Streit um Luftballon-Verbot hat für Olfener Firma erste negative Konsequenzen

hzFlug-Verbot

Aus Umwelt- und Tierschutz-Gründen hat sich jüngst Gütersloh zur Luftballon-freien Zone erklärt. Macht das Beispiel Schule, hat eine Olfener Firma Probleme. Mitten in der Expansion.

Olfen

, 17.09.2019, 14:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bauarbeiter ziehen gerade letzte Mauern in der neuen Halle der Firma Karaloon im Olfener Gewerbegebiet (Schlosserstraße) hoch. Auch andere Gewerke sind noch nicht ganz abgeschlossen. Aber ab Anfang Oktober will das Unternehmen sukzessive die 2400 Quadratmeter große Halle in Betrieb nehmen.

Beim Schlussspurt werden die beiden Geschäftsführer Katrin Gille und Ralf Reininghaus nicht vor Ort sein. Sie folgen einer Einladung der Spielwarenmesse Nürnberg, die eine Messe in Indien organisiert. „Es ist ein Abenteuer für uns“, sagt Ralf Reininghaus. Karaloon habe mit der Teilnahme nichts zu verlieren.

Gütersloher Stadtrat hat gerade ein Verbot beschlossen

Das sieht in Deutschland ganz anders aus. Gerade erst hat der Gütersloher Stadtrat beschlossen, dass bei Festen keine Luftballons mehr in den Himmel steigen dürfen. Und jetzt haben sich auch die Niedersächsischen Gründen für ein Luftballonverbot ausgesprochen.

Ein Ansatz, den Katrin Gille naturgemäß nicht verstehen kann. Sie wirft den Grünen vor, mit unrichtigen Argumenten Stimmung zu machen. „Das ist nicht fair.“ Die Luftballons von Karaloon „waren noch nie aus Plastik. Latexballons werden aus Naturkautschuklatex, dem Baumsaft des Gummibaumes, hergestellt.“ Auch die Schnüren von Karaloon seien biologisch abbaubar.

Kurz vor der Vertragsunterzeichnung platzt ein Geschäft

Das Olfener Unternehmen hat deshalb Kontakt mit den Grünen aufgenommen. In der Antwort habe die Partei auf eine wissenschaftliche Quelle verwiesen „ohne sie konkret zu nennen. Wir haben anderen Quellen und Untersuchungen“, sagt Katrin Gille. Sie kämpft mit ganzer Kraft gegen das Verbot. Doch erste Rückschläge hat das Olfener Unternehmen bereits hinnehmen müssen.

Kurz vor der Vertragsunterzeichnung ist erst vor wenigen Tagen ein scheinbar sicheres Geschäft geplatzt. Luftballons hätten plötzlich ein negatives Image, beklagen die beiden Geschäftsführer. „Aber niemand redet über die Folienballons.“ Dabei seien diese Ballons in der Tat aus Plastik, das nicht verrotte.

Karaloon will öffentlichkeitswirksam zeigen, das das Unternehmen nicht nur über Umweltschutz redet, sondern konkret handelt.

Olfener Firma produziert künftig selbst Strom für Produktion

Auf dem Dach der neuen Halle wird eine Solaranlage mit einer Jahres-Kapazität von 340.000 KWh montiert. „Damit produzieren fast den gesamten Strom, den wir in unserem Betrieb verbrauchen“, sagt Ralf Reininghaus.

Auch die Firmenfahrzeuge würden sukzessive auf Elektroantrieb umgestellt. „Deshalb bauen wir eine eigene Ladestation auf, an der auch Mitarbeiter ihre Privatfahrzeuge aufladen können“, sagt Reininghaus.

Streit um Luftballon-Verbot hat für Olfener Firma erste negative Konsequenzen

Geschäftsführerin Katrin Gille vor der neuen Halle, die ab Oktober betriebsbereit sein soll. © Thomas Aschwer

Gerade auch angesichts der Diskussion in Deutschland will sich Karaloon internationaler aufstellen. Das Olfener Unternehmen hat sich deshalb in diesem Jahr bereits in Dubai präsentiert. Doch noch sei Europa der wichtigste Exportmarkt. „Wir liefern mittlerweile in 25 Länder.“

Selbst auf dem Broadway in New York gibt es die Ballons

Der am Ternscher See wohnende Geschäftsführer räumt ein, ein besonderes Erlebnis bei einem USA-Besuch gehabt zu haben. Bei einem Spaziergang über den Broadway in New York entdeckte er Ballons von Karaloon.

Mit der zweiten Halle dürften die Ballons künftig in weiteren Metropolen angeboten werden. „Unsere Kapazität erhöht sich auf 60.000 Beutel. Am Tag.“ Bei allem Spaß an den Ballons haben die Geschäftsführer eine Bitte an alle Käufer.

Auch wenn es sich um ein Naturprodukt handele, sollte man die Ballon nicht fliegen lassen.

„Seit Jahren sprechen wir uns als Hersteller gegen Massenflüge von Luftballons aus. Auf unseren Verpackungen weisen wir seit Ende 2018 darauf hin, die Ballons nicht fliegen zu lassen. Aber in Deutschland sind die Massenflüge in Deutschland ehe nicht so populär wie in England oder den Niederlanden.

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