Seltene Thüringer Schildtaube auch in Olfen gesichtet

hzZiertauben

Auch in Olfen wurde eine der seltenen Thüringer Schildtauben gesichtet. Zuvor wurden bereits mehrere Exemplare in Selm entdeckt. Ein Tierschutzverein glaubt deshalb an einen Zusammenhang.

Olfen

, 14.07.2020, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weiteres Rätsel um die Thüringer Schildtauben: Nachdem in einem Selmer Wohngebiet einige der seltenen Ziertauben gesichtet wurden, erreicht unsere Redaktion eine weitere Sichtung. Auch in Olfen ist eine Schildtaube aufgetaucht – allerdings deutlich früher als in Selm. Ein Tierschutzverein vermutet dennoch einen Zusammenhang.

Apathisch und abgemagert

„Uns ist kurz nach Karneval auch eine Thüringer Schildtaube zugeflogen“, berichtet Sandra Langer unserer Redaktion. „Sie war total apathisch, konnte kaum fliegen und war total abgemagert“, stellte die Olfenerin fest.

Nachdem sie regelmäßig im Vorgarten einen Teller mit Vogelfutter abstellte, konnte sie zumindest verhindern, dass das Tier verhungert. Seitdem sitzt der Ziervogel meist auf der äußeren Fensterbank in der ersten Etage des Hauses.

„Die Taube kann da aber nicht bleiben. Sie wird ständig von Wildtauben attackiert“, ist Langer besorgt. Deshalb kam auch der Kontakt zum Waltroper Tierschutzverein „Ruhrpottmöwen“ auf.

Fangversuche scheiterten bisher

Stefanie Hellinger kümmert sich bereits mehrere Jahre um Stadttauben. „Tauben sind tolle Haustiere. Sie sind super aufmerksam und haben ein tolles Sozialverhalten“, findet die Vorsitzende der Ruhrpottmöwen.

Hellinger versuchte bereits persönlich, die Taube in Olfen einzufangen. Bisher allerdings ohne Erfolg: „Ich fange Tauben normalerweise einfach mit der Hand.“

Nicht so die Schildtaube, die auch laut Stefanie Hellinger völlig apathisch wirkt. Auch vor einem Kescher wich die Taube auffällig zurück. Hellinger vermutet dahinter ein negatives Erlebnis des Tieres.

Verschiedene Fallen – von Elstern- bis Katzenfalle – konnten die Taube bisher ebenfalls nicht überlisten. Das Futter in den Fallen war nicht verlockend genug. „Ich glaube, die Taube hat eine andere Futterstelle gefunden“, so die Tierschützerin.

Nun soll ein Wildtierfänger mit einer „Net-Gun“ aushelfen, einer Pistole, mit der ein Fangnetz abgefeuert wird.

„Die gehören definitiv zusammen“

Hellinger ist davon überzeugt, dass die Taube in Olfen und die Selmer Exemplare aus dem gleichen Schlag stammen: „Die gehören definitiv zusammen.“ Es sei möglich, dass die Gruppe bei einem Greifvogelangriff getrennt wurde.

Normalerweise lassen sich die Besitzer von Ziertauben über die Zuchtverbände leicht ermitteln – sofern sie dort bekannt sind. „Niemand kennt jemanden, der diese Art von Tauben hält“, so Hellinger. Sie glaubt nicht, dass sie ihrem Besitzer entflogen sind: „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit Absicht 'entsorgt' wurden, ist sehr groß.“

Ebenso glaubt Stefanie Hellinger, dass die Schildtauben aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Umso erstaunlicher ist, dass der Besitzer noch nicht ermittelt werden konnte.

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