Wer am Wasserspielplatz spielt, hat keine Möglichkeit in der Nähe auf die Toilette zu gehen. Sollte es dort Toiletten geben? Da sind unsere Autoren ganz unterschiedlicher Meinung.

Olfen

, 06.09.2019, 11:36 Uhr / Lesedauer: 3 min

Viele Familie nutzen den Wasserspielplatz am Naturbad als tolle Freizeitmöglichkeit. Wenn die Kleinen aber auf die Toilette müssen haben sie in der Nähe keine Möglichkeit. Auf die Toilette des nahegelegenen Naturbades dürfen nur Badegäste. Darüber hatte sich ein Vater beschwert und eine größere Diskussion ausgelöst.

Die Stadt hatte das mit einem Schutz vor Bakterien begründet, 2016 war im Naturbad das Novovirus augebrochen. Sollte die Stadt dort eine Toilette anbieten? Thomas Aschwer und Sabine Geschwinder haben dazu unterschiedliche Meinungen.

Ja, eine Toilette wird benötigt: Die Argumentation der Stadt hinkt

Die Stadt hat mit dem Wasserspielplatz einen tollen Erlebnisspielplatz für Kinder geschaffen, der sich wirklich sehen lässt. Sie sagt: Wir können nicht auf jedem Spielplatz eine Toilette anbieten und die Anweisung gegeben, dass nur Badegäste die Toiletten im Naturbad nutzen können. Auch um der Keimgefahr zu entgehen.

Die Stadt verweist in ihrer Argumentation immer wieder darauf, dass im Wasserspielplatz das Baden nicht erlaubt ist. Das ist richtig - und Eltern sollten auch darauf achten, dass das eingehalten wird. Verbotsschilder alleine bringen da aber wenig - egal, ob „Rasen betreten verboten“ oder „ Baden verboten“. Oft weckt gerade das die Neugierde.

Dass Kinder - auch solche mit Schürfwunden - mit dem Wasser in Kontakt kommen, lässt sich auf jeden Fall nicht verhindern - Verbot hin oder her. Das scheint auch die Stadt zu ahnen. Denn sonst bräuchte sie ja nicht vorsorglich allen Nicht-Badegästen die Benutzung der Toilette zu untersagen.

Natürlich braucht man nicht überall eine Toilette. Der Wasserspielplatz ist aber mehr als ein ganz gewöhnlicher Spielplatz. Das schreibt die Stadt Olfen auch selbst. In einem Flyer, der das Naturbad bewirbt, steht der Wasserspielplatz als eigene Attraktion aufgeführt: „Vor den Toren des Naturbades“ biete Olfen „Kindern jeden Alters einen Wasserspielplatz als ganz besonderen Treffpunkt.“

Wenn es um „normale“ Spielplätze geht wählen Kinder in der Regel den Spielplatz in der Nähe ihres Elternhauses oder den ihrer Freunde. Dann ist eine Toilette im Zweifelsfall nicht weit. Der Einzugskreis des Naturbades ist da deutlich größer. Und eine zusätzliche Toilette würde den Spielplatz für die Stadt nur noch attraktiver machen.

Sabine Geschwinder

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Sollte der Wasserspielplatz eine eigene Toilette haben?

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Nein, eine Einzellösung hilft nicht weiter, ein Gesamtkonzept muss her

Glauben Sie mir: Ich bin Vater von zwei Kindern und kann mich noch genau an die Zeit erinnern, als die beiden Jungen klein waren. Wenn wir in der Region oder gerne auch in den Bergen unterwegs waren, hörten meine Frau und ich oft einen der drei folgenden Sätze: „Ich habe Durst.“ „Ich habe Hunger.“ „Ich muss Pipi.“ Und gerade beim letzten Punkt haben wir unseren Kindern oft keine gute Lösung anbieten können.

Allerdings wären wir auch nie auf die Idee gekommen, an verschiedensten (Aussichts-)Punkten und besonderen Spielplätzen öffentlich eine Toilette zu fordern. Leider haben wir zu viele öffentliche Toiletten kennenlernen müssen, die einfach nur ekelig waren. Und das traf leider auch immer wieder auf Toiletten in Freizeiteinrichtungen zu. Ich kann nicht nachvollziehen, was in manchen Köpfen vorgeht. Aber öffentliche Toiletten sind oft ein Problem.

In der Nachbarstadt Lüdinghausen ist genau deshalb schon vor geraumer Zeit die öffentliche Toilette geschlossen worden. Das Problem wurde auf die Kaufmannschaft („Nette Toilette“) verlagert. Ein Ansatz, der leider in Olfen nicht funktioniert. Warum wohl? Deshalb habe ich zwar Verständnis für die Nutzer des Spielplatzes, bin aber für die Position der Stadt. Ich kann nachvollziehen, dass die Verwaltung keinen zweiten Fall von Norovirus riskieren will.

Gleichzeitig wünsche ich, dass die Stadt „größer denkt“. Im Olfener Westen soll es bekanntlich künftig mehr touristische Angebote geben. Ganz konkret ist ein Wohmobilstellplatz in direkter Nähe zum Wasserspielplatz geplant. Und wer hier Station macht, würde sich über eine öffentliche Toilette freuen.

Zwei Einrichtungen, ein öffentliches WC - das wäre es doch. Dann wäre für das Naturbad ein Risiko ausgeschlossen und die Besucher des besonderen Spielplatzes hätten im Fall der Fälle eine gute Lösung für ihre Kinder. Vom Tisch wäre aus meiner Sicht damit das Thema öffentliches WC aber noch lange nicht. Es gibt eine Reihe von Plätzen, etwa am Skaterpark, wo es für den Fall des Falles keine gute Lösung gibt.

Thomas Aschwer



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