist meist viel los

„Man weiß nie so genau, was einen erwartet“ so Hofmann. Bei größeren Einsätzen sei er auch vor Ort, um die Hilfeleistungen zu koordinieren. „Ich war gestern von 21.45 Uhr bis 2.00 Uhr heute Morgen wegen der Bombendrohung in Dülmen. Dann gab es noch einen Unfall mit acht Verletzten in Lette.“ Das sei schon anstrengend gewesen, gab er zu, wirkte aber hellwach. „Sollte es einen weiteren Einsatz geben, übernimmt das ein anderer Organisationsleiter. Der sogenannte Orgeldienst ist mit drei Personen besetzt“, erklärte er.

Erfahrungsgemäß sei an den Weihnachtsfeiertagen viel los, die Einsatzzahlen seien höher als sonst -insbesondere im Bereich der internistischen Erkrankungen. „Die Versorgung ist gesichert. Ein großes Problem ist aber die Zunahme von Alarmierungen bei Bagatellen. Das bindet unnötig Kapazitäten und führt im schlimmsten Fall zu Verzögerungen bei ernsthaften Notfällen.“

  • Die Rettungswache in Olfen ist an allen Tagen im Jahr von 8 bis 21 Uhr besetzt.
  • Außerhalb diser Zeiten ist die Rettungswache in Lüdinghausen zuständig.
  • Zudem ergänzen die „First Responder“ der freiwilligen Feuerwehr die Rettungskette.
  • First Responder sind in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen ausgebildet und überbrücken mit qualifizierten Maßnahmen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens.
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