Wasserskorpion mit Riesenstachel: Der lauernde Jäger in der Lippe in Olfen

hzSkorpione in Olfen

Der Wasserskorpion fühlt sich aus mehreren Gründen in der Lippe in Olfen wohl. Sein Stachel ist halb so groß wie sein gesamter Körper - damit sticht er unter Umständen auch Menschen.

von Lena Tzschirpe

Olfen

, 17.12.2019, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er lauert still und unscheinbar zwischen den Wasserpflanzen - allzeit bereit, seine ahnungslosen Opfer anzugreifen. Aus seinen klappmesserartigen Vorderbeinen gibt es kein Entkommen. Der Wasserskorpion lähmt seine Beute mit seinem Rüssel bevor er sie aussagt. Der "Lauerjäger" kommt auch in der Lippe in Olfen vor, sein schlammgrauer Panzer bietet ihm auch hier die perfekte Tarnung.

Kalte Wintertage stellen für das Insekt keine Bedrohung dar. „Der Wasserskorpion hat zum Überwintern eine Strategie entwickelt: Sobald es kälter wird, sucht er Schutz zwischen Wasserpflanzen, unter Steinen oder am Schlammgrund", erklärt Sylvia Mählmann, biologisch-technische Assistentin beim Lippeverband. "Den benötigten Luftvorrat speichert er solange unter seinen abgespreizten Flügeldecken“

Da das kalte Wasser mehr Sauerstoff enthält und der Stoffwechsel des Wasserskorpions bei kalten Temperaturen herunterfährt, kommt er auch unter einer Eisdecke gut zurecht. Im Sommer nutzt er seinen Luftvorrat wie eine Schwimmweste zum Schwimmen an der Wasseroberfläche.

Wasserskorpion in Olfen profitiert von Renaturierungen

Als Lebensraum bevorzugt der Wasserskorpion langsam fließende oder gar stehende Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs. „Der gesamte Lebenszyklus findet im Wasser statt. Sind die Gewässer mit Sohlschalen verbaut und begradigt, hat der Wasserskorpion keine Chance“, so Sylvia Mählmann vom Lippeverband. „Daher profitiert er von jeder Renaturierung.“

Das Aussehen des 17 bis 25 Millimeter langen Insekts erinnert eindeutig an einen Skorpion. Neben seinen langen Beinen fällt auch sein Atemrohr am Hinterleib ins Auge. Es ist halb so lang wie der gesamte Körper und sieht wie ein auffälliger Stachel aus. Durch diesen „Schnorchel“ versorgt sich der Wasserskorpion jedoch mit Sauerstoff von der Wasseroberfläche, während sein Körper im Schlamm eingegraben ist.

Wasserskorpion in Olfen könnte zustechen

Der Lippeverband hat den Wasserskorpion zum Tier des Monats benannt. Regelmäßig untersuchen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen insgesamt 431 Kilometer Wasserverläufe in ihrem Gebiet. Ausgewählte Lebewesen, die etwas über die Wasserqualität aussagen, stellt der Lippeverband in seiner Serie vor. Das übergeordnete Ziel ist die langfristige Verbesserung und Wiederherstellung eines intakten Fluss-Auen-Ökosystems.

Obwohl sein Name bedrohlich klingt, stellt der Wasserskorpion keine Gefahr für Menschen dar. Er ist nicht aggressiv und nicht giftig, kann aber bei unmittelbarer Bedrohung schmerzhaft zustechen. Die Labor-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter des Lippeverbandes sind dem noch nicht zum Opfer gefallen.

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