Stadtradeln: So schlugen sich die Olfener im Kreis Coesfeld-Vergleich

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Olfen war 2019 zum zweiten Mal beim Stadtradeln dabei. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Olfener weniger Kilometer erradelt. Und es waren sogar noch weniger als zunächst gedacht.

Olfen

, 29.05.2019, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

62.433 Kilometer. Das ist die Zahl, die in Olfen am Ende des Stadtradelns auf dem Tacho steht. Das ist so viel, wie wenn man etwa anderthalb Mal den Äquator umrundet. Eigentlich standen am Mittwoch um Mitternacht, dem Ende des Nachmeldezeitraums, sogar noch mehr Kilometer dort. 19.000 mehr. „Da ging aber etwas nicht mit rechten Dingen zu“, sagt Melanie Lau von der Stadt Olfen. Die Stadt habe Hinweise darauf erhalten und die Kilometer, die offenbar getrickst wurden, mussten nachträglich gelöscht werden. Das heißt, die Kilometer von zwei Teilnehmern wurden aus der Wertung genommen. „Das wäre sonst unfair gewesen“, sagt Lau.

Ein paar Wehrmutstropfen

„Das ist eine deutliche Reduzierung im Vergleich zum letzten Jahr“, sagt Werner Sander vom Sus Radlertreff. „Das ist schade, da der Auftakt im letzten Jahr ja so gut angelaufen ist.“ 2018, als Olfen zum ersten Mal bei der Aktion teilgenommen hat, kamen die Radler auf insgesamt 87.740 Kilometer. Das liegt daran, so glaubt Werner Sander, dass in diesem Jahr rund 100 Menschen weniger teilgenommen haben als im Vorjahr.

Melanie Lau vermutet, dass das schlechte Wetter seinen Anteil daran getragen hat. Auch Werner Sander glaubt, dass das Wetter in das Ergebnis reingespielt hat, auch wenn das nicht der Hauptgrund bei einem so deutlichen Rückgang seien könne.

Trotzdem: Olfen liegt von den Kommunen im Kreis Coesfeld auf Platz drei bei den Gesamtkilometern, hinter Coesfeld (129.691 Kilometer) und Lüdinghausen (127.380 Kilometer). Das wäre auch trotz Trickserei so gewesen. Bei der Zahl der erradelten Kilometer pro Einwohner hätte es Olfen mit Trickserei auf Platz eins im Kreis Coesfeld geschafft. Denn es hätte bedeutet, dass jeder Einwohner im Schnitt sechs Kilometer zurücklegte (2018: 6,89 Kilometer). Nun landet Olfen auf Platz zwei mit 4,664 Kilometern pro Einwohner. Lüdinghausen landet bei rund fünf Kilometern.

Mehr Menschen motivieren

Werner Sander vom Sus Radlertreff glaubt, dass es hilft, wenn man Menschen gezielt fragt, ob sie Lust haben, am Stadtradeln teilzunehmen. Er hofft, dass beim nächsten Mal zum Beispiel noch mehr Firmen Lust haben, aufs Rad umzusteigen. Und vielleicht einen eigenen firmeninternen Wettbewerb daraus zu machen. Auch schade findet er, dass in diesem Jahr nur ein Team aus einer Schule teilgenommen habe. „Die Jugendlichen engagieren sich bei Fridays for Future“, sagt Werner Sander, „ich würde mir aber auch wünschen, dass sie sich auch im Kleinen engagieren und zum Beispiel mal mit dem Rad zur Schule fahren.“

Die Stadt Olfen möchte sich „zu gegebener Zeit mit dem ADFC und dem Sus Radlertreff zusammensetzen“, um darüber zu reden, wie die Aktion im kommenden Jahr noch weiter beworben und vorbereitet werden kann, wie Melanie Lau sagt.

Immer größere Beliebtheit

Der Wettbewerb Stadtradeln findet seit 2008 statt und soll Menschen bundesweit dazu anregen, etwas für das Klima zu tun und das Rad gegen das Auto einzutauschen. Drei Wochen lang registrieren die teilnehmenden Radler dann auf der Internetseite von Stadtradeln ihre erradelten Kilometer und treten so auch in Konkurrenz mit anderen Kommunen.

Dabei erfreut sich der Wettbewerb immer größerer Aufmerksamkeit. Während 2008 noch 23 Kommunen deutschlandweit bei der Aktion mitmachten, waren es 2019 schon 997 Kommunen.

Auch die Zahlen der aktiv Radelnden und der erradelten Kilometer stiegen seitdem beständig. Abschließende Zahlen für 2019 gibt es allerdings noch nicht, da einige Kommunen, so zum Beispiel Selm, später gestartet sind und ihre Kilometer aktuell noch errdelt werden.

In ganz Deutschland sind übrigens bislang 10.063.984 Kilometer erradelt worden. Das entspricht 251 Fahrten um den Äquator.

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