Spielplätze in Olfen: Zwei Projekte fördern die Inklusion auf dem Spielplatz

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Stufen beseitigen, Spielgeräte näher am Rand aufstellen, Hackschnitzel einbringen: Mit einem Maßnahmenpaket sollen neue Spielplätze inklusiver werden. Das erste Projekt läuft an.

Olfen

, 21.11.2019, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der kleine Spielplatz in der Straße „Im Worth“ hat schon bessere Tage gesehen. Handlungsbedarf ist unübersehbar. „Die kleine Fläche ist deshalb neu überplant worden und wird neu gestaltet“, sagt Holger Zingler von der Stadtverwaltung. Bis Ende Februar soll hier ein attraktiver Bereich ganz besonders für kleinere Kinder entstehen. Ein Spielplatz auch mit Vorbildcharakter.

Spielplätze und Inklusion waren und sind in Olfen und anderen Orten bislang nicht zwei Seiten einer Medaille. Doch die Steverstadt will jetzt voran gehen. Ganz im Sinne der SPD-Fraktion im Stadtrat. Die Vorsitzende Martina Naujoks sagt unmissverständlich: „Wir werden bei Spielplätzen immer wieder auf Inklusion bestehen - stadtweit.“

„Keine besonderen Bedürfnissen in Gesprächen formuliert“

Ein Vorzeigeprojekt sei den Sozialdemokraten zu wenig. „Es geht um Sozialraumorientierung.“ Martina Naujoks fordert damit für die SPD inckusive Spielplätze so über das Stadtgebiet zu verteilen, dass sie mit kurzen Wegen für alle zu erreichen sind. Aber welche Vorgaben sollen diese inklusiven Plätze erfüllen?

„Bei den Gesprächen über die Neugestaltung oder der Schaffung neuer Spielplätze hat bislang noch niemand besondere Bedürfnisse formuliert“, sagt Holger Zingler. Gleichwohl sei es aus Sicht der Stadt wichtig, „am Ball zu bleiben und fachkompetente Vorschläge mit einfließen zu lassen.“

Der Verein Ibo Olfen (Integration behinderter Menschen in Olfen) sei deshalb in die Planung eingebunden. Ganz im Sinne auch der SPD-Fraktion im Stadtrat. Ihr geht es dabei um zwei Ansätze - um Kinder mit Behinderungen und auch um Kinder mit behinderten Eltern.

Anordnung der Spielgeräte muss intensiv überlegt werden

In beiden Fällen wird es schnell zum Problem, das Spielgerät erst einmal zu erreichen. Gerade der für den Fallschutz perfekte Sand kann hier leicht zum Hindernis werden. Aus Sicht der Stadtverwaltung gibt es hier zwei Lösungsansätze.

Je näher Spielgeräte am (befestigten) Rand der Fläche stehen, desto leichter können Menschen mit Behinderungen sie erreichen. Ein zweiter Ansatz sei die Verwendung von Hackschnitzeln. Hier sinken beispielsweise Rollstühle nicht so schnell ein wie im Sand.

Spielplätze in Olfen: Zwei Projekte fördern die Inklusion auf dem Spielplatz

In unmittelbarer Nähe zum Spielplatz in der Straße "Im Worth" gibt es einen größeren Spielplatz. Auch hier sind Spielgeräte ausgetauscht worden. © Thomas Aschwer

All diese Überlegungen fließen nach Auskunft der Stadtverwaltung erstmals beim neuen Spielplatz für Kleinkinder in der Straße „Im Worth“ ein. Eine Spiellok mit zwei Waggons sollen die Mädchen und Jungen ebenso viel Freude machen wie eine neue Schaukel. Ganz besonderes Augenmerk hat die Stadt dabei auf möglichst kurze Wege zu den Spielgeräten gelegt. „Ende Februar soll alles fertig sein“, sagt Holger Zingler.

Mit dem Spielplatz Ächterheide betritt die Stadt Neuland

Komplett Neuland betritt die Stadt beim neuen Spielplatz im Baugebiet Ächterheide. Die Bürger hatten sich für einen naturnahen Platz starkgemacht. „Alles dreht sich hier um einen großen Erdhügel“, gibt der zuständige Stadtmitarbeiter einen Einblick in die Konzeption.

Zingler kündigt hier einen barrierefreien Zugang zur Sitzfläche und den Einsatz von Hackschnitzeln auf Teilflächen an. Im Mai soll alles fertig sein. „Die Ausschreibung der Spielgeräte läuft“, berichtet Zingler. Eine Geduldsprobe. „Die Lieferzeiten betragen 12 bis 16 Wochen.“

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Bitte der Stadt: Probleme oder Zerstörung direkt melden

Welche Spielplätze in 2020 zudem in Angriff genommen werden, entscheiden die Kommunalpolitiker Anfang des nächsten Jahres. In jedem Fall wird die SPD einen Blick auf das Thema Inklusion richten.

Für die Stadtverwaltung bleibt die Kontrolle der Spielplätze eine Daueraufgabe. Zwar gebe es eine wöchentliche Sichtkontrolle und immer wieder Funktionskontrollen, gleichwohl bitte die Verwaltung um Unterstützung der Bürger. „Wir bitten sie darum Kippen oder Glasscherben im Sand oder andere Probleme direkt bei uns zu melden“, sagt Holger Zingler.

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