Tote Fische in der Stever häufen sich: Das sind die Gründe für das Fischsterben

hzTote Fische

An immer mehr Stellen an der Stever sind verendete Fische an der Wasseroberfläche zu sehen. André Ziegert von der Gelsenwasser AG erklärt, was wahrscheinlich die Ursache dafür ist.

Olfen

, 06.08.2019, 09:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor einigen Tagen waren sie zum ersten Mal sichtbar, nun werden es immer mehr: in der Stever treiben viele tote Fische an der Wasseroberfläche. „Es ist leider so, dass es wieder vermehrt auftritt“, sagt André Ziegert, Pressesprecher der Gelsenwasser AG.

Schon am Freitag sei das Phänomen aufgetreten. Dann wurde das Fischsterben aber wieder weniger. „Am Wochenende war es relativ ruhig“, so Ziegert. Das liege vermutlich daran, dass die Temperaturen in den vergangenen Tagen wieder abgekühlt waren und es auch mehrmals regnete. Denn das führte zu einer höheren Sauerstoffzufuhr in der Stever. Er vermutet, dass die toten Fische und das Wetter miteinander zusammenhängen.

Vermutlich gibt es nicht nur in Halterner Raum tote Fische

Bei steigenden Temperaturen erwärme sich nämlich auch das Wasser, wodurch sich der Sauerstoffgehalt verringere. Und das verursache dann letztendlich, dass viele Fische sterben. Bislang war das Problem nur zwischen Hullern und der Halterner Talsperre bekannt.

Doch es sei durchaus denkbar, dass auch andere Bereiche der Stever betroffen sind - so zum Beispiel auch der Teil der Stever, der durch Olfen fließt. Denn auch dort sei das Wasser, vermutet André Ziegert, nicht unbedingt kälter und sauerstoffreicher als zwischen Haltern und Hullern.

Bereits am Freitag hatte Gelsenwasser Proben aus der Stever entnommen, um sicherzustellen, dass es keine anderen Ursachen für das plötzliche Sterben vieler Fische gibt. Die Untersuchung habe aber keine anderen schädlichen Inhaltsstoffe ergeben.

Nicht nur warme Temperaturen sorgen für Sauerstoffmangel

Bei den gefundenen Fischen handelte es sich unter anderem um Rotaugen und Barsche, erzählt André Ziegert. Doch es sei nicht auszuschließen, dass auch andere Arten betroffen sind. Seine Vermutung: Es handle sich vor allem um die Fische, die am Boden des Gewässers leben. Die dort ebenfalls heimischen Wasserpflanzen haben auch einen großen Einfluss auf den Sauerstoffgehalt im Wasser.

Denn tagsüber würden diese zwar Sauerstoff abgeben, aber nachts würden sie dem Wasser wieder Sauerstoff entziehen. Das werde aktuell auch als Grund vermutet, warum die Fische vor allem in den Morgenstunden verenden.

Normalerweise würde Gelsenwasser nun einfach mehr Wasser in die Stever pumpen, erklärt Ziegert. Ein höherer Durchfluss habe nämlich einen positiven Effekt auf den Sauerstoffgehalt im Fluss. Das sei allerdings aktuell nicht möglich. Denn aufgrund des sinkenden Wasserspiegels könne nicht noch mehr Wasser in die Stever gepumpt werden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt