Stadt Olfen: „30 bis 40 Besucher auf der Skate-Anlage funktioniert nicht“

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Die Fußballplätze sind geschlossen, die Turnhallen auch. Doch auf der Olfener Skatebahn herrscht Hochbetrieb. Fragt sich angesichts der Bilder vom Wochenende nur, wie lange noch?

Olfen

, 17.11.2020, 19:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genauso hatten sich das die Initiatoren der Olfener Skateanlage gewünscht. Ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Mit Sport und Spaß. Wie am Samstagnachmittag (14. November) bei gutem Wetter. Mit Rollern, Fahrrädern oder Skateboards setzten die Besucher zu rasanten Fahrten und kühnen Sprüngen an. Alles super?

Nicht wirklich. Auf verschiedenen Fotos von diesem Tag wird deutlich, dass die Coronapandemie keinen Einfluss auf das Verhalten der Besucher hat. Menschen mit Masken waren hier nicht anzutreffen, Abstand hielten die Skater auf den Bänken auch nicht ein. Die Stadtverwaltung ist alarmiert.

Fachbereichsleiter Thorsten Cornels kündigte auf Anfrage dieser Redaktion an, dass über die Situation und das Verhalten verwaltungsintern gesprochen werde. Die Nachbarstadt Lünen ist einen Schritt weiter. Der „Stab Außergewöhnliche Ereignisse“ hat am Dienstagmorgen (17.11.) beschlossen, die Skateranlage auf dem Parkplatz des Heinz-Hilpert-Theater sofort zu schließen.

Sie begründete die Schließung damit, dass die Verwaltung festgestellt habe, dass sich die meisten Benutzerinnen und Benutzer des Skateparks nicht an die dort geltende Maskenpflicht gehalten hätten. Auch Abstände seien nicht eingehalten worden. Die Stadt hatte vor dem Wochenende noch einmal entsprechende Schilder angebracht, um an die Regeln zu erinnern.

Diskussion in der Stadtverwaltung über Regeln für Anlage

Warum Skateanlagen im Gegensatz zu Sportplätzen noch nicht geschlossen sind, erklärt Thorsten Cornels. Nach den neuesten Verordnungen der NRW-Landesregierung vom 2. November ist der „Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen bis zum 30. November 2020 unzulässig.“

Ausgenommen ist nach der Verordnung nur der Individualsport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes außerhalb geschlossener Räumlichkeiten von Sportanlagen. „Skaten ist kein Mannschaftssport“, sagt Thorsten Cornels. Gleichzeitig räumt der Fachbereichsleiter ein, dass die Situation eine andere sei, wenn sich viele Leute auf der Anlage befinden, Abstände nicht eingehalten und keine Masken getragen würden.

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„Wir müssen innerhalb der Verwaltung überlegen, ob wir nur eine begrenzte Zahl von Personen auf die Anlage lassen. 30 bis 40 Besucher gleichzeitig auf der Anlage funktioniert nicht.“ Wohl wissend, wie schwierig eine Umsetzung sein würde. In der Coronapandemie sei die Anlage zu einem Magneten geworden. „Es ist menschlich nachvollziehbar, dass sich die Jugendlichen Alternativen zu den geschlossen Turnhallen und Sportplätzen suchen.“

Ordnungsamt erhält Unterstützung aus anderen Fachbereichen

Der Fachbereichsleiter räumt im Gespräch allerdings ein, dass Appelle alleine offensichtlich nicht ausreichen. So habe die Stadt auch Platzverweise ausgesprochen. Allerdings sei die Skateranlage wie andere Plätze nicht an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr zu kontrollieren. Dabei bekommt das städtische Ordnungsamt teilweise Unterstützung aus anderen Fachbereichen. „Teilweise sind die Mitarbeiter auch mit der Polizei unterwegs.“

Wie lange sie auf ihren Rundgängen noch die Skateranlage ansteuern werden, kann die Stadtverwaltung aktuell nicht sagen. Allerdings erinnert der Fachbereichsleiter daran, dass beim ersten Lockdown auch die Skateranlage geschlossen wurde. Eine Situation, die sich wiederholen könnte.

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