Seit Monaten tut sich nichts: Olfens Außenbereiche warten weiter auf schnelleres Internet

hzGlasfaserausbau

Die Bewohner der Außenbereiche sind sauer: Schnelles Internet haben sie bereits vor Monaten bestellt. Aber nichts passiert. Kein Graben, keine Rohre. Und die Perspektiven sind nicht rosig.

Olfen

, 23.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Termin war gesetzt: Am Montag, 8. Juli sollte der große Pflug Gräben in den Außenbereichen für die Glasfaserkabel ziehen. Sechs Wochen später ist noch immer nichts passiert. Der Unmut bei Anwohnern im Außenbereich steigt. Erst gab es viele Appelle, sich für einen Glasfaseranschluss zu entscheiden - und dann stockt das Projekt bei der Umsetzung.

Jeder reitende Bote ist schneller. Nach verschiedenen Beratungsrunden im Rathaus in den vergangenen Tagen waren Stadt und GFN (Glasfasernetz Olfen GmbH) am Donnerstag nur bedingt auskunftsbereit.

„Leider haben die Arbeiten zum Glasfaserausbau noch immer nicht begonnen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der GFN am Donnerstagnachmittag. Keine neue Erkenntnis. Das stellen die Anwohner natürlich selbst fest. Doch dann wird es in der Stellungnahme interessant. Es gibt eine klarer Aussage zum Grund: „Die beauftragte Tiefbaufirma hat die geplanten Starttermine immer wieder geschoben.“

Jetzt werden Umplanungen und neue Verhandlungen notwendig

Dabei hatten die Gesellschafterversammlungen der GFN und Olfenkom bereits am 19. Dezember beschlossen, den Außenbereich auszubauen. Acht Monate später hat sich allerdings hier noch immer nichts getan. Und es scheint derzeit keine gesicherte Auskunft zu geben, wann die Arbeiten endlich beginnen. Zumal rund zwei Monate nach dem geplanten Baustart „plötzlich“ Aufgaben zu erledigen sind.

„Ein Teil des Problems sind die vorhandenen Versorgungsleitungen auf der vorgesehenen Trasse, die zu Umplanungen führen. Die GFN ist dabei, diese Veränderungen in die Planungen zu integrieren. Trassenverschiebungen mehr in private Flächen werden dabei notwendig. Diese müssen mit den Eigentümern vereinbart werden“, schreibt die GFN.

In anderen Orten liegen die Kabel schon lange in der Erde

Damit nicht genug. Dann muss immer noch die Frage des Tiefbauunternehmens geklärt werden. Hier schließt die GFN mittlerweile die Vergabe an ein anderes Unternehmen nicht mehr aus. ,,Dabei ist Olfen ohnehin schon alles andere als ein Vorreiter. In vielen Orten liegen die Kabel längst in der Erde - obwohl die Anwohner selbst Hand anlegen mussten.

Seit Monaten tut sich nichts: Olfens Außenbereiche warten weiter auf schnelleres Internet

Bernhard Brüse zeigt eine Karte mit den Olfener Außenbezirken, die mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden könnten. Offen ist nur, wann das auch wirklich passiert. © Niehaus

Im Sommer 2019 zählte die Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH (wfc) schon in 90% der Bauerschaften Bürgerbreitbandprojekte - konkret in den Bauernschaften rund um Appelhülsen, Ascheberg, Billerbeck, Bösensell, Buldern, Capelle, Coesfeld, Darfeld, Darup, Davensberg, Dülmen, Havixbeck, Herbern, Hiddingsel, Holtwick, Lette, Lüdinghausen, Merfeld, Nordkirchen, Nottuln, Osterwick, Ottmarsbocholt, Rorup, Schapdetten, Senden, Seppenrade und Südkirchen.

Andere Orte haben sich für ein anderes Modell entschieden

„Das solidarische Miteinander prägt diese Vorhaben und findet im Münsterland viele Nachahmer“, betont die Wirtschaftsförderung. Aber nicht in Olfen. Hier waren die Verantwortlichen in verschiedenen Punkten einen eigenen Weg gegangen. In der Steverstadt gab es eine zentrale Abfrage für den gesamten Außenbereich. Verbunden mit der Vorgabe, dass 70 Prozent für einen Ausbau entscheiden mussten - oder es keine Ausbau geben sollten.

In anderen Orten war die Quote auf einzelne Bauerschaften beschränkt, sodass nicht das Gesamtprojekt direkt auf der Kippe stand. In Olfen gibt es insgesamt 350 Häuser. „250 Haushalte brauchen wir, um den Glasfaserausbau kostendeckend durchzuführen“, sagte Bernhard Brüse.

Auch Fristverlängerung brachte nicht den erhofften Erfolg

Die erste Abfrage verlief deutlich schlechter als von den Initiatoren erhofft. 165 Bewohner im Außenbereich erklärten ihre Bereitschaft. Die Initiatoren schrieben die Landwirte im November 2018 deshalb noch einmal an. Bis zur verlängerten Frist am 17. Dezember erhöhte sich die Zahl zwar auf 223, verfehlte dennoch die Vorgabe. Gleichwohl fiel ein Beschluss für einen Ausbau.

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