Tiefer Schmerz bei Familie nach Diebstahl auf dem Olfener Friedhof

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Das japanische Ahornstämmchen sollte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Grabes übernehmen, jetzt wurde es mit der Schale gestohlen. Die Familie ist fassungslos und hat einen Wunsch.

Olfen

, 22.05.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angelika Timmerhinrich ist unendlich traurig. Zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagmorgen (Christi Himmelfahrt) ist vom Grab ihres Vaters auf dem Olfener Friedhof das Ahorn-Stämmchen gestohlen worden. Die Hoffnung auf eine Rückgabe erscheint gering. Dabei würde es der Familie so viel bedeuten.

„Die Seele meiner 91-jährigen Mutter Paula Grundmann leidet sehr unter dem Verlust“, sagt Angelika Timmerhinrich mit leiser Stimme. Es gehe dabei nicht um den finanziellen Verlust. Das Thema sei ein anderes: „Was sind das nur für Menschen, die Tote bestehlen?“

Viele Gedanken habe sich ihre Mutter über die Gestaltung des Grabes gemacht. Doch mit der Bepflanzung habe sie warten wollen, bis der bereits bestellte Grabstein aufgestellt ist. „Zum Vatertag wollte sie aber das Grab ihres im Februar verstorbenen Mannes besonders schön gestalten.“

Eltern wären in diesem Jahr 70 Jahre verheiratet gewesen

Ein sichtbares Zeichen der besonderen Beziehung wollte sie setzen. „In diesem Jahr wären meine Eltern 70 Jahre verheiratet gewesen“, berichtet die Tochter. Für die Übergangszeit stellte die Familie deshalb verschiedene Schalen auf das Grab. Darunter die Schale mit dem japanischen Ahornstämmchen. Der Platz bei späterer Bepflanzung war bereits festgelegt.

Umso größer war der Schock, als Angelika Timmerhinrich am Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr den Diebstahl entdeckte. Natürlich habe sie direkt ihre Mutter informiert. „Sie ist sehr niedergeschlagen, dass jemand ihren geliebten Mann bestohlen hat.“ Angelika Timmerhinrich ärgert sich, dass sie von dem Ahornstämmchen kein Foto gemacht hat.

Täter musste einige Meter über den Friedhof zurücklegen

Aber auch mit Bild wäre die Hoffnung nicht sehr groß gewesen, den Täter zu ermitteln. Aber vielleicht gibt es doch andere Friedhofsbesucher, die eine Person mit der Schale zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagmorgen gesehen haben. Der oder die Täter mussten schließlich einige Meter über den Friedhof zurücklegen.

Anzeige bei der Polizei wird die Familie voraussichtlich nicht erstatten. Die Vermutung liegt nahe, dass das Ahornstämmchen später auf einem Friedhof in einem anderen Ort oder vielleicht in einem privaten Garten eingepflanzt wird. „Der Täter soll mit dem Stämmchen kein Glück haben“, berichtet Angelika Timmerhinrich von der Reaktion ihrer Mutter.

Sie selbst ist wie ihre Mutter noch immer fassungslos. „Der Diebstahl fügt den Menschen noch mehr Schmerz zu. Das geht nicht.“ Offen bleibt allerdings die Frage, ob der oder die Diebe sich Gedanken darüber machen, was ein Diebstahl auf einem Friedhof für die Angehörigen bedeutet.

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